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INTERVIEW MIT PAUL BETTANY, EMILY VANCAMP UND REGISSEUR ANTHONY RUSSO ZU AVENGERS: CIVIL WAR

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Zu unserem ausschweifenden Review, hier!, hat unsere Antje Wessels die Darsteller Paul Bettany, Emily VanCamp und Regisseur Anthony Russo bei der Deutschlandpremiere ausführlich interviewt.

 

INTERVIEW MIT PAUL BETTANY

 THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR

Paul, weißt du schon jetzt, wie es mit deiner Figur Vision im Marvel Cinematic Universe weitergehen wird?

 

Nein … Genauer gesagt: Ich weiß nur sehr wenig darüber, was mit Vision noch passieren wird. Und diese wenigen Dinge darf ich leider nicht mit der Welt teilen. Sonst würde ich meinen Job verlieren, und dann könnte ich nie wieder mit dir hier zusammensitzen und über diese Filme sprechen, was bedauerlich wäre. (lacht) Daher … Lassen wir es darauf beruhen, dass man uns Darsteller sicherheitshalber ziemlich im Dunkeln lässt.

 

Sieht dein Vertrag mit Marvel denn vor, dass du für weitere Filme zurückkehren musst?

 

Die Verträge mit Marvel können völlig variieren. Manche Darsteller unterzeichnen Verträge, die eine bestimmte Anzahl sogenannter Optionen vorsehen. Andere machen das nicht. Jeder von uns hat ganz unterschiedliche Verpflichtungen gegenüber Marvel. Und wann immer wir diese vollbracht haben, beginnt der heikle Prozess der Neuverhandlung.

 

Und in welches Lager fällst du?

 

Ich habe für eine bestimmte Summe an Optionen unterschrieben. Und weitere Details … Nun … Die sollten besser geheim bleiben … (grinst)

 

Interessant! Ist das eine neue Taktik seitens Marvel, um die Zukunft der Filme dem Publikum gegenüber zu verschleiern? Viele Marvel-Deals wurden ja durchaus publik gemacht, etwa dass Sebastian Stan einen Vertrag hat, der über neun Filme geht …

 

Nein, nein. Damit hat das nichts zu tun. Der Grund, dass manche meiner Kollegen und auch ich nicht bekannt geben wollen, wie viele potenzielle Filme noch in unserem Vertrag stehen, ist, dass uns das bei Nachverhandlungen zum Nachteil gereichen könnte. (lacht) Ich finde es einfach klüger, nicht darüber zu plaudern, was in meinem Vertrag steht. Ich habe mehr Macht in den Verhandlungen, wenn niemand weiß, wie viele Filme für mich bereitstehen oder eben nicht bereitstehen. Es ist also nicht so, dass nichts über die Anzahl meiner Optionen bekannt ist, weil ein Marvel-Sicherheitsmann mit regelmäßigen Abständen an meiner Tür klopft: „Sprich! Bloß! Nicht! Über! Deinen! Vertrag!“

 

Wusstest du, wer die Figur Vision ist, bevor du Teil des Marvel-Filmuniversums wurdest?

 

Nein, habe ich nicht. Das Erfolgsgeheimnis dieser Filme ist, dass sie von riesigen Fans gemacht werden. Wie von den Produzenten Kevin Feige und Jeremy Latcham oder von den ganzen Autoren und Regisseuren wie den Russo-Brüdern oder Joss Whedon. Sie alle sind seit Kindertagen comicvernarrt und leben das nun auf großer Bühne aus, was die Fans zu schätzen wissen. Ich als Engländer hingegen … In den 70ern hatten wir keine Comics, sondern nur massive Arbeitslosigkeit. Deswegen ist es sehr hilfreich, wenn all diese Yodas der Comiclehre um einen herumstehen. Denn wann immer du eine Frage hast, haben sie sofort eine Antwort parat.

 

Du hast mal gesagt …

 

(blickt plötzlich ganz erschrocken auf) Oh nein …

 

 

… dass du mit der Rolle des Vision gern erforschen willst, was die Begriffe Menschlichkeit und Liebe bedeuten. Bist du damit zufrieden, in welchem Rahmen dies in CIVIL WAR angerissen wird?

 

(erleichtert) Ach so. Puh! Dann ist ja alles gut. Manchmal kommen Journalisten und fangen eine Frage mit dem Satz an: „Sie haben mal gesagt …“, und dann kommt irgendwas, das ich angeblich vor 20 Jahren gesagt haben soll. Und ich denke mir dann immer nur: Fuck! Habe ich das echt vor 20 Jahren gesagt?! Woher soll ich das noch wissen?! Ey, ich habe vor 20 Jahren jede Menge gesagt. Vor allem: Wo sind meine Klamotten? (lacht) Das hier greift ja nur ein paar Wochen zurück …  Daran erinnere ich mich noch! Und: Ja, ich bin zufrieden damit. Vision entwickelt Gefühle für Scarlet Witch, was jedoch auch große Wut in ihm weckt. Das ist eine sehr menschliche Gefühlsregung, die ihn erstmals dazu bringt, einen Fehler zu begehen. Ein sehr spannender Aspekt an Vision, meiner Ansicht nach!

013

Wärst du eigentlich auch Fan der Marvel-Filme, wenn du nicht zum Cast gehören würdest?

 

Dazu muss ich etwas ausholen: Ich habe sie bis vor Kurzem nicht gesehen. Und irgendwann habe ich ein Interview gegeben, in dem ich über die IRON MAN-Trilogie befragt wurde, in der ich ja nur als Stimme mitgewirkt habe. Ich meinte damals: „Ich habe die IRON MAN-Filme nicht gesehen“. Ich habe allerdings außerdem gesagt: „Doch ich schaue generell nur wenige meiner Filme“. Das hat der Interviewer aber rausgeschnitten, sodass es so aussah, als würde ich ganz arrogant auf die IRON MAN-Filme herabblicken. Mittlerweile habe ich die IRON MAN-Filme und auch die anderen Marvel-Produktionen nachgeholt, weil es diese ganze, reichhaltige Mythologie gibt, die zu den Filmen hinleitet, in denen ich nun auch als wandelnde Figur auftrete. Diesen Hinweg wollte ich dann doch erkunden, um meiner Arbeit gerecht zu werden. Und ich muss sagen: Jeder, der jemals einen Film gemacht hat – also einen richtigen Film –, der muss erkennen, wie schwer diese Filme zu machen sind. Die sind wirklich verdammt hart zu machen! Und jeder, der diese Masse an Handwerkskunst geringschätzt, weiß nicht, wovon er redet. Die besten Techniker der Welt machen diese Filme! Ich als jemand, der selbst schon einmal einen Film gedreht hat, stehe staunend daneben und habe keinen Schimmer, wie die das hinkriegen! Und darauf lassen sie es ja nicht beruhen! Die zwischenmenschlichen Beziehungen der Marvel-Figuren werden immer komplexer und immer reichhaltiger. Und wann immer ich mich frage: Braucht es wirklich noch einen Superheldenfilm?, macht Marvel einen Superheldenfilm, der noch komplexer und reichhaltiger ist als die vorherigen. Dieses Mal sogar einen, der solche Themen anspricht wie die Nachwirkungen einer eigenmächtig handelnden Gruppe von Wesen mit Superkräften. Welcher andere Superheldenfilm kann das schon von sich behaupten? Ich finde, es sind herausragende Filme! (lächelt selig)

Und wäre ich nicht im Cast? Nun, ich habe drei Kinder. Über kurz oder lang hätten die mich auf diese Filme hingewiesen, und dann wäre ich genauso von den erwähnten Leistungen beeindruckt, wie ich es jetzt bin. Ich will ja wirklich nicht mit dem Finger auf andere zeigen, aber es gibt Filme, die umjubelt werden, richtig laut umjubelt – und ich weiß ganz genau, dass diese um ein Vielfaches einfacher zu bewerkstelligen sind. Ich erinnere mich noch ganz genau, als ich mir GUARDIANS OF THE GALAXY angesehen habe. Holy Shit! Wirklich, ganz gleich, ob man ihn persönlich mag oder nicht, diese Kunstfertigkeit in diesem Film, die sichtbare Ambition, der Umstand, dass zahllose Handwerkskünstler auf der Höhe ihres Könnens unzählige Arbeitsstunden in diese Produktion gesteckt haben … Um diesen Film zu bewerkstelligen, mussten Spezialeffektfirmen aus aller Welt zusammenarbeiten. Die Inszenierung ist wundervoll! Marvel-Filme sind schlichtweg Filme, die man keineswegs unterschätzen sollte. Und sie steigern sich immer weiter, sie werden zu immer stärker erfüllenden Seherlebnissen. Keine Ahnung, wie die das hinkriegen. Aber sie kriegen es hin!

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Für einen flüchtigen Augenblick gab es nach dem Start von THE RETURN OF THE FIRST AVENGER in der Oscar-Community die Diskussion, ob dieser Film es schaffen könnte, das Stigma zu überwinden und von der Academy auch abseits der üblichen, kleineren Kategorien anerkannt zu werden. Dazu ist es bekanntlich nicht gekommen. Was muss deiner Meinung nach geschehen, damit Superheldenfilme bei den Oscars und anderen großen Preisen nicht weiter übersehen werden?

 

Ich glaube, die Verantwortlichen hinter diesen Filmen sind, ehrlich gesagt, überhaupt nicht daran interessiert, einen Oscar zu erhalten. Die machen Filme, die alle Zielgruppen ansprechen und auf der gesamten Welt Anklang finden. Ich mutmaße, dass deren Reaktion wäre: „Oh, ihr wollt mir einen Oscar geben? Joah, das geht schon in Ordnung. Ich stelle ihn irgendwo neben meinen milliardenschweren Berg aus Geld.“ (lacht) Ich denke wirklich nicht, dass sich irgendwer bei Marvel übergangen fühlt, weil er von der Academy ignoriert wird. Andererseits: Das Stigma kann schon ärgerlich sein. Die Kameraarbeit in STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT ist atemberaubend. Sie ist wirklich, wirklich großartig! Jeder, der schon einmal einen Film gedreht hat, muss anerkennen, wie umwerfend er aussieht. Gäbe es Preise für gut gemachte Filme, und ich meine richtig gut gemachte Filme, statt für Filme mit profundem Inhalt, hätte er alles in dem Bereich abräumen müssen. Doch es gibt keine Preise für richtig gut geleistete Handwerkskunst im Filmbereich. Tja … (zuckt mit den Schultern)

 

Wie unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit Joss Whedon von jener mit den Russo-Brüdern?

 

Das ist schwer zu sagen. Die Filme, die ich mit ihnen gemacht habe, sind so grundverschieden. CIVIL WAR enthält so viel mehr personenspezifische Dramatik. Viele Szenen zeigen Leute, die in Konferenzräumen sitzen und debattieren. Das widerspricht so vehement den gängigen Actionfilm-Klischees. Es lag also allein schon in der Natur des Films begründet, dass es eine ganz andere Arbeitserfahrung wird als zuvor in AGE OF ULTRON. Hinzu kommt, dass es mir generell schwerfällt, Regisseure gegenüberzustellen und zu vergleichen. Das kann man alles schnell falsch verstehen. Also: Ich liebe Joss. Es war für mich eine tolle, aufregende Erfahrung, erstmals diese Art von Film zu drehen, und ich war sehr froh, dabei seiner Leitung zu unterstehen. Es war eine herrliche Zeit. Und die Russos? Die sind überaus relaxt und geben einem sehr viel Raum für Improvisation. Es gibt da diese eine Szene, in der Vision durch eine Wand in ein Zimmer hineinschwebt und auch wieder herausschweben sollte. Ich habe aber gefragt, weshalb er den Raum nicht durch die Tür verlässt, weil er versucht, sich anzupassen. Und die Russos haben auf meinen Vorschlag hin einfach nur genickt. Sie sind so relaxt! (lächelt) Und die andere tolle Sache ist: In diesem Film sind so viele Superhelden – und zwei Regisseure! Das heißt, wir konnten sie gegeneinander ausspielen: „Joe, bist du dir sicher, dass ich das so machen soll? Denn Anthony meinte vorhin zu mir, dass das totale Scheiße sei!“ Das war unser erklärtes Ziel: Sie dazu zu bringen, dass sie sich bekämpfen, um sie sie dann zu bezwingen! (grinst schelmisch)

 

Haben diese Versuche denn geklappt?

 

Nein! (schaut enttäuscht) Die Russos halten eng zusammen. Und sind sehr misstrauisch …

 

Könntest du dir vorstellen, selbst mal bei einem Marvel-Film Regie zu führen?

 

(macht große Augen) Uff! Ehrlich gesagt: Ja, ich würde gerne einmal selber bei einem Marvel-Film Regie führen. Denn das Leben sollte sich darum drehen, viele neue Erfahrungen zu machen, und das wäre definitiv eine völlig neue Erfahrung für mich. Allerdings würde ich vorher noch sehr viele kleinere Filme inszenieren wollen, bevor ich mich an so etwas herantraue. Ich kann dir nicht einmal ansatzweise erklären, wie winzig klein die Puzzleteile sind, die es bei solchen Projekten zusammenzusetzen gilt! Ich liebe es, mit Schauspielern zusammenzuarbeiten, sie vor Landschaften in Szene zu setzen und sie zusammenzubringen. Und ich liebe es, ihnen bei ihrer Arbeit zuzuschauen, mit ihnen zu interagieren, um ein Verständnis für ihre Rollen zu entwickeln. Ich liebe es, mit dem Kameramann auszutüfteln, wie wir diese großartigen Leistungen am besten einfangen. Aber die Vorstellung, das vollbringen zu müssen, was Joss Whedon und die Russos geschafft haben … Ich erinnere mich noch bildhaft an diese Szene: Die Russos erklären mir detailliert, dass ich in einem Kampf bin, auf dem Boden knie, spüre, dass jemand auf mich zufliegt, meinen Kopf drehe und … (kniet sich hin, dreht den Kopf und blickt dezent aggressiv) Und ich mache das (wiederholt den Vorgang), und sie rufen: „Cut!“ (guckt erstaunt) Woher wussten die Russos, dass die genau das brauchten?! Woher wissen die, wie ich in der Szene so zu stehen habe und wo ich hingucken muss, damit es im fertigen Film Sinn ergibt?! Das sind so winzig kleine Aspekte, die es zu beachten gilt, und davon gibt es unzählige. Ich bin absolut ratlos, wie sie das hingekriegt haben!

 

 INTERVIEW MIT EMILY VANCAMP

THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR

 

Emily, hast du je damit gerechnet, Teil des Marvel Cinematic Universe zu werden?

 

Nein, überhaupt nicht. Ich bin in einer sehr kleinen kanadischen Stadt aufgewachsen, und da war es eigentlich schon völlig absurd, nur daran zu denken, mit der Schauspielerei sein Geld zu verdienen. Mir wurde zwar schon als Kind beigebracht, dass ich große Träume hegen soll. Trotzdem war meine Heimatstadt so klein, dass mir der Gedanke an eine Schauspielkarriere einfach unrealistisch erschien. Dann bin aber mit elf Jahren nach Montréal gegangen, um dort Ballett zu lernen. Damit wurde meine Welt immerhin etwas größer. Daraufhin habe ich Schauspielunterricht genommen und bin dem völlig verfallen, weshalb ich den Übergang gewagt habe. Ich denke, wenn sich die Dinge so fügen, dann muss man einfach das tun, wonach man strebt! Ich glaube, ich hatte mit meinem Werdegang eine richtige Glückssträhne, und nun bin ich in diesem gigantischen Film dabei! Das erstaunt mich immer wieder, und ich genieße es sehr, dabei sein zu dürfen.

 

Und wann bist du das erste Mal mit Marvel-Comics in Berührung gekommen?

 

Ich war als Kind nicht sonderlich an Comics interessiert. Einfach weil mich und meine Schwestern andere Dinge beschäftigt haben. Mit den Comics bin ich daher erst in Kontakt getreten, als ich erfahren habe, dass ich diese Rolle bekomme. Dann habe ich mich aber richtig hineingesteigert und auf einen Schlag unzählige Hefte verschlungen, um ein Gefühl für Sharon zu bekommen; dafür, wie sie tickt, wie ihr Verhältnis zu Steve Rogers ist und welche unterschiedlichen Storylines und Alternativversionen es von ihr gibt. Es war ein kleiner Schock für mich, zu sehen, wie groß dieses Universum ist. Ich glaube, alles darüber zu wissen ist nahezu unmöglich. Man bräuchte ein Leben lang Zeit, um all diese Comics zu lesen – aber das macht sie auch so faszinierend.

 

Anthony Mackie hat der Presse vor einer Weile mitgeteilt, dass er aufgrund der immens hohen Spoiler-Sicherheitsvorkehrungen seitens Marvel gar nicht wusste, dass Falcon am Ende von AVENGERS: AGE OF ULTRON zu den Avengers hinzustößt. Das habe er erst erfahren, als bei der Weltpremiere die entsprechende Szene über die Leinwand flimmerte. Hast du schon ähnliche Überraschungen erlebt?

 

Nein, daran kann ich mich nicht erinnern. Die größte Überraschung war für mich bislang der Anruf, bei dem ich erfuhr, dass ich bei THE RETURN OF THE FIRST AVENGER mitspielen darf. Das hat mich völlig umgehauen, weil ich damit gar nicht mehr gerechnet habe. Ich hatte zuvor ein Vorsprechen mit den Russos, die ich schon damals richtig klasse fand. Im Anschluss daran habe ich bereits mit der Recherche für meine Figur angefangen. Es folgte auch ein Screen Test mit Chris Evans. Die Testaufnahmen verliefen richtig gut, generell schien alles super zu laufen. Doch dann sind ein paar Wochen vergangen, in denen ich nichts mehr von den Russos und Marvel gehört habe. Daher dachte ich, ich sei wohl aus dem Rennen. Umso mehr bin ich durchgedreht vor Freude, als dieser Anruf kam. Erst recht, weil ich zwar als Kind kein Comicfan war, aber sehr wohl großer Fan der Filme bin. Wie könnte man es auch nicht sein? Man muss kein Comickenner sein, um zu erkennen, wie toll diese Filme sind. Deshalb war es wunderbar, zu wissen, dass ich an ihnen mitwirken darf.

019

Wann hast du erfahren, dass du auch bei THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR dabei bist?

 

Ich glaube, das war während des Drehs zur letzten REVENGE-Staffel, was bereits ein paar Jahre zurückliegt. Es war traumhaft! Gerade weil sich die Serie schon in der vierten Staffel befand, die zwar wunderbar war, aber auch sehr schlauchend. Dann jeden Tag mit dem Wissen an den Set zu kommen, dass etwas anderes, Großartiges auf einen wartet, machte es so viel einfacher, die Season zu beenden.

 

Angesichts des hohen Zeitaufwands, der mit Network-Serien einhergeht: Würdest du noch mal eine machen?

 

Ich habe ja schon zwei andere Serien vor REVENGE gemacht. Unterm Strich war ich zwölf Jahre am Stück im Network-Fernsehen. Das war aus vielerlei Gründen eine Spitzenzeit. Ich habe währenddessen so viel gelernt. Wenn man beim Fernsehen arbeitet, bleibt man unentwegt in Übung. Genau deswegen ist Fernsehen super für einen Schauspieler, wenn man sein Handwerk lernen will. Aber ich habe auch viele Dinge aufgrund der Fernsehrollen versäumt. Wegen dieser Rollen habe ich neun Monate pro Jahr für ein einziges Projekt aufgebracht, sodass ich nur hier und da Rollen in ganz kleinen Passionsprojekten reinquetschen konnte. Für mehr war einfach keine Zeit da. Jetzt, in diesem Moment, will ich nicht sagen, dass ich nie wieder Fernsehen machen will. Einige der besten Rollen winken einem aktuell im Fernsehen. Aber ich würde nicht mehr so schnell bei einer 22-Episoden-pro-Staffel-Serie mitmachen wollen. Einfach weil ich mir mehr Zeit für andere Projekte lassen möchte. Das hatte ich so lange nicht mehr. Manchmal ist es einfach spannend, nicht zu wissen, was als Nächstes kommt. Das ist auch etwas Angst einflößend. Ich war es gewohnt, dass Dreh nach Dreh nach Dreh für mich schon eingeplant ist. Nun etwas mehr Unklarheit zu haben macht mir zwar Angst, aber es ist eine befreiende Form von Angst.