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5. /SLASH EINHALB FILMFESTIVAL IN WIEN

Die Frühjahrsausgabe des wichtigsten österreichischen Festivals für den fantastischen Film, das SLASH ½, geht in die 5. Runde. Wer nach dem langen Erster-Mai-Wochenende noch etwas Erholung der besonderen Art sucht, ist vom 3. bis 5. Mai im Wiener Filmcasino genau richtig.

 

Eröffnet wird das Programm am 3. Mai um 18:00 Uhr mit THE WILD BOYS (der nichts mit dem gleichnamigen Hit der Fönfrisur-Popper Duran Duran von 1985 zu tun hat), in dem Anfang des 20. Jahrhunderts adoleszente Jünglinge auf eine ferne Insel geschippert werden, um diese zu domestizieren. Das erzählt Regisseur Betrand Mandico einerseits im Film-noir-Stil und dann wieder in buntesten LSD-Farben, sodass der Film für den Zuschauer zu einem ähnlichen Rausch wird wie die Reise der Protagonisten darin.

 

Danach geht es um 20:30 Uhr mit dem hochgelobten IT COMES AT NIGHT weiter, in dem sich Hollywood-Star Joel Edgerton in der Zeit der untergehenden Welt mit mehreren anderen Leute in einem einsamen Haus im Wald verschanzt, um vor dem Grauen draußen in Sicherheit zu sein. Doch je länger die Geflüchteten sich isolieren, desto größer wird die Gefahr, die von ihnen selbst ausgeht. Trey Edward Shults (KRISHA) erschafft damit eine clevere Allegorie unserer Gegenwart, in der Angst immer wieder zum zentralen Thema gemacht wird.

IT COMES AT NIGHT

 

Den cineastischen Abend beschließt um 23:00 Uhr der Indonesier Joko Anwar mit seinem Film SATAN’S SLAVES, einem losen Remake eines 80er-Jahre-Krachers aus dem Heimatland des Regisseurs. Der in der Tradition klassischer Gruselfilme gehaltene Inhalt dreht sich um eine verarmte Sängerin, die an einer schweren Krankheit dahinsiecht und deren einzige Kommunikationsmöglichkeit ein Glöckchen ist. Wenn dessen Klingeln auch nach dem Ableben der Frau weiterläutet, sind Gänsehautmomente auf dem Vormarsch.

 

SATAN´S SLAVES
SATAN´S SLAVES

Der Festivalfreitag beginnt um 18:00 Uhr mit der brasilianisch-französischen Koproduktion GOOD MANNERS, in der die farbige Clara aus den Favelas von São Paulo zur reichen und hochschwangeren Ana zieht, um dort als Kindermädchen für ihr Ungeborenes bereit zu sein. Doch der Schein trügt, Ana wandert bei Vollmond durch die Stadt, und daheim verzehrt sie nur rohes Fleisch. Das Ungewöhnliche an GOOD MANNERS: Das Regisseurduo Marco Dutra und Juliana Rojas inszenierte seinen Film im Stil klassischer Hollywood-Filme inklusive Musicaleinlagen und einem schnuckligen Werwolf-Baby.

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GOOD MANNERS

 Das Hauptabendprogramm am Freitag um 20:30 Uhr gehört dem Rape-and-Revenge-Subgenre: REVENGE, so auch der Titel von Coralie Fargeats Regiedebüt, erzählt von einer jungen Frau, Jen, die von den Freunden ihres Liebhabers vergewaltigt und dann von einer Klippe geworfen wird. Sie überlebt und kehrt zurück, um an ihren Peinigern brutal Rache zu nehmen.

 Um 23:00 Uhr folgt darauf HOUSEWIFE des türkischen Regisseurs Can Evrenol (BASKIN), der uns aus dem sonst als Genrewüste bekannten Land eine gelungene Huldigung italienischer Genremeister der Siebziger- und Achtzigerjahre präsentiert. HOUSEWIFE erzählt dabei von einer wohlhabenden Frau, die von einer alten (und verschwunden geglaubten) Bekannten in eine Sekte eingeführt wird, deren Guru alle Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit einzureißen gedenkt.

Für einen gelungenen Abschluss sorgt um 01:00 Uhr DOWNRANGE. Ein blutiges Highway-Drama der Sonderklasse, das uns von dem großartigen japanischen Regisseur Ryûhei Kitamura serviert wird. Nach dem altbewährten Prinzip eines Kinderliedes wird eine Gruppe von Collegestudenten, die nach einer Autopanne auf einer einsamen Landstraße gestrandet sind, von einem unbekannten Scharfschützen minimiert.

 

 

 

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