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AMERICAN ASSASSIN-PRODUZENT LORENZO DI BONAVENTURA IM INTERVIEW

Lorenzo di Bonaventura am Set (c) Christian Black
Lorenzo di Bonaventura am Set (c) Christian Black

Mit AMERICAN ASSASSIN hat Produzent Lorenzo di Bonaventura das Spionagethrillergenre für eine neue Generation von Kinogängern weiterentwickelt. Im neuen Film, der auf dem Buch von Bestsellerautor Vince Flynn basiert, spielt Dylan O’Brien (THE MAZE RUNNER) Mitch Rapp, einen jungen Black-Ops-Trainee bei der CIA unter der Anleitung des (von Michael Keaton gespielten) kompromisslosen CIA-Veteranen Stan Hurley – der zu einem Antiterror-Meisterspion ausgebildet wird, der in einer Welt mit neuen Regeln das Spionage-Spiel neu definiert. Der neueste Film von di Bonaventura, der in Rom, Istanbul, Malta, den USA, Großbritannien und Thailand verfilmt wurde – mit Taylor Kitsch (FRIDAY NIGHT LIGHTS), Sanaa Lathan (NOW YOU SEE ME TOO) und Neuling Shiva Negar (BECOMING BURLESQUE) als Nebendarsteller –, stellt auch die Weichen für ein größeres neues Franchise. Lorenzo di Bonaventura, ein ehemaliger Produktionsvorstand bei Warner Bros., war während seiner Karriere an über 130 Produktionen beteiligt, darunter THE MATRIX, OCEAN’S ELEVEN und HARRY POTTER AND THE SORCERER’S STONE. Seine neuesten Filme sind u. a. die TRANSFORMERS-Filmreihe, DEEPWATER HORIZON und der anstehende ONLY THE BRAVE. Wir haben mit di Bonaventura über die Verfilmung von AMERICAN ASSASSIN in Los Angeles gesprochen.

 

Was an dieser Welt von Mitch Rapp hat Sie zuerst gereizt?

 

Ich war Fan von Vince Flynns Büchern, und ich glaube, Mitch ist eine Figur, von der viele sich wünschen würden, sie existiere auch in der realen Welt – ein Typ, der eine moralische Entscheidung zwischen Richtig und Falsch treffen kann, der weiß, wer der Gute, und vor allem, wer nicht der Gute ist. Actionfilme sind im Grunde moralische Stücke. Und in dieser unruhigen Welt, in der wir leben, ist der Gedanke, dass da draußen Leute in unserem Sinne arbeiten, eine beruhigende Idee.

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Wie unterscheidet sich Mitch von Vorgängern wie Jack Ryan?

 

Der größte Unterschied besteht darin, dass Mitch ein Nach-9/11-Held ist, und ich glaube, es kommen noch viele Dinge dazu, die so eine Figur beeinflussen. Es ist eine Welt, in der unsere Unschuld verloren gegangen ist, und ich meine, das hat eine Wirkung auf den Charakter, der daraus entsteht. Jack Ryan hat keine Angst. Er ist ein wahrer Gläubiger. Das ist Mitch zwar auch, aber auf andere Art und Weise. Er ist ein Ängstlicher, der die Welt vorwiegend schwarz-weiß sieht. Sie ist aber auch grau. Die Welt ist für uns viel grauer – wer ist jetzt gut und wer böse? Wir erhoffen uns von der Idee, dass wir im Film gute und böse Iraner sowie auch gute und böse Amerikaner haben, dass sie das Publikum eher anspricht. Wissen Sie, Jack Ryan stammt aus der Zeit, in der die Russen die Bösen und die Amerikaner die Guten waren …

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Erzählen Sie uns, wie das Projekt zustande gekommen ist.

 

 

Ich habe mich vor ungefähr 10 ½ Jahren zum ersten Mal damit beschäftigt. Ja, es hat wirklich so lange gedauert! Da fing ich an mit einem Buch von Vince, Consent to Kill. Vier oder fünf Jahre später schrieb er American Assassin. Und als wir das Buch gelesen haben, sind wir sofort darauf angesprungen. Einem Actionhelden in die Psyche zu schauen ist eine der schwersten Sachen überhaupt. AMERICAN ASSASSIN gab uns dazu den Schlüssel. Normalerweise sind die Helden in solchen Filmen um die 40, so zwischen 35 und 50. Das ist der Typ von Held, dem wir normalerweise moralische Autorität zugestehen. Die Herausforderung, dem Publikum einen Mittzwanziger in dieser Entscheiderrolle zu präsentieren, war für uns sehr interessant.

 

Warum war Dylan O’Brien der Richtige?

 

 

Ich hatte Maze Runner gesehen und fand ihn wirklich toll. Er war faszinierend. Und ehrlich gesagt gibt es nicht viele Typen in seiner Altersgruppe, die überhaupt irgendeine Präsenz haben. Die Liste ist wirklich ganz schön klein. Wir haben ihm zuerst eine Rolle in Deepwater Horizon gegeben. Und obwohl das nicht gerade die größte Rolle war, fand ich es interessant, dass er sich trotz des Beiseins von Mark Wahlberg, Kurt Russell und John Malkovich nicht wie ein kleiner Bengel fühlte. Er fühlte sich eben wie ein junger Mann. Als ich das gesehen habe, habe ich meinen Produktionspartner, Nick Wechsler, angerufen: “Ich glaube, Dylan könnte den Rapp spielen …”

 

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War er anfangs erschöpft, nachdem er gerade vom Unfall kam, den er auf dem Maze RunnerSet erlitten hatte?

 

Sehr sogar.

 

Wie haben Sie ihm zurück in die Spur geholfen?

 

Als Erstes haben wir einen großartigen Fitnesstrainer, einen tollen Kampftrainer und einen sehr Zen-mäßigen Typen in einer Person angeheuert: den legendären Roger Yuan, der bereits mit Actionlegenden wie Jackie Chan und Chow Yun-Fat gearbeitet und Daniel Craig für SKYFALL  trainiert hat. Wir haben Dylan mit Roger zusammengebracht, weil wir wussten, dass er Dylan anspornen würde und auch wissen würde, wann er Dylan nicht anspornen sollte … Wie sich herausstellte, hat diese Körperlichkeit, dieses Zen-mäßige, Dylan dabei geholfen, sein Selbstvertrauen zurückzugewinnen, als er das Training aufgenommen hat.

 

Wie war er auf dem Set?

 

Großartig. Also das einzige Mal, wo er keinen Stunt gemacht hat, war dann, als wir ihm das nicht erlaubt haben, weil wir Angst hatten, dass er sich verletzen könnte. Alles, was man da sieht, ist Dylan selbst. Er machte so gut wie alles. Er und Taylor Kitsch hatten beide überall blaue Flecken vom gegenseitigen Prügeln. Und sie haben sich gegenseitig verarscht und gelacht wie alte Kameraden …

 

 

 

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