Regie: Joe & Anthony Russo / 2018 / 149 Min.

Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Josh Brolin, Chris Evans, Zoe Saldana, Benedict Cumberbatch, Scarlett Johansson, Chris Pratt, Tom Holland, Chadwick Boseman, Peter Dinklage

Produktion: Kevin Feige, James Gunn, Jon Favreau, Victoria Alonso, Trinh Tran, Louis D’Esposito, Stan Lee

Freigabe: FSK 12

Verleih:

Start: 28.04.2018

 

Seit zehn Jahren wächst und wächst das Marvel Cinematic Universe scheinbar unaufhaltsam. Was 2008 mit dem damals noch auf Pump finanzierten IRON MAN seinen Anfang nahm, ist heute das erfolgreichste Filmfranchise aller Zeiten, dessen letzter Eintrag BLACK PANTHER im März als fünfter der 18 bisher unter dem MCU-Banner veröffentlichten Filme die Milliardenmarke an den Kinokassen geknackt hat. Mit AVENGERS: INFINITY WAR steht nur der 19. Film auf der Matte und wird, daran besteht kein Zweifel, die nächsten Kassenrekorde brechen. Einem derartigen Goldesel den Hahn abzudrehen grenzt an Verrücktheit, und doch läutet das neuste Zusammentreffen der Marvel-Superhelden auf nahezu unbarmherzige Weise das Endspiel ein.

014

Bereits in der unmittelbar nach dem Ende von THOR: TAG DER ENTSCHEIDUNG einsetzenden Eröffnungsszene machen die Russo-Brüder Joe und Anthony mit einiger Entschlossenheit klar, dass in den folgenden zweieinhalb Stunden niemand sicher ist. Ist die größte Schwäche der in ihrem Ablauf routiniert vorhersehbaren Marvel Origin Movies wie ANT-MAN, DOCTOR STRANGE und zuletzt BLACK PANTHER, dass bei aller Gefahr am Ende des Tages doch niemand so richtig bedroht ist – man braucht sie ja noch für den nächsten Film –, schöpft INFINITY WAR diesbezüglich aus dem Vollen und wird langjährigen Fanboys & -girls einiges an Herzschmerz bereiten.

033

Denn nachdem man ihn die letzten Jahre über immer nur mal kurz zu Gesicht gekriegt hat, hat Thanos (Josh Brolin) sich nun auf den Weg gemacht, um die sechs Infinity-Steine in seinen Besitz zu bringen, die ihm unendliche Macht verschaffen sollen. Aufmerksame Marvel-Gucker wissen, dass fünf davon bereits entscheidende Rollen in vergangenen Filmen gespielt haben und an verschiedenen Orten des Marvel-Universums gut gehütet werden – im Götterreich Asgard, einer Privatsammlung in den Tiefen des Universums oder in der Stirn des Androiden Vision. Als Thanos New York angreift, um den in einem Medaillon am Hals von Steven Strange (Benedict Cumberbatch) baumelnden Zeitstein in seinen Besitz zu bringen, ruft das die Avengers auf den Plan bzw. den aus Tony Stark (Robert Downey Jr.) und seinem „Praktikanten“ Peter Parker alias Spider-Man (Tom Holland) bestehenden traurigen Rest, den der Civil War übrig gelassen hat. Doch das Ausmaß der Bedrohung ist so gewaltig, dass Stark keine andere Wahl hat, als die zwischen ihn und Steve Rogers alias Captain America gerissene Kluft zu überwinden.

029

Einmal in Gang, tobt der Infinity War jedoch an mehr als einer Front. Am anderen Ende des Universums prallt Thor buchstäblich auf die Guardians of the Galaxy, von denen vor allem Drax (Dave Bautista) und Gamora (Zoe Saldana) ihre eigene Rechnung mit Thanos offen haben. Denn Letztere musste bereits miterleben, wie der Mad Titan in ihrer Heimatwelt „das Gleichgewicht wiederhergestellt“, sprich: die halbe Bevölkerung ausgerottet hat, und mit diesem mehr als fragwürdigen Konzept von altruistischer Wohltat will er auch den Rest des Universums retten.