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CRIMSON PEAK – INTERVIEW MIT TOM HIDDLESTON UND MIA WASIKOWSKA

Photocall "Crimson Peak" im Hotel Regent in Berlin am 30.09.2015

Einem breiten Publikum wurde der 34-jährige Schauspieler Tom Hiddleston vermutlich durch seine Blockbuster-Rolle des Loki im Marvel Cinematic Universe bekannt. Doch schon lange vorher gab sich der britische Charaktermime die Ehre am Theater. Seine Vorliebe für Shakespeare-Stücke macht ihn noch heute zu einem gern gesehenen Darsteller in diversen Theateraufführungen der Schriftstellerlegende. Vor der Kamera begann er in TV-Filmen und -Serien, seine erste Leinwandrolle erhielt er 2007 im britischen Drama UNRELATED. Während er aktuell die Hauptrolle in Guillermo del Toros düsterem Geisterhaus-Grusler CRIMSON PEAK spielt, ist er demnächst sowohl in der Fernsehserie THE NIGHT MANAGER als auch in der KING KONG-Neuauflage KONG: SKULL ISLAND zu sehen, auf die er sich eigenen Angaben zufolge schon jetzt sehr freut.

Mit ihren 26 Jahren hat die polnischstämmige Australierin Mia Wasikowska bereits eine beeindruckende Vita vorzuweisen. Ihr Debüt feierte sie 2004 in der TV-Serie ALL SAINTS. Anschließend folgten Filme wie ROGUE, UNBEUGSAM, THE KIDS ARE ALL RIGHT, STOKER, MAPS TO THE STARS oder ALICE IM WUNDERLAND. Auch in der Fortsetzung wird sie wieder vor der Kamera stehen. In CRIMSON PEAK spielt sie neben Tom Hiddleston die zweite Hauptrolle, seine junge Ehefrau Edith, die mit ihm gemeinsam ein unheimliches Anwesen bewohnt und von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht wird. Während ihre Figur der Edith leidenschaftliche Schriftstellerin ist, antwortet Wasikowska auf die Frage nach einer Leidenschaft außerhalb der Schauspielerei mit der Antwort, dass ihr die Gärtnerei am Herzen liege.

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DEADLINE: Herzlichen Glückwunsch zu CRIMSON PEAK, eine echte Ausnahmeerscheinung im modernen Horrorkino. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig nervös, euch gegenüberzusitzen. Eure Figuren im Film umgibt einfach eine sehr einschüchternde Aura. Wie geht ihr mit Nervosität um?

Tom: (lacht) Ach, das ist doch gar nicht nötig! Wenn ich nervös bin, erinnere ich mich immer wieder daran, ich selbst zu sein. Denn ich wurde bislang immer dann nervös, wenn ich es nicht wahr. Ergibt das Sinn? Wenn ich mich bemühe, jemand anderes zu sein, werde ich durchaus wütend mit mir selbst.

 

Mia: Ich weiß nicht. Als Schauspielerin ist jede Situation mit einer gewissen Nervosität bei dir verbunden. Man muss mit der Zeit einfach damit klarzukommen lernen und es über sich ergehen lassen.

 

DEADLINE: CRIMSON PEAK ist nicht nur eine moderne Horrorgeschichte, sondern vor allem ein Film über das das Bereuen. Jeder in CRIMSON PEAK bereut irgendwas – egal ob er etwas getan oder ob er etwas nicht getan hat. Hattet ihr mit dem Thema bereits Berührungspunkte?

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Tom: Das ist interessant. Ja, natürlich musste ich mich bereits mit dem Thema auseinandersetzen. Und ich bin der Meinung, dass man immer mehr bereut, etwas nicht getan zu haben, als etwas getan zu haben. Ich stelle es mir sehr traurig vor, wenn sich das eigene Leben eines Tages dem Ende zuneigt und man sich wehmütig wünscht, irgendetwas getan zu haben, was man damals gern getan hätte, aber dann doch drauf verzichtet hat. Wenn du hingegen etwas bereust, was du getan hast, dann ist der Schmerz nicht allzu groß. Die beste Aussage, die im Kino jemals zum Thema Reue getroffen wurde, stammt von Jason Robards aus dem Film MAGNOLIA. Als er im Bett liegt und dabei ist, zu sterben, spricht er mit Philip Seymour Hoffman und sagt zu ihm: „Bereue, was du willst, denn es ist dein Leben!“, dann bricht es einem das Herz, denn sein Leben geht in diesem Moment zu Ende. Und deshalb versuche ich, mein Leben zu leben, ohne etwas zu bereuen. Und wenn ich den Eindruck habe, ich könnte es bereuen, etwas nicht zu tun, dann tu ich es erst recht. (lacht) Das ist auch der Grund, weshalb ich Schauspieler geworden bin. Denn ich wusste, ich würde es bereuen, keiner zu werden.

 

Mia: Ich mag an CRIMSON PEAK, dass es die Geschichte einer jungen Frau ist, die am Anfang noch sehr empfindlich und aufgeregt ist, die Angst hat, mit der Situation nicht zurechtzukommen. Sie ist sehr naiv und lässt sich überstürzt auf diese Romanze ein, ohne so recht zu wissen, was sie da tut. Aber dann entdeckt sie nach und nach, dass sie auch andere Seiten an sich hat. Für sie wird es zur Aufgabe, sich zusammenzureißen und zu einer mutigen Erwachsenen zu werden, um dieser beklemmenden Situation entfliehen zu können. Beim Bereuen geht es immer darum, wer du bist, wo du hinwillst und wie du bekommst, was du dir wünschst.

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