Die neue Online-Rubrik von Simon Greichgauer
Guten Morgen, Abend oder Mittag, schon ein paar kleine Spiele für die schon etwas wärmere Zeit des Jahres im Gepäck? Bei so vielen Veröffentlichungen rutschen ja immer gerne ein paar Highlights durchs popkulturelle Sieb. Schnappen Sie sich also gerne einen Tee/Kaffee Ihrer Wahl, machen Sie es sich gemütlich, und probieren Sie ein paar der folgenden kleinen Spiele-Highlights des noch jungen Jahres aus.
PLANET OF LANA 2

Vier Jahre nach dem bereits wundervollen ersten Teil erzählt PLANET OF LANA 2 die Geschichte der titelgebenden Heldin weiter. So vertiefen sich nicht nur die Welt und Figuren auf logische Weise, sondern das Spiel schafft es auch, den bereits sehr abwechslungsreichen Soundtrack des Vorgängers zu übertreffen. Generell handelt es sich hier um einen Nachfolger in einer Konsequenz, wie man sie nur selten bekommt. Nahtlos wird die Geschichte so weitererzählt, als hätte man beide Teile gleichzeitig entwickelt, so bleibt die Handschrift exakt die gleiche.
Auch beim zweiten Teil handelt es sich um einen Narrative-Plattformer mit vielen interessanten Rätseln, die sich komplett um das Zusammenspiel von Lana und ihrem Katzenwesen Mio drehen.

Denn auch auf der Gameplay-Ebene sorgen viele intelligente Entscheidungen dafür, dass das Konzept des Vorgängers stringent erweitert wird. So gesellen sich diesmal andere kleine Tiere abseits von Mio mit besonderen Eigenschaften zum Rätselmix und sorgen so für Abwechslung.
Wer den bereits starken Vorgänger gespielt hat, bekommt mit PLANET OF LANA 2 eine sehr gelungene Fortsetzung, die die Mischung aus Ghibli und STAR WARS berührend weitererzählt.
Berührender Narrative-Plattfomer
POKERNIGHT AT THE INVENTORY

Sehr aus dem Nichts kommt ein Remaster des 2010er-Kulthits POKERNIGHT AT THE INVENTORY und erinnert daran, dass es eigentlich jährlich eines dieser Spiele geben sollte.
So ist das Remaster vor allem optisch behutsam aufpoliert worden, höhere Auflösung und überarbeitete Charaktermodelle inklusive. Ein neu gemasteter Soundtrack und alle Inhalte der vorherigen Editionen runden das gelungene Gesamtbild ab.
Die interessantesten Aspekte sind jedoch das Spiel selbst und die zeitliche Verortung der Charaktere, die uns dort am Pokertisch begrüßen.
Der Heavy aus TEAM FORTRESS 2 und Max aus SAM UND MAX sowie Strongman und Tycho sorgen dafür, dass wir hier beinahe eine Zeitreise in eine digitale Welt vor 15 Jahren unternehmen. Diese Besetzung in dieser Form wäre so tatsächlich nur 2010 möglich gewesen. Humor und Wortwechsel inklusive.

Und genau das macht den Reiz dieses Remasters aus. Denn es wird schlicht und einfach nur gepokert. Tiefer wird das Gameplay hier nicht, es geht darum, mit vier einzigartigen Charakteren zu pokern und so ihre Persönlichkeiten und Beziehungen untereinander kennenzulernen. Ein klares und unerschütterliches Spielprinzip. Nächstes Mal gerne mit Figuren aus CLAIR OBSCUR und DEATH STRANDING?
Verdammt charmantes Poker-Remaster
LOVE ETERNAL

Mit LOVE ETERNAL steht uns ein sogenannter High-Precision-Plattformer ins Haus. Ganz nach den Vorbildern CELESTE und VVVVV gilt es, durch enorm schwere Bildschirme zu navigieren, Herausforderungen zu meistern und so nach circa 900 Toden eventuell einen Abspann zu erleben, der diesen Namen auch verdient.
Im Hintergrund dieser zentralen Ebene des Plattformings erleben wir eine kryptische Geschichte rund um Schuld, die Dunkelheit in uns und wie wir vielleicht lernen können, damit umzugehen.

So begibt sich Hauptfigur Maya immer tiefer in die Abgründe ihrer Familie und ihrer selbst. Stilsicher in schicke Pixel-Art verpackt und mit minimalistischem Soundtrack unterlegt, hüpfen und sterben und hüpfen und sterben und hüpfen und sterben wir immer und immer wieder. Dass dabei diese Art des Gameplays sehr gut zur erzählten Geschichte passt, ist dann die kleine Kirsche auf der Herausforderungshaube.
Unterm Strich ist LOVE ETERNAL ein gnadenloser Höllentrip, der sich genauso gnadenlos spielt, wie er sich erzählt.
Kompromissloser Plattformer über starke Themen

