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DEADLINE präsentiert: DIE PAN-KURZGESCHICHTE Januar/Februar 2026

Das wunderbar vielfältige und breite Genre der Phantastik hat auch im deutschsprachigen Raum viel zu bieten. Sei es im Film, im Comic, im illustrativen Bereich und natürlich auch in seiner literarischen Form.

Das PAN – Phantastik Autor*innen Netzwerkunterstützt Autor:innen, bietet Networking, Support rund ums Schreiben und vergibt seit 2021 Arbeits-Stipendien. Die beliebte Aktion „PAN-Kurzgeschichte“ soll einem breiten Publikum deutschsprachige Phantastik näherbringen – und Lust auf mehr machen. Als Kooperationspartner von PAN präsentieren wir euch seit Mai 2024 kurzen phantastischen Lesestoff. Alle zwei Monate eine andere Geschichte. In voller Länge. Hier auf unserer Website. 

Die elfte Story stammt aus der Anthologie BESTIAE MENTIS: DIE WESEN HINTER DEN GESCHICHTEN, in der Schreibende in selbstverständlich ausnahmslos wahren Geschichten von den Wesen berichten, die sich in ihrem Kopf eingenistet haben und sie zum Schreiben zwingen.

MONSTER IM SCHRANK

von Vincent Voss

Jesse folgte der im Wind wirbelnden Papiertüte und lachte. Auf der Tüte lachte ein Gesicht zurück. Mit einer roten Nase und lustigen Haaren. Dem Gesicht wurde ganz schwindelig, wie es sich mit einigen bunten Herbstblättern drehte und drehte.

Ui, Jesse! Ui, Jesse!“, sagte es bei jeder Drehung und lachte Jesse zu. Es hatte eine beruhigende tiefe Stimme, fast so schön wie die von Papa.

Jesse lief der Tüte hinterher, fiel hin. Das passierte ihm noch manchmal beim Laufen, aber jetzt weinte er nicht mehr so oft, wenn er hinfiel. Dennoch drehte er sich zu Mama und Papa, um zu schauen, ob sie seinen Sturz und das lachende, fliegende Gesicht auch gesehen hatten. Aber Mama und Papa unterhielten sich mit anderen Mamas und Papas, die sie im Park getroffen hatten. Jesse blieb stehen und dachte nach. Er war schon sehr weit entfernt von seinen Eltern, winkte ihnen zu. Sorge nistete sich in seine kleine Seele ein.

Ui, Jesse!“ Nun tanzte das Gesicht direkt vor seinen Augen herum. „Ui, ui, ui!“ Das Gesicht drehte sich mehrmals um sich selbst und flog mit etlichen Blättern hoch, bis fast in die Wipfel der Bäume und in die Sonne hinein. Dann sank es wieder hinab, hatte sich dabei aber von Jesse entfernt. „Jesse, ui!“, rief es ihm zu.

Jesse lachte und lief los. Lief zwischen großen Bäumen hindurch, durch Sträucher, die an ihm zerrten, ihn festhalten wollten, stolperte über eine Wurzel, aber das Gesicht, sein Freund, machte Jesse so viel Spaß Jesse, sodass es sich lohnte, aufzustehen und ihm nachzulaufen. Jesse fiel wieder und wieder hin, weil er noch nicht so gut laufen konnte. Daher krabbelte er manchmal, wenn zu schwierig wurde. Aber dann ging es bergab, er lief und er lachte, als er immer schneller wurde und dann … hielt er an.

Sein Freund schwebte über dem Wasser, in dem die lustigen Vögel lebten, die Jesse manchmal füttern durfte. Aber einmal hatte Papa ganz laut mit ihm geschimpft, nämlich, als er zu nahe an das Wasser gegangen war. Und genau dort lachte ihm sein Freund zu, tanzte und drehte sich mit nur noch ganz wenigen Blättern. Jesse lachte und machte einen weiteren Schritt auf das Gesicht zu.

William Warren, Horror- und Bestsellerautor, lässt den Stift fallen und übergibt sich in den Papierkorb neben seinem Schreibtisch. Er zittert, friert und schwitzt zugleich.

„William? Ist alles in Ordnung?“, ruft Jessica, seine Frau, von unten.

„Ja. Nein. Ich glaube, ich habe etwas Verdorbenes gegessen.“ Das ist eine Lüge. Er kann die Papiertüte mit dem lustigen Gesicht nicht ertragen. Ui, Jesse. Er muss erneut würgen, aber dieses Mal kontrolliert er es, kann seinen Mageninhalt bei sich behalten. „Irgendetwas stimmt nicht mit dir“, flüstert er und schüttelt den Kopf. Zwei Wochen noch, dann hat er endlich seinen ersten Termin bei einer Psychotherapeutin.

Ein Junge, vielleicht 10 oder 11 Jahre alt, führt eine Papiertüte an einer Leine mit sich. Dort, wo er entlanggeht, ist es dunkel. Dunkler als die schwärzeste Tinte, dunkler als die wolkenverhangenste Nacht. Und dennoch leuchten der Junge und die Tüte (von sich aus), es sieht aus, als seien sie auf einem schwarzen Hintergrund gemalt worden. Man hört es tropfen. Wie in einer Höhle. Der Junge ist bleich. Er lebt hier unten in einem Schrank mit unzähligen unsagbar furchtbaren Monstern. Eines davon ist die Papiertüte mit dem lustigen Gesicht, die der Junge jetzt zum Schrank führt. Der Schrank leuchtet ebenfalls an diesem Ort. Er steht etwas schief und eine seiner beiden Türen steht offen und atmet tiefste Schwärze aus. Es wirkt, als würde sich etwas in dem Schrank verstecken, als würde dort etwas lauern. Und das tut es auch.

Der Junge ist nicht gerne an diesem Ort, man sieht es ihm an. Vor jedem Schritt auf den Schrank zu hat er große Angst, vor Schmerzen verzieht er sein Gesicht. Etwas bewegt sich im Schrank, bewegt den Schrank, taucht kurz im Spalt auf und verschwindet wieder. Der Junge legt eine Hand auf den Türknauf, zieht sie so weit auf, dass er in den Schrank hineinschlüpfen kann, und zerrt das lustige Gesicht mit sich hinein. Er zieht die Tür hinter sich zu, sie bleibt jedoch einen kleinen Spalt offen.

„Herr Warren, woher nehmen Sie Ihre Ideen?“ Was ist es, das Sie inspiriert?“

William atmet geräuschvoll ein, sieht über die Köpfe der Anwesenden hinweg, ehe er antwortet. Er hat diese Frage schon oft auf Fragerunden während Buchmessen gestellt bekommen, dennoch ist es nicht einfach für ihn, fern jeder Routine, weil er sie für sich nicht eindeutig beantworten kann. Er erzählt von kleinen Dingen aus dem Alltag, die dann in ihm reifen, von der inneren Prüfung, ob einzelne Szenen Stoff für eine Kurzgeschichte, eine Novelle oder sogar einen Roman bieten, dann verschlägt es ihm die Sprache, als er einen blassen Jungen von vielleicht 10 oder 11 Jahren im Publikum sitzen sieht, der eine fliegende Papiertüte mit einem lustigen Gesicht an einem Band festhält. Der Junge sieht krank aus. Krank und ängstlich, vielleicht sogar krank vor Angst, aber was William noch mehr aus der Fassung bringt, ist dieses lustige Gesicht. Genau so hat er es sich für einen Romanbeginn vorgestellt. Der liebe Freund, der den Jungen Jesse schließlich in den Tod führt. Die Papiertüte, die ihm, warum auch immer, selbst Angst bereitet.

„Mister Warren, ist alles in Ordnung?“, fragt ihn Sophia, die Moderatorin der Talkrunde.

Er nimmt einen Schluck Wasser, schließt die Augen, öffnet sie wieder und … sein Wunsch erfüllt sich: Der Junge mit der fliegenden Papiertüte sitzt nicht mehr im Publikum.

„Ja, klar. Ich sehe es so, dass alle Schreibenden auch eigene Monster in einem Schrank irgendwo in ihrem finstersten Unbewussten versteckt halten“, antwortet er.

„William, Sie schweigen und ich verdiene gutes Geld damit. Darüber beschwere ich mich nicht, es ist schließlich Ihr Geld, aber ernsthaft? Ist das wirklich, was Sie wollen?“ Linda, seine Psychotherapeutin, hat Recht, er verweigert sich. Er liegt auf ihrem Behandlungssofa, starrt auf die Skyline der Stadt, auf den beginnenden Herbst und schweigt.

„Wie ich schon sagte, die Stoffe, die ich schreibe, bereiten mir zusehends Unbehagen. Sie ängstigen mich, erzeugen manchmal sogar Ekel in mir.“

„Ja, das sagten Sie. Und auch, dass Sie nichts Anderes schreiben können und wollen. Aber ich habe Sie gefragt, ob Sie sich vorstellen können, warum das aktuell so ist?“

William seufzt und verfällt erneut in grüblerisches Schweigen. „Es ist … es geht mir jetzt irgendwie näher als sonst.“

„Wissen Sie, woran Sie das festmachen können?“

„Na ja, ich musste mich letztens beim Prolog meines neuen Romans übergeben.“

„Worum geht es in Ihrem neuen Roman?“

„Horror.“ Er lacht trocken. „Es ist ein Coming-of-Age-Roman. Mein erster. Sonst waren meine Figuren älter.“

„Und der Prolog? Was passiert dort, dass Sie sich übergeben mussten?“

Er zuckt mit den Schultern. „Ein kleiner Junge ertrinkt. Jesse. Höchstens etwas über ein Jahr alt.“ Er umreißt in wenigen Sätzen die Handlung.

„Wie viel von Ihnen steckt in den Figuren, in der Handlung?“, will Linda wissen.

Wieder lacht er. „Na ja, immer etwas. Man kann ja gar nicht außerhalb seines Selbst schreiben. Aber, wenn meine Figuren Sex miteinander haben, dann bin das nicht ich.“ Er wechselt die Liegeposition, reibt sich die Schläfen.

„Wie kommen Sie jetzt auf Sex, William?“

„Weil ich das häufig gefragt werde, wenn es etwas geselliger ist. Komischerweise machen das die Leute daran am ehesten fest, sehen am ehesten mich.“

Linda macht sich eine Notiz.

„Vielleicht ist es dieses Mal mehr, vielleicht ist es dieses Mal näher, mehr meine eigenen Erinnerungen an meine Kindheit“, sagt er, sinnt dieser Aussagenach. Woher kenne ich diesen Jungen?, fragt er sich völlig unvermittelt und versucht den Gedanken wieder zu verdrängen.

„Wie sind Sie eigentlich aufgewachsen, William?“

William winkt ab. „Normal, würde ich sagen. Ich war ein Einzelkind, mein Vater war als Vertriebler viel unterwegs, meine Mutter …“

„William?“

William starrt den blassen Jungen an, der neben Linda steht und ihn ansieht. Langsam, ganz langsam schüttelt der Junge den Kopf und löst sich dabei vor Williams Augen in Luft auf.

„Sagen Sie, haben Sie starke Medikamente? Ich glaube, ich sehe gerade Gespenster.“

Linda schüttelt den Kopf, ein Summen ertönt, sie sieht zur Uhr. „Ich kann Ihnen nur ein Rezept verschreiben, und über die Gespenster reden wir dann in der nächsten Sitzung.“

„William? Bist du da?“, ruft Jessica ins Haus hinein. Auf dem Wohnzimmertisch steht eine Schüssel Nudeln mit Sauce. Unangetastet, daneben Williams Schreibblock und sein Stift.

„Wo ist Papa?“, fragt Wendy. Sie klingt ängstlich, hat schon immer feine Antennen für Stimmungen gehabt.

„William?“ Lauter jetzt. „Vielleicht schläft Papa irgendwo“, beruhigt sie Wendy.

„Hier! Ich bin hier unten im Keller!“ Seine Antwort klingt gequält, beinahe weinerlich. Jessica stutzt.

„Trag doch schon mal die Sachen hinein, Liebes. Ich geh mal runter zu Papa in den Keller.“

„Was macht Papa da?“

Jessica zuckt mit der Schulter. Sie weiß es nicht. Er ist eigentlich nie im Keller, sondern nur in seinem Schreibzimmer oder im Wohnzimmer. Der Keller hat William nie interessiert.

„Bestimmt … sucht er da was. Ich helfe ihm kurz.“ Sie drückt ihrer Tochter eine Tasche in die Hand und schiebt sie zur Anrichte in die Küche.

„Was machst du denn da unten?“, fragt Jessica auffällig fröhlich. Sie läuft die Treppe hinunter und sieht das Licht der alten Stehlampe in ihrem Abstellraum matt in den Flur scheinen. Sie wundert sich. Was macht er da? Hier bewahren sie ihre alten Sachen auf. Von frühester Kindheit bis zum Studium. Oft haben sie hier gestanden, entschlossen, sich von den ganzen Erinnerungen zu trennen, und jedes Mal haben sie es am Ende nicht über das Herz bringen können.

„William?“ Sie fragt leise, als würde sie einen Schlafenden ansprechen, den sie sanft wecken will.

„Ja.“ Ein Schluchzen.

Sie sieht ihn auf dem Sofa sitzen, mehrere Kisten Erinnerungen auf dem Tisch gestapelt und zahlreiche Fotos aus Kindheitstagen ausgebreitet.

„Ist … ist Liz gestorben?“ Sie meint Williams Mutter.

William schluchzt wieder, schüttelt den Kopf. „Nein.“

„Aber was ist dann passiert, Schatz?“, will sie wissen, setzt sich neben ihn und nimmt ihn in den Arm, was er mit sich geschehen lässt. Sie spürt, wie sein Körper von Krämpfen geschüttelt wird, er holt Luft, versucht sich zu beruhigen, deutet mit beiden Händen auf die Kartons, auf die Fotos, schluchzt wieder.

„William, ganz ruhig! Was ist denn?“

Er hebt den Kopf, sieht sie an. „Jessica. Ich weiß nicht, wer ich bin. Wer ich als Kind war. Ich glaube, damals ist irgendwas passiert, das mir heute richtig Angst macht.“

„Okay. Okay. Alles wird gut, William. Wir schaffen das“, tröstet sie ihn, sie legt seinen Kopf an ihre Brust und streichelt über sein Haar.

William sieht zu dem Jungen, der bei den Kisten steht. Er sieht genauso skeptisch aus, wie William sich fühlt.

Es ist Zeit. Das weiß der Junge. Lange hat sich im Schrank etwas geregt, ist etwas entstanden, das Williams Gedanken geboren haben, und jetzt ist es so weit, es aus dem Schrank zu holen – die Wasserhexe. Sie ist ein Monster aus dem inneren Kreis, ein wirklich böses Monster, weil sie Kindern ganz böse Dinge antut. Der Junge weiß das. Er weiß das ganz sicher und deshalb weint er, als er zum Schrank geht, deshalb zittern seine Beine, deshalb musss er aufpassen, dass er nicht in die Hose macht, so groß ist seine Angst. Er riecht sie, hört sie, ja, er schmeckt sie sogar auf der Zunge. Er mag nicht nach dem Türknauf greifen, aber er muss. Muss! Er sieht seine Hand, wie sie zittert, wie sie sich dem abgenutzten, ziselierten Messingknauf nähert und schreit auf, als ihn eine aufgedunsene Hand mit schwarzen Fingernägeln packt, die Schranktür auffliegt und die Wasserhexe hinauswankt. Ihn umarmt, ihn küsst. Jetzt schmeckt er sie wirklich. Ihre Fäule, den Moder, die Äonen, die sie zu lange im dunklen Wasser verwest ist. Er weint, muss es, muss sie ertragen und drückt sie unter Aufbietung seines gesamten Mutes von sich, nimmt sie an ihrer kalten, feuchten Hand und führt sie mit sich. Nur er kennt den Weg. Den Weg zu William Warren, um die beiden zu vermählen.

Vor der Uferböschung sprangen die vier Freunde von ihren Fahrrädern. Rannten zu dem Wall mit den Brombeerbüschen, wo Lucy Chris geküsst hatte. Immer, wenn Chris sich daran erinnerte, was oft vorkam, spürte er das, was die Erwachsenen Schmetterlinge im Bauch nannten. Jetzt erinnerte er sich allerdings an den kleinen Jesse, mit dessen Verschwinden alles begonnen hatte und das Unglück über die kleine Stadt Eden Lake gekommen war.

„Er ist immer noch irgendwo da unten“, flüsterte Kyle und musste seine Tränen zurückhalten.

„Spürst du ihn?“, fragte Lucy und legte ihm eine Hand auf die Schulter.

„Ja. Ihm ist kalt und er ist einsam. Er vermisst seine Eltern so sehr“, schluchzte Kyle. Seine Gabe, mit den verschwundenen Kindern in Kontakt treten zu können, zermürbte ihn.

Tammy bot ihm eine Zigarette an, die sie von ihrer großen Schwester geklaut hatte, und Kyle nahm sie. Sie alle nahmen eine Marlboro und rauchten, während sie den See in der Dämmerung aus ihrem Versteck beobachteten. Jetzt galt es, der Wasserhexe den Kampf anzusagen!

„Okay, lasst uns die Ausrüstung überprüfen“, sagte Chris und sie sammelten ihre Rucksäcke und Taschen ein. „Wir haben nur eine Chance, der Hexe eine Falle zu stellen. Wenn das nicht klappt …“ Er beendet den Satz nicht, aber es war klar, dass es dann einen von ihnen, den Köder, erwischen würde. Er oder sie würde wie Jesse qualvoll ertrinken.

Sie legten die Seile zusammen, als sie Gelächter vom See hörten und aufblickten.

„Verdammt, das sind unsere Eltern!“, zischte Lucy und schüttelte den Kopf.

„Was … was machen die da? Die sind ja nackt!“ Kyle klang entrüstet. Und so, als sähe er seine Eltern ungern nackt.

„Und besoffen“, stellte Tammy nach einem Lachen ihrer Mutter fest.

Alle Eltern liefen kreischend nackt in den See und krönten mit dieser Aktion ihren gemeinsamen Sommercampingurlaub an Peinlichkeit. Sie schwiegen betreten, bis Kyle entsetzt die Augen aufriss.

„Sie ist erwacht!“, sagte er und meinte die Hexe. Er merkte es, weil Jesse sich da unten fürchtete.

Nur etwas später sahen sie die Zeichen. Die Wasseroberfläche kräuselte sich und sie waren sich sicher, dass sie trotz des Zwielichts sehen konnten, wie sich das Wasser verfinsterte, seine Farbe von dunkel zu tintenschwarz änderte. Sie wussten, dass die Hexe Kinder brauchte. Sie wussten aber nicht, ob sie auch Erwachsenen gefährlich werden konnte. Zumindest konnten Erwachsene die Hexe nicht sehen.

„Hoffentlich passiert ihnen nichts“, sagte Chris bange.

Kyle zuckte mit den Schultern, sein Verhältnis zu seinen Eltern war nicht das Beste.

Ihre Eltern waren in den See gelaufen, bespritzten sich jetzt gegenseitig unter lautem Lachen mit Wasser und rangelten miteinander.

„Sie bekommen nichts mit“, flüsterte Tammy und deutete auf das schwarze Wasser, in dem ihre Eltern ausgelassen Spaß hatten.

Lucys Vater hob Kyles Mutter in die Luft und warf sie ins Wasser. Für die Kinder fühlte es sich irgendwie klebrig an.

„Das … das Wasser dringt in sie ein! Seht ihr das? Die Hexe will, dass sie das Seewasser schlucken!“, stellte Chris fest. Er wol

Williams Schreibhand beginnt unkontrolliert zu zucken und zu krampfen. Klebrig. Wie ist er auf dieses Wort gekommen? Und warum hängt es ihm so nach? Ohne einen für ihn ersichtlichen Grund beginnt er zu weinen.

„Warum?“, schluchzt er leise. Er will nicht gehört werden, will nicht wieder Aufmerksamkeit bekommen. Er fühlt sich schon verrückt genug.

Vorsichtig hebt er den Blick und sieht nach, ob er den kleinen Jungen wieder erkennt. Der kleine Junge ist nicht da. Lake Eden. Er erinnert sich ganz, ganz dunkel daran, dass sie auch einmal an einem See waren. Mit Freunden und Onkels und Tanten. Komisch. Er kann sich fast überhaupt nicht an Details erinnern. Aber jetzt, wo er den Hauch einer Erinnerung zu fassen bekommen hat, lauscht er in sich hinein. Und muss feststellen, dass es genau diese fragmentarische Erinnerung ist, die er als klebrig empfindet. Er wird es bei der nächsten Sitzung bei Linda ansprechen.

„Ist Ihnen Ihr Gespenst noch einmal erschienen, William? Vertragen Sie die Medikamente gut?“

William liegt entspannt auf der Couch und mustert misstrauisch die beiden Gläser Wasser auf dem Tisch zwischen ihnen..

„Nein, danach nicht mehr. Scheint so, als würden die Tabletten wirken, aber dennoch fühle ich mich nicht gut, setzt mir das Schreiben zu.“ Er nickt bestätigend. „Es fühlt sich irgendwie klebrig an.“

„Klebrig?“

„Ja, klebrig.“

„Was genau meinen Sie mit klebrig?“

Er lacht. „Das haben meine Kinder gesagt. Meine jugendlichen Protagonisten, als sie ihre Eltern beim Feiern und Nacktbaden in einem See beobachten.“

„Aha.“ Linda schreibt etwas in ihr Notizbuch. „Ist es zu sexuellen Handlungen gekommen?“

„Was?“

„Ich meine unter den Eltern. Haben Ihre Figuren die Erwachsenen beim Sex beobachtet?“

„Nein!“ William schüttelt entrüstet den Kopf, denkt sich in die Szene zurück.

„Ich denke, das könnte klebrig meinen. Haben Sie dabei an Sex gedacht?“

„Ich …“ William zögert, überlegt. „Na ja, irgendwie vielleicht schon. Immerhin hebt ein Vater eine der Mütter hoch und wirft sie in das Wasser. Das ist schon etwas …“

„Distanzlos? Anrüchig? Zumal sie ja nackt sind, oder?“

„Irgendwie schon, ja. Aber das ist mir in dem Moment gar nicht in den Sinn gekommen.“

„Ihnen nicht, aber vielleicht Ihrem Unbewussten. Haben Sie Ihre Eltern einmal so ausgelassen erlebt, William? Erleben müssen?“

„Das glaube ich nicht. Aber ich erinnere mich fast gar nicht an einen Ausflug zu einem See. Ein Campingurlaub, wie ihn die Familien in meinem Buch an den fiktiven Lake Eden unternehmen. Ich weiß, wir haben auch so einen Urlaub gemacht, aber glauben Sie mir, Linda, ich kann mich fast an nichts erinnern. Nur, dass wir ihn gemacht haben.“ Ihre Blicke treffen sich und Linda sieht ihn nachdenklich an.

„Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihren Eltern? Als ich Sie in der letzten Sitzung nach Ihrer Kindheit gefragt hatte, haben Sie plötzlich ein Gespenst gesehen.“

„Das verstehe ich gut.“ Er sieht sich kurz nach dem Jungen um, aber der Junge ist nicht da. „Ich würde sagen, ich war ein ganz normales Einzelkind, vielleicht etwas überversorgt. Meine Mutter hat immer gesagt, ich hätte eine enorme Fantasie – ich habe mir immer Geschichten ausgedacht.“ William schmunzelt, als er sich daran erinnert.

„Und Ihr Vater?“

„Er war selten zu Hause. Er war so eine Art Vertreter, hat sich selbst aber immer Vertriebler genannt. Er hat Heizungsanlagen verkauft.“

„Leben Ihre Eltern noch?“

„Meine Mutter. Mein Vater ist schon vor über 10 Jahren gestorben. Herzinfarkt.“

„Das tut mir leid. Und dann haben Sie also damals einen Familienurlaub gemacht und können sich so gar nicht daran erinnern?“

„Na ja, an den See schon. Aber an den Rest nicht.“

„Interessant, finden Sie nicht?“

William antwortet nicht, hat die Augen geschlossen und stellt sich den See vor. Die Imagination stimmt eins zu eins mit dem Lake Eden aus seinem aktuellen Buch überein. Und die Szene mit den Jugendlichen? Und die mit den Erwachsenen? Hat er etwas Ähnliches erlebt? Er versucht wirklich, sich zu erinnern, aber es ist nur der See da.

Sie lässt ihm Zeit. Sie schweigen gemeinsam. So lange, bis William mit geschlossenen Augen weint, ihm Tränen die Wangen entlanglaufen und sein Körper bebt. Linda rückt näher zu ihm heran, nimmt seine Hand, reicht ihm Taschentücher und steht ihm in seiner Verzweiflung bei.

„Ich weiß nicht, wer ich als Kind war, Linda. Ich weiß es einfach nicht!“

Sie nickt. „Aber ich glaube, ich weiß, wer Sie als Kind waren, William.“

Er starrt sie mit offenem Mund an. Versteht sie nicht.

„Ich glaube, Sie sind der kleine Jesse, William. Und irgendwer hat sie metaphorisch ertränkt oder ertrinken lassen. Vielleicht sollten wir das herausfinden. Sie könnten bis zum nächsten Mal Ihre Mutter nach dem Familienurlaub fragen. Vielleicht gibt es Fotos und doch gemeinsam Erinnerungen. Für heute aber ist unsere Sitzung beendet. Es war anstrengend genug für Sie.“

Ich bin Jesse. Dieser Gedanke beschäftigt William, als er im Keller nach alten Kindheitsfotos genau von diesem besagten Familienurlaub sucht. Er ist verzweifelt und glaubt beinahe, sein Gedächtnis würde ihm einen Streich spielen, aber dann findet er eine Fototasche mit zahlreichen Bildern aus der Schule, beim Minigolf und eben ein Foto von seinem Lake Eden. Auf der Rückseite sieht er das Datum: August 1984. Da ist er 12 Jahre alt gewesen.

Es wundert ihn, dass es keine anderen Bilder von ihrem Urlaub gibt. Wenn er die Augen schließt, kann er den Geruch von Sonnencreme und Pommes wahrnehmen und hört Kinder laut lachen. Und er muss an ein Fahrrad denken und einen Berg, den er runterfährt. Richtig! Es gab eine Hügelkette und die Straße führt hinunter zum See. Dann wird es klebrig.

Er öffnet die Augen und ist angewidert. Er kann nicht sagen, warum. Er steckt das Foto zurück in die Papiertasche und findet, dass in dieser Tasche zu wenig Bilder stecken. Normalerweise hat man mindestens 24 Bilder in so einem Umschlag, hier sind es nicht einmal 10. Aber in einer Seitenlasche stecken immerhin die Negative des Films. Er zieht sie hervor, rückt unter den Lichtkegel und … hat Recht behalten. Da sind sie doch. Mom (klebrig), Dad (klebrig), Onkel Allan mit Tante Susan und Onkel Rich und Tante Beth, Freunde seiner Mom, die er aber Onkel und Tante nennen sollte. Und allesamt sind sie klebrig und er schwitzt und zittert und kann nicht genau sagen, warum. Er wird deswegen/dazu heute Abend seine Mutter befragen, entscheidet er sich.

„Grüß sie schön“, sagt Jessica und schließt die Tür zu seinem Arbeitszimmer hinter sich. Auf seinem Schreibtisch liegen die Fotos und warum auch immer, der Anruf steht ihm bevor. Er hat wenig Kontakt zu seiner Mutter und hat bisher immer das Gefühl gehabt, es wäre deswegen, weil sie beide so beschäftigt sind. Mittlerweile hat er Zweifel. Er schluckt trocken, startet den Videocall.

„Willi! Das ist aber eine Überraschung!“ Seine Mutter sitzt in ihrem Schlafzimmer in ihrem Haus in Albuquerque an ihrem Schminktisch. Im Hintergrund steht ihr wuchtiger Kleiderschrank, den William nie gemocht hat. Er steht etwas schief und eine der beiden Türen lässt sich schwer schließen.

„Hi, Mom.“ William winkt ihr zu, seine Mutter erwidert die Geste.

„Wie kommst du mit deinem neuen Buch voran? Wie geht es Jessica und den Kindern?“

„Gut.“ Er fragt nicht nach, wie es ihr geht, weil sie sich sonst in allgemeinen Themen verliert. Seine Mutter ist eine Meisterin des Smalltalks. „Sag mal, Mom, für mein Buch recherchiere ich gerade und erinnere mich an einen See, an dem ich mit euch und Onkel Allan und Tante Susan und so war. Weißt du, welchen See ich meine?“

Seine Mom beäugt ihn. Ist sie etwa misstrauisch? Dann glättet sich ihre Miene wieder. „Ach, Willi, wir haben so viele wundervolle Ausflüge und Ferien verbracht, da kann ich mich gar nicht genau an irgendeinen See erinnern, an dem wir campiert haben.“ Sie winkt seine Frage gespielt beiläufig mit beiden Händen ab.

William beginnt ihr affektives Getue zu hassen und wundert sich über die Wucht dieses Gefühls, das in ihm kocht. „Mom, hör auf damit! Wie heißt der See?“

Sie zögert. „Es war der Lake Edmund“, antwortet sie und bei William löst der Name Unbehagen aus.

„Lake Edmund“, wiederholt er. Aus Unbehagen wird Übelkeit und er muss würgen.

Seine Mutter sieht ihn streng an. „Willi, jetzt hör auf damit! Frag doch nicht nach, wenn dir wieder schlecht davon wird!“, maßregelt sie ihn.

Er vergisst seine Übelkeit und sieht sie überrascht an. „Du meinst, ich habe das öfter gehabt?“

„Ich … weißt du, heute passt das nicht so gut mit dem Telefonieren.“

„Mom, was ist da passiert? Mit euch? Und Onkel Allan und den anderen?“ Klebrig.

„Ach, das hast du dir doch alles nur ausgedacht, Kind. Du konntest schon immer gute Geschichten ersinnen, hattest viel Fantasie. Ich muss jetzt auflegen, Willi. Ich glaube, es hat an der Tür geklingelt.“ Sie winkt ihm zum Abschied.

„Mom!“ Er will ihr weitere Fragen stellen, aber sie beugt sich vor und … in diesem Moment sieht William, wie sich hinter ihr die Schranktür von allein öffnet. In dem Spalt erkennt er das Gesicht des blassen Jungen. Und hinter dem Jungen lauert etwas. Dann hat seine Mutter den Videocall beendet.

William traut sich bis zur nächsten Sitzung bei Linda nicht zu schreiben. Er fürchtet, damit bei ihm längst vernarbte Wunden aufzureißen, dieser Coming-of-Age-Roman stößt ihn in seine eigene Kindheit zurück und die ist offenbar nicht nur glücklich gewesen.

Seine Mutter hat er häufiger versucht anzurufen, aber sie ist nicht rangegangen. Sie hat ihm eine SMS geschickt, dass sie in der kommenden Zeit etwas unpässlich ist.

„Dissoziative Amnesie, William. Das sind Erinnerungslücken, hervorgerufen durch schlimme, traumatische Erlebnisse.“

William sitzt heute auf der Couch und denkt über den Beginn ihrer Diagnose nach. „Traumatische Erlebnisse?“, fragt er nach.

Linda nickt. „Gewalterfahrungen. Kinder werden oft Opfer häuslicher Gewalt. Zum Beispiel, wenn sie geschlagen werden oder miterleben müssen, dass ein Elternteil das andere verprügelt, und sie dabei hilflos zusehen müssen.“

„Mein Vater hat nie geschlagen.“ William ist sich sicher.

„Sexueller Missbrauch findet oft innerhalb der Familie statt. Auch das führt zu solch starken Verdrängungsmechanismen, dass sogar Erinnerungen an das Geschehen verkapselt werden.“

„Klebrig“, sagt William.

„Klebrig“, bestätigt Linda. „Das könnte eine Beschreibung für ein solches Geschehen sein. Ihre Beschreibung. Und durch das Schreiben haben sie sich durch eine verschüttete Schicht gearbeitet.“

„Ich … was soll ich denn jetzt machen?“

Seine Therapeutin zuckt mit den Schultern. „Ich kann Ihnen nicht sagen, warum, aber Sie haben sich unbewusst auf den Weg gemacht, Ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Jesse, der Urlaub am See, die Gespenster, die Sie sehen.“

„Ein Gespenst“, wirft er ein. „Ein blasser Junge.“ Linda nickt und überlegt. „Wissen Sie was? Vielleicht sind Sie auch gar nicht Jesse, sondern der blasse Junge. Hat der Junge Angst? Was meinen Sie?“

„Ja. Er sieht furchtbar ängstlich aus.“

„Tja, das könnte auch passen. Wissen Sie, egal, was passiert ist, Kinder und Jugendliche denken immer, sie hätten eine Schuld an dem, was ihnen angetan wurde. Das macht es noch viel schlimmer, als es eh schon ist. Ich nenne Ihnen Ihre Möglichkeiten und Sie entscheiden dann. Entweder Ihre Mutter zeigt sich kooperativ und sagt, was passiert ist, und entschuldigt sich bestenfalls. Das wäre der schnellste und auch heilsamste Prozess –“

„Das wird nicht passieren!“ William schüttelt energisch den Kopf.

„Schade. Dann bleiben zwei Optionen und beides geht zusammen: Eine Therapie machen Sie schon, aber es wird für Sie ein schmerzhafter Weg werden, den Sie beschreiten, glauben Sie mir. Und …“ Sie fügt eine Pause ein und hebt die Augenbrauen. „… Sie sollten darüber schreiben. Stellen Sie sich Ihren Abgründen. Und wenn Sie es vielleicht erst einmal nur für sich und nicht für ein Publikum schreiben. Lernen Sie den blassen Jungen kennen und helfen Sie ihm!“

Es bedarf einer halben Flasche Rum, um William in seine Geschichte zu bringen. Und das, wo er eigentlich nicht trinkt, aber er glaubt, nur so würde es gehen. Zum Kern seiner Geschichte. Die Papiertüte mit dem lustigen Gesicht. Die gibt es immer noch, stellt er fest. Bei Happy Burger an der Interstate. Die Wasserhexe … seine Mutter. Trinkfreudig. Klebrig.

Wie er beobachtet, dass sie nacheinander mit Onkel Allan und Onkel Rich am Seeufer Sex hat. Wie sie sieht, dass er sie beobachtet, und ihn später auch zum See mitnimmt, um ihn dort zu verführen. Das lustige Gesicht neben ihm im Gras. Eine Papiertüte von Happy Burger. Klebrig. So klebrig.

Später sein Versteck im Schrank. Wenn sie betrunken ist und Vater fort. Und sie ihn sucht, um mit ihm zu tanzen und ihm küssen beizubringen, wie sie sagt. Richtig küssen. Mit Zunge. Wie er im Schrank zwischen ihren Sachen hockt, sie riecht, riechen muss und sich wieder und wieder fast übergeben muss.

Er schreibt. Und weint und schreit dabei. Kann den Stift nicht loslassen und schreibt sich aus diesem furchtbaren Schrank heraus, nimmt Wut, Trauer und Hilfslosigkeit mit und … den kleinen, blassen Jungen, der seine Hand ergreift und mit ihm aus dem Schrank aus der Dunkelheit geht. Er ist endlich frei. Sie sind frei. Dann vier Buchstaben. ENDE. Sein bestes Buch, würde er meinen. Der Junge legt den Kopf an seine Brust, William spürt den Druck, das Schluchzen und lässt los. Endlich.

NEWS: Der Bestseller-Autor William Warren ist vor drei Tagen an einem Herzinfarkt gestorben, wie seine Agentur mitteilte. 

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BESTIAE MENTIS

Herausgeber: Christina Löw & Stefan Cernohuby

226 Seiten

ISBN: 978-3-96815-066-6

Erstveröffentlichung: Oktober 2023

Verlag: Edition Roter Drache

Mehr Infos zur Anthologie und zum Verlag findet ihr hier.

 


Kurzbio des Autors der PAN-Kurzgeschichte JANUAR/FEBRUAR 2026

Nach seinem Abitur an „der grünen Schule“ hat Vincent Voss allerorts verlauten lassen, er werde Schriftsteller. Ein halbes Jahr und ca. 70 Manuskriptseiten auf einer elektronischen Schreibmaschine später hat er dann eingesehen, dass man davon nicht leben kann und erst einmal etwas Vernünftiges unternommen. Eine Reise nach Südostasien.

2008 hat Vincent Voss eher zufällig wieder mit dem Schreiben begonnen, ein Internetforum rief zu einem Schreibwettbewerb auf und seine Geschichte wurde entweder in den höchsten Tönen gelobt oder total verrissen. 2009 nahm er dann gleich an mehreren Ausschreibungen teil und die ersten Veröffentlichungen in Kurzgeschichtenbänden folgten. Mittlerweile hat er 12 Romane und 50 Kurzgeschichten in verschiedenen Verlagen und Genres veröffentlicht.

Sein kulturwissenschaftliches Studium aber mehr noch seine Tätigkeiten währenddessen als Tankwart, Aushilfe in einer Aluminiumverarbeitung, Marktverkäufer, Pflegehelfer auf einer akutpsychiatrischen Station, SAP-Logist in einem Telekommunikationsunternehmen, Call-Center-Agent, Pädagoge, Sänger einer Terrorjazzband, Altenpfleger, Bestatter, Fotografenassistent, Packer und Bodygard haben Vincent Voss zu Beobachtungen geführt, von denen er beim Schreiben zehrt.

DEADLINE präsentiert: DIE PAN-KURZGESCHICHTE Januar/Februar 2026