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DEADLINE VS. KINOSTÖRER

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Aus mehr oder minder aktuellem Anlass brennt mir etwas nicht nur unter den Nägeln, sondern auf der Seele. Neben berufsbedingten (aber nie zum Zwang verkommenen) Kinobesuchen – sei es, um auf dem Laufenden zu sein, um mitreden zu können und auch zu wollen oder ob der puren Freude am Film – versuche ich mir, so häufig ich es mir erlauben kann, Filme auch abseits ihrer Pressevorstellungen im Kino anzuschauen. Was einem da begegnet, sind nicht nur die notorischen Raschler, denen es gelingt, eine Portion Popcorn mit nicht näher zu bestimmendem Kubikmetergehalt in monotoner Regelmäßigeit so über die Lauflänge verteilt zu verspeisen, dass das Knarzen und Kracken der Maiskörner den kompletten Film begleitet. Und ich meine den kompletten (!) Film. Mag dies noch eher einem hypnotisierenden Singsang näherkommen, den man eher überhört, als dass man sich wirklich je daran gewöhnt, so ist es ein zu vernachlässigendes Kleinst-Ärgernis verglichen mit jener Marotte, die den eigentlichen Grund dieses meines Geschreibsels darstellt: dass sich Leute jedweder Zunft und religiöser Zugehörigkeit sowie jedweden Alters und Geschlechts ungeniert in Zimmerlautstärke unterhalten. Während des Films. Fortwährend. Rücksichtlos und, Verzeihung, hart, aber wahr: asozial. Vielleicht wollen sie ihre Coolness unter Beweis stellen, vielleicht langweilen sie sich, vielleicht haben sie die Quasselkrankheit, vielleicht sind sie sich dessen auch gar nicht bewusst?

 

Doch die Frage soll nicht sein, warum sie es nicht schaffen, alles rauszulassen, was sie im Traum der letzten Nacht nicht verarbeitet haben, bevor das viel zu lange Vorprogramm endet und der Film beginnt, sondern warum in drei Gottes oder Teufels Namen niemand den Schneid hat, ihnen den Mund zu verbieten. Oder, um es nicht gar so scharf zu formulieren: Es bräuchte nur jemanden, der sie nett, aber nachdrücklich darauf hinweist, dass ihr Benehmen ungebührlich ist und sie nicht alleine im Saal sind. Man braucht sich wohl kaum um seine körperliche Unversehrtheit zu sorgen, doch befürchtet manch einer womöglich Beschimpfungen, denn diese Sorte Kinobesucher ist in den meisten Fällen nicht auf den Mund gefallen. So sei es, doch soll man deswegen kapitulieren und einer störenden Minderheit den Kinosaal überlassen, über die sich jeder in unmittelbarer Nähe aufregt, aber es geschehen lässt?

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DEADLINE VS. KINOSTÖRER

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