Sind wir alleine da draußen? Es gibt immer wieder Gerüchte um außerirdisches Leben auf unserem Planeten. Doch was wäre, wenn es sie wirklich gäbe? Wären diese Informationen der Menschheit zumutbar? Oder ist es besser, den Mantel des Schweigens über all dies zu legen?

Lange haben wir auf den neuesten Film des Altmeisters gewartet. Genauer gesagt seit der hervorragenden Liebeserklärung ans Filmemachen THE FABELMANS. Dieses Mal geht es jedoch nicht in eine realistische Richtung für Spielberg, sondern er gibt sich wieder seiner Faszination für Aliens und das, was da draußen sonst noch so sein könnte, hin. E.T. – DER AUẞERIRDISCHE und UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART lassen grüßen, eine Art Rückkehr zu den Wurzeln also.

Mit den guten alten kleinen grünen Männchen wird sich hier beschäftigt. Der Faszination fürs Unbekannte, der Vertuschung der Regierung, Kornkreisen, Relikten und allem dazwischen. Doch irgendwie möchte der Funke nicht überspringen, viel mehr noch:
DISCLOSURE DAY ist nach READY PLAYER ONE der bislang schwächste Spielberg-Film. Das ist schade ob des Themas und des seltenen Umstandes eines originären Kinostoffes, aber leider verhebt sich der Film an so vielen Ecken und Enden, dass man gar nicht so genau weiß, wo man anfangen soll.

Das große zentrale Problem ist dabei die grundlegende Struktur des Films. So handelt es sich vielmehr um eine Art Roadmovie aus verschiedenen Perspektiven. Im Prinzip ein guter Aufhänger, um dem Film den nötigen Fokus zu geben. Problematisch wird es nur, wenn die grundlegende Prämisse eines Roadmovies, das Ziel, nicht vorhanden bzw. klar definiert ist. So sehen wir für eine geschlagene gute Stunde im zweiten Akt schlichtweg dabei zu, wie Charaktere, die wir kaum kennen, für ein undefiniertes Ziel und ohne ersichtlichen Grund von A nach B fahren, dann wieder von A nach C, nur um dann beinahe wieder geschnappt zu werden. Und das wiederholt sich dann nochmals.

Der Zuschauer hat dabei so extrem wenig Kontext für das, was dort passiert, dass die grundlegendsten Regeln des Drehbuchschreibens beinahe aus den Angeln gehoben werden. Die Schauspieler können dem Ganzen wenig entgegensetzen. Emily Blunt spielt hervorragend mit dem ihr gegebenen Material, Josh O’Connor wirkt jedoch beinahe verschenkt.
Ja, die üblichen Stärken des Altmeisters sind auch hier wieder durchaus vorhanden. Die Bilder sind groß und effektiv, einige Szenen nehmen sich Zeit zu wirken (eine bestimmte Verhörszene mit einem Kreuz ist mit die stärkste im Film) und die Schauspieler sind gut angeleitet. Das große Problem ist aber die Geschichte, die einfach nicht funktionieren möchte.

Das geht die ersten 15 Minuten sehr gut los, die Conclusio, das Finale, ist auch sinnhaft in Szene gesetzt und bietet Spannung. Alles dazwischen verkommt jedoch aufgrund ausbleibender Ziele und schwacher Charaktere zu einer nichtssagenden Hetzjagd durch die USA. Das ist schade, denn man merkt vielen anderen Versatzstücken an, dass da viel mehr drin gewesen wäre. (Simon Greichgauer)
Gewohnt groß inszeniert, ein schwaches Drehbuch verhindert Größeres.
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