Regie: Christopher Nolan / USA, Großbritannien, Frankreich 2017 / 106 Min.

Darsteller: Tom Hardy, Cillian Murphy, Mark Rylance, Kenneth Branagh, Harry Styles, Tom Glynn-Carney, Barry Keoghan, Fionn Whitehead, Jack Lowden, Aneurin Barnard

Produktion: Christopher Nolan, Emma Thomas

Freigabe: FSK 12

Verleih: Warner

Start: 27.07.2017

 

In einer Zeit, in der Filme immer größer und bombastischer werden und selbst auf ein junges Publikum abgestimmte Blockbuster bei ihrer Laufzeit gerne mal die Zweieinhalb-Stunden-Marke hinter sich lassen, entscheidet sich einer der prägendsten und erfolgreichsten Regisseure unserer Zeit zum mutigen – aber nur vermeintlichen – Schritt zurück.

 

DUNKIRK erzählt von 400.000 im Frühsommer 1940 in der titelgebenden nordfranzösischen Stadt gestrandeten alliierten Soldaten. Von der deutschen Wehrmacht an Land umringt, gibt es für sie nur die Rettung über den Ärmelkanal nach England. Doch Großbritannien ist mit der Situation ebenso überfordert wie von Hitlers „Blitzkrieg“ überrascht. Zudem geht auch das Gerücht um, dass die rettenden Schiffe und die sie begleitenden Flugzeuge für die nächste Schlacht geschont werden sollen, für die um Großbritannien nämlich.

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So beginnt für die erschöpften und großteils verängstigten Soldaten am Strand von Dünkirchen das zermürbende Warten, das immer wieder durch Angriffe deutscher Sturzkampfbomber gekennzeichnet ist. Doch genauso zögerlich, wie Großbritannien Kriegsgerät durch die Rettungsaktion „gefährden“ will, sind die Angriffe der überlegenen Wehrmacht keine Vorboten der totalen Vernichtung. Vielmehr sind sie eine Machtdemonstration, die den zentralen Moment der Überlegenheit Nazideutschlands kennzeichnet, bevor im Sommer des nächsten Jahres mit dem Überfall auf die Sowjetunion der langsame und grausame Fall des „Dritten Reichs“ beginnen wird.

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Zwei der wenigen Piloten, die von England geschickt werden, sind Farrier (Tom Hardy) und Collins (Jack Lowden), die den Weg von Dünkirchen zur britischen Küste aus der Luft schützen sollen. Unter den gestrandeten Soldaten finden sich mit Tommy (Fionn Whitehead) und Gibson (Aneurin Barnard) zwei Freunde in der Not, denen ihre Kompanie ebenso wie ihre Waffen mittlerweile egal sind; alles, was sie wollen, ist überleben. Dasselbe Motiv bewegt Mr. Dawson (Mark Rylance), als er mit seinem kleinen Segelschiff und zusammen mit seinem Sohn Peter (Tom Glynn-Carney) und dessen Freund George (Barry Keoghan) über den Ärmelkanal schippert, um wenigstens ein paar der auf dem Land umzingelten Soldaten nach England zu holen.