Regie und Drehbuch: Stephan Richter / Österreich 2015 / 86 Min.

Darsteller: Jack Hofer, Simon Morzé, Christopher Schärf, Andreas Lust, Rainer Wöss, Dominic Marcus Singer, Markus Schleinzer, Birgit Linauer

Produktion: Arash T. Riahi & Karin C. Berger

Freigabe: FSK 12

Verleih: Little Dream Entertainment

Start: 24.11.2016

 

Am 5. August 2009 wird ein 14-Jähriger während eines nächtlichen Einbruchs in einen Supermarkt im österreichischen Krems an der Donau von einem Polizisten erschossen. Der Vorfall bringt den Beamten, der den Todesschuss zu verantworten hat, wegen fahrlässiger Tötung für acht Monate ins Gefängnis und führt in dem Land zu einer heftigen Diskussion über die Rechtmäßigkeit des Gebrauchs von Schusswaffen. Die Forschungsstelle für Österreichisches Deutsch, die u. a. seit 1999 das österreichische Wort des Jahres ernennt, kürt in der Folge den Satz „Wer alt genug zum Einbrechen ist, ist auch alt genug zum Sterben“, mit dem Kolumnist Michael Jeannée in der Kronen Zeitung den Vorfall kommentiert, zum Unspruch des Jahres 2009.

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Diese wahre Begebenheit macht Drehbuchautor und Regisseur Stephan Richter zum Aufhänger seines Debüts EINER VON UNS. Sein Film erzählt von verschiedenen Jugendlichen, deren Lebensmittelpunkt der Supermarkt in ihrer österreichischen Heimatkleinstadt ist. Sie kaufen und klauen hier und verbringen ihre Freizeit mit Sprayen und Skaten auf dem weitläufigen Parkplatz. Der Teenager Julian (Jack Hofer) freundet sich mit dem etwas älteren Marko (Simon Morzé) an, der gerade erst aus der Haft entlassen wurde und bereits wieder die Aufmerksamkeit und den Argwohn von Marktleiter Herrn Winkler (Markus Schleinzer) und Polizist Georg (Rainer Wöss) erregt, der seine Freizeit Bier trinkend an der Imbissbude vor dem Markt verbringt. In seinem Bestreben, zu den „coolen“ Jungs dazuzugehören, sucht Julian verstärkt die Nähe und Anerkennung Markos und seines Freundes Victor (Christopher Schärf) und wird auch im Supermarkt immer öfter auffällig.

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Das wirklich Clevere an EINER VON UNS ist die Art und Weise, wie er mit dem zugrundeliegenden Vorfall umgeht und ihn filmisch aufbereitet. Es geht Richter nicht primär um den Stein des Anstoßes der Diskussion, also den umstrittenen Schusswaffengebrauch. Und mit dem aus den Nachrichten bekannten Ausgang ist es natürlich auch nicht das gespannt erwartete Ende, das seinen Film so magnetisch macht. Vielmehr widmet sich der Autorenfilmer deutlich universelleren Themen wie dem Erwachsenwerden mit all seiner Unsicherheit, Orientierungslosigkeit und dem Wunsch dazuzugehören sowie unserer modernen, von Konsum beherrschten Gesellschaft. Vor allem Letzteres klingt immer wieder an in den Totalen der übervollen Supermarktregale, dem stetigen Piepen der Kassenscanner und den Einstellungen des vor weggeworfenen Lebensmitteln überquellenden Müllcontainers.