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Greg McLean im Interview zu DAS BELKO EXPERIMENT

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DAS BELKO EXPERIMENT von Greg McLean ist ein überraschend ernster Action-Slasher mit hohem Goregehalt, der mit punktuellem Witz dafür sorgt, dass die Szenerie ihre Bedrohlichkeit behält und trotzdem nicht allzu stark in die Magengrube trifft. Zitat aus unserem Review in der DEADLINE #63: „BATTLE ROYALE war für Pussys – DAS BELKO EXPERIMENT knallt richtig!“

 

Wir trafen uns mit Regisseur Greg McLean, um uns mit ihm exklusiv und pünktlich zum Kinostart am 15.06 zu unterhalten.

 

 

DEADLINE: Ursprünglich wollte James Gunn DAS BELKO EXPERIMENT inszenieren. Wie kam der Film letztlich zu dir?

 

Greg McLean: James war lange Zeit als Regisseur vorgesehen, dann aber zu sehr damit beschäftigt, GUARDIANS OF THE GALAXY 2 zu drehen. Sein Ziel und das von Peter Safran war es dann, einen Regisseur zu finden, der das Projekt in ihrem Sinne weiterführt. Mir wurde das Drehbuch geschickt, und es hat mir sofort sehr gefallen. Ich wollte den Film unbedingt machen. Besonders die Verrücktheit des Skripts gefiel mir. Danach habe ich mit James telefoniert und ihm meine Vision von BELKO präsentiert. Glücklicherweise hat sie ihm gefallen.

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DEADLINE: Wie kam James auf die Idee, dich zu fragen, ob du Lust hättest, DAS BELKO EXPERIMENT zu machen?

 

McLean: Er hatte WOLF CREEK gesehen, einen meiner früheren Filme. Er erinnerte sich an den Realismus und die Atmosphäre des Films, die offenbar recht stark mit seiner eigenen Vision von DAS BELKO EXPERIMENT übereinstimmten. Ihm war wichtig, einen Regisseur zu haben, der alles möglichst realistisch aussehen lassen möchte, was aber seiner Meinung nach nicht jedem Regisseur bei einem vermeintlich unrealistischen Ausgangsszenario gelingen würde.

 

DEADLINE: Wie stark unterscheidet sich dein BELKO-Film von James Gunns ursprünglicher Vision?

 

McLean: Jeder Regisseur hat seine eigene Herangehensweise, sodass bei ein und demselben Skript bei jedem ein anderer Film herauskommen würde. Vielleicht hätte James den Anfang etwas anders gedreht, aber letztlich hatten wir alle die gleiche Vision von BELKO, sodass es da nirgendwo ernsthafte unterschiedliche Meinungen hinsichtlich der Gestaltung des Films gab. Wir sind mit dem Endprodukt alle sehr zufrieden, und das ist die Hauptsache.

 

DEADLINE: Da du stets von einer BELKO-Vision sprichst: Wie sah die aus? Möchtest du mit DAS BELKO EXPERIMENT eine bestimmte Botschaft zum Ausdruck bringen?

 

McLean: Als ich das Drehbuch las, fand ich, dass das Skript ein sehr guter zuspitzender Kommentar dazu ist, wie teuflisch und vor allem ungerecht Firmenstrukturen sein können, sodass Leute infolgedessen durchdrehen. Der Film ist für mich eine hervorragende Metapher für die Gesellschaft, in der wir leben, in der Firmen ihre Angestellten wie austauschbare Ware behandeln, die keine Gefühle besitzen, und wo allgemeine Werte nichts mehr zählen. Im Berufsleben heißt es ja manchmal, dass nur der Stärkste überlebt, und DAS BELKO EXPERIMENT ist eine komödiantische Zuspitzung dessen. Das hat mir besonders gut gefallen. Trotz allen Funs und Thrills hat der Film auch eine richtige politische Aussage. Das ist das, was mich so fasziniert und in Begeisterung versetzt hat. Zu schauen, was sich hinter dem Vorhang verbirgt. Es macht Spaß, einen Horrorthriller zu machen, da ich mir selbst so etwas gern anschaue. Es macht aber noch viel mehr Spaß, wenn es nicht nur um reinen Thrill geht, sondern richtig etwas dahintersteckt.

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DEADLINE: Du bist also der Meinung, dass Firmen ihre Mitarbeiter prinzipiell nicht als Menschen ansehen?

 

McLean: Wenn eine Firma nur den Blick auf Erfolg und Geld richtet, ist es ganz normal, dass irgendwann die Menschlichkeit verloren geht. Die ist dann nur noch Nebensache. Dabei halte ich die Individualität eines jeden für eine der großen Stärken des Menschen. Der Mensch glaubt oft, ein normales gutes Leben zu führen, in dem alles in Ordnung ist. Wenn es ihm aber möglich wäre, das große Ganze zu sehen, würde er feststellen, dass er von seiner Umwelt stets nur manipuliert und ausgenutzt wird.

 

DEADLINE: Nicht nur in DAS BELKO EXPERIMENT denken einige Menschen, dass sie besser bzw. wertvoller sind als andere. Woher kommen solche Einschätzungen?

 

McLean: Diese Basis des Chauvinismus sieht man überall. Insbesondere jetzt kann man in der Politik sehen, dass sich manche Regierungen für etwas Besseres halten. Derzeit ist insbesondere Amerika ein sehr merkwürdiger Ort. Als wir DAS BELKO EXPERIMENT drehten, war Donald Trump noch nicht Präsident. Wir wären nie auf die Idee gekommen, dass Amerika tatsächlich dieser merkwürdige Ort werden würde, in dem das Staatsoberhaupt auch ganz offiziell den Wert bestimmter Menschen höher ansiedelt als den anderer. Insofern ist DAS BELKO EXPERIMENT durchaus auch als Metapher für das Verhalten von Donald Trump zu verstehen, welches nur auf das Recht des Stärkeren setzt.

 

DEADLINE: Wo du von Gerechtigkeit in Firmen sprichst: Wie bekommst du es bei Dreharbeiten hin, dass sich jeder am Set von dir gleich gut behandelt behandelt fühlt und nicht benachteiligt?

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