HOW TO MAKE A KILLING bringt eigentlich alle Zutaten für eine moderne schwarze Komödie mit: einen sich im Aufwind befindlichen Star wie Glen Powell, eine „Eat-the-rich“-Prämisse und eine klare Verwandtschaft zu klassischen Satiren. Doch was hier letztlich auf die Leinwand kommt, kratzt leider nur an der Oberfläche – wirklich ans Eingemachte geht der Film kaum.

Die Handlung folgt Becket Redfellow, einem Außenseiter aus bürgerlichen Verhältnissen, der erfährt, dass ihm ein gewaltiges Familienvermögen zusteht – allerdings nur, wenn alle vor ihm in der Thronfolge das Zeitliche segnen. Zunächst eher zufällig erkennt er, wie einfach es ist, unerkannt zu morden – und beginnt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Es ist ein herrlich düsterer Ausgangspunkt, den der Film mit eleganten Bildern, hohem Tempo und einer Rahmenhandlung nutzt, in der Becket als nur bedingt verlässlicher Erzähler seine Taten aus der Todeszelle heraus schildert.

Auf dem Papier hat das alles das Potenzial für eine bissige Satire.
In der Umsetzung findet der Film jedoch nie ganz zu seinem Ton. Er schwankt zwischen Thriller, Komödie und Gesellschaftskommentar, ohne sich klar festzulegen oder wirklich Stellung zu beziehen. Dadurch bleibt die Erzählung zwar dynamisch, baut aber nur selten echte Spannung oder emotionale Bindung auf.
Glen Powell ist ein charismatischer Präsenzdarsteller und zweifellos ein Hingucker, doch seine Figur bleibt zu eindimensional, um nachhaltig zu fesseln oder echtes Interesse zu wecken.

Auch die angekündigte Gesellschaftskritik kann sich nie richtig entfalten. Das Drehbuch wirkt unausgegoren, es beißt nie wirklich zu, sondern dient oft lediglich dazu, die Laufzeit zu füllen. Besonders im letzten Drittel fällt das deutlich ins Gewicht. So wirkt der Film am Ende wie eine abgeschwächte Version bekannter Genrevertreter.
Ganz ohne Qualitäten ist HOW TO MAKE A KILLING dennoch nicht: Die Inszenierung ist solide, einzelne Szenen sind kreativ umgesetzt, und manche Morde besitzen eine angenehm makabre Raffinesse. Eine gewisse düstere Spielfreude bleibt durchgehend spürbar. Wer den Film als stylischen, leicht konsumierbaren Thriller betrachtet, wird durchaus unterhalten.

Letztlich ist HOW TO MAKE A KILLING ein Film, der klüger wirkt, als er ist. Er deutet große Themen an – Klassenkonflikt, Ehrgeiz, Moral –, geht ihnen jedoch nie wirklich auf den Grund. (Sylvio Constabel)

