Regie: Kenji Tanigaki / Hongkong 2025 / 113 Min.
Besetzung: Xie Miao, Joe Taslim, Yang Enyou, Jeeja Yanin u.A.
Produktion: Bill Kong, Frank Hui, Shan Tam
Freigabe: FSK 18
Verleih: Capelight Pictures
Start: 18.06.2026
Wei (Xie Miao) führt als Händler ein sehr normales Leben unter vielen. Die Tage gehen ein und aus, das Leben hat ihn und seine Tochter fest im Griff. Als diese jedoch von einer Untergrund-Organisation entführt wird, muss er sich mit Journalist Navin (Joe Taslim) zusammentun, um sie zurückzuholen. Leicht wird das alles jedoch bei Weitem nicht, stellen sich ihnen die besten Kämpfer der Welt entgegen.

Nach 2011 war das Actionkino nicht mehr dasselbe. Mit THE RAID mauserte sich beinahe wie aus dem Nichts ein indonesisches Werk in die Kinos, um dort nicht nur zu verweilen, sondern die Welt des Action-Kinos nachhaltig zu verändern. Weit über die Grenzen des puren Hand-to-Hand-Martial-Arts hinaus. War besonders Hollywood mit Action wie TAKEN 3 und den späteren BOURNE-Teilen in Wackelkamera und Schnittgewittern gefangen, änderte THE RAID auch hier die Spielregeln.

So kann man von diesem Passionsprojekt problemlos eine Linie zu JOHN WICK, ATOMIC BLONDE und weiteren Actionkrachern mit guten bis sehr guten Choreografien ziehen. Das Publikum wurde somit erzogen, zu einem höheren Anspruch an die Actionstars der heutigen Zeit. Nun, 15 Jahre später startet mit THE FURIOUS ein Film mit einer ganz ähnlichen Mission. Mit vielen alten Bekannten aus THE RAID möchte man dem Action-Kino erneut einen gigantischen Stempel aufdrücken und die Latte nochmals ein paar Zentimeter höher hängen.

Und was soll man nach dem Kinobesuch noch sagen? Nachdem sich über 85 Minuten lang bereits großartig brutale und ehrliche Choreo an Choreo gereiht hat, setzt THE FURIOUS zum finalen Schlag an. Einer locker 15 Minuten lang anhaltenden Sequenz, in welcher verschiedenste Kampfstile, Geschichten und Positionen so kompromisslos aufeinanderprallen, dass man zwischendurch das Atmen beinahe vergisst. Bis der Film selbst kurz das Signal zum Durchschnaufen gibt. Seit MAD MAX: FURY ROAD war ein Film nicht mehr so stilsicher und klar in seiner Action, so brutal und erbarmungslos in seiner Darstellung. Das merkt man auch an der Geschichte, die als verbindendes Element ähnlich gut und solide funktional daherkommt wie im Wüstenspektakel.

Es braucht nicht die großen Twists oder ausufernden Dialoge, das wäre doch nur Ablenkung. Im besten Falle sind Filme dieser Art wie bestes Tanztheater mit Fäusten. Wo dort auch jeder Schritt, jeder Sprung und jede Pause eine eigene Reise darstellt. Statt Schwänen gibt es hier eben Schwanentritte.
Und von diesen hat THE FURIOUS mehr als genug. Regisseur Kenji Tanigaki setzt alles dermaßen gut in Szene, findet für jeden neuen Kampf ein neues Set. Wobei „Set“ es kaum trifft, so ist das alles doch vielmehr mit großen Theaterbühnen vergleichbar. Es wäre kein Wunder, würden wir dieses Hin und Her auf den großen Theaterbühnen sehen. Licht und Schatten werden wunderbar eingesetzt, ohne den Fokus je vom großen Spektakel wegzuziehen.

Für dieses verantwortlich sind die Martial-Arts-Spezialisten Xie Miao, Yang Enyou, Jeeja Yanin, Brian Le, Joey Iwanaga, Yayan Ruhian und natürlich Joe Taslim, den wir schon für das im Herbst kommende Mediabook interviewen durften.
Normalerweise reicht es, die Hauptdarsteller zu nennen, hier ist es aber insbesondere die Ensembleleistung, die der große Star ist. Erneut, damit bloß kein Missverständnis aufkommt:
THE FURIOUS ist der beste Actionfilm seit MAD MAX: FURY ROAD. Sehr anders, aber genauso groß. Und mehr ist nicht zu sagen. Der Worte sind genug gewechselt, lasst endlich Fäuste sprechen. (Simon Greichgauer)
Das großartigste Actionkino seit Jahren!
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