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INTERVIEW MIT OLIVER KALKOFE UND PETER RÜTTEN ZU DEN ADVENTSFOLGEN VON SCHLEFAZ!

Siegfried und Roy, Ernie und Bert, Cindy und Bert – berühmte Duos gibt es einige, doch keines könnte das Kultformat SchleFaZ besser präsentieren als Olli und Peter. Seit inzwischen 175 Folgen zelebrieren Peter Rütten und Oliver Kalkofe auf ebenso unnachahmliche wie originelle Art filmische Katastrophen. Im DEADLINE-Interview (das wohl 6. oder 7. Im Laufe der Zeit) anlässlich ihrer Adventsfolgen erläutern die beiden unter anderem, was an DER SCHRECKEN AUS DER MEERESTIEFE weihnachtlich ist und wann für sie mit SchleFaZ Schluss ist.

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Die vier Adventsfolgen von SchleFaZ:

DEADLINE: Mit den Adventsfolgen werdet ihr ja nun 175. Wie stolz ist man da, wenn man das erreicht hat?

Oliver Kalkofe: Sehr stolz. Ich erhebe meine Obelix-Espresso-Tasse darauf!

Peter Rütten: Es ist so, dass ich mich über keine andere Staffel in den vergangenen 20 Jahren so gefreut habe wie über die jetzt laufende. Und der Rest, den wir jetzt noch servieren, hat es in sich.

Kalkofe: 175 – das ist wirklich ein stolzes Alter. Wie wir es auch schon immer bei jedem anderen Jubiläum gesagt haben ab der 25: Wir haben nie gedacht, dass wir das erreichen. Wenn man sich überlegt, wie lange es schon her ist, dass wir mit SchleFaZ gestartet sind – das ist schon krass. 13 Jahre und 175 Folgen mit beschissenen Filmen – also einem Programm, welches man sich normalerweise nicht freiwillig angucken würde. Und wir schaffen es auch dieses Jahr „trotzdem“ wieder, noch mal neue Leute zu SchleFaZ ranzuholen. Es ist immer noch ein großer Spaß, sowohl für den Zuschauer als auch für uns. Daher darf man schon mal stolz sein. Also, ich bin’s. (grinst)

Rütten: Das ist auch antizyklisch, wenn man sich mal die allgemeine Entwicklung vor Augen führt, dass so etwas so lange wechselseitig so viel Spaß macht.

DEADLINE: Wie sorgt ihr dafür, dass ihr bei der Bearbeitung der Filme nicht zu sehr in eine Alltagsroutine abgleitet?

Kalkofe: Wir sind ja nicht jede Woche damit beschäftigt. Die wirkliche Zeit, die wir damit verbringen, ist über ein halbes bis Dreivierteljahr verteilt. Und dann gibt es eine lange Pause, in der nichts passiert. Die aktuellen Folgen haben wir zum Beispiel im Juni gedreht. Derzeit suche ich schon nach neuen Filmen für eine nächste Staffel. Ich freue mich bereits tierisch darauf, wieder zu schreiben. Wir versuchen auch immer wieder, neue Genres mit aufzunehmen und neue Ansatzpunkte zu finden – das ist etwas, was dich jedes Mal neu herausfordert. Du kannst schließlich nicht immer das Gleiche machen. Jeder Film verlangt jeweils etwas anderes von dir.

Rütten: Wenn man sich eine kollegiale Ebene aussuchen könnte, auf der man das gemeinsam macht, dann wäre es auch immer genau die, die wir jetzt haben. Das verhindert jedes langweilige Routinegefühl – sowohl zwischenmenschlich als auch von den Produktionsbedingungen und eben diesen wunderbar abwechslungsreichen Scheißfilmen her. Und wie Olli schon sagte: Wir sind jetzt wieder ausgehungert.

DEADLINE: Der Wechsel von SchleFaZ zu RTL war letztes Jahr eine sehr große Sache. Mit etwas zeitlichem Abstand: Hat sich in eurer Arbeit an SchleFaZ durch den Senderwechsel etwas verändert?

Kalkofe: Wir dürfen jetzt nicht mehr alles sagen. (beide lachen) Nein, im Ernst: In unserer Arbeit hat sich durch den Wechsel erfreulicherweise kaum etwas geändert. Wir machen die Sachen genau wie vorher. Das, was wir aber genau wie bei TELE 5 jedes Jahr besprechen müssen, ist: Geht es weiter? Hoffentlich! Kriegen wir noch eine Staffel hin, und wie viele Folgen können wir machen? Das ist natürlich eine Entscheidung des Senders, auch unter Berücksichtigung der Frage, wie viel Budget vorhanden ist. Wenn sie jetzt aber sagen würden: „Bitte macht 50 Folgen“, dann würden wir antworten: „Schaffen wir nicht. Wir schaffen nur 48!“ Die Arbeit mit den Leuten bei RTL, vor allem bei Nitro, ist eine ganz, ganz tolle. Mit ihnen macht es richtig Spaß, und wir haben das Gefühl, sie haben auch richtig Bock darauf.

Rütten: Auf mich wirkt das authentisch wechselseitig, die Sympathie und der Spaß an der Sache. Eigentlich kann man hier von einer sehr gelungenen Formatmigration sprechen.

DEADLINE: DER SCHRECKEN AUS DER MEERESTIEFE ist ja der diesjährige offizielle SchleFaZ-Weihnachtstitel. Was macht den Film weihnachtlicher als die anderen Filme der Adventsfolgen? (beide lachen)

Kalkofe: Das ist ein Geheimnis. Das müsst ihr herausfinden, wenn ihr den Film seht. (lacht) Auch in dieser Folge gab es sehr wohl Diskussionen zwischen Peter und mir. Ich vertrete die Auffassung, dass DER SCHRECKEN AUS DER MEERESTIEFE ein lupenreiner Weihnachtsfilm ist, auch wenn man es auf den ersten Blick vielleicht nicht vermutet. Aber es kommt ja auch immer auf die innere Einstellung an.

Rütten: Ich habe die Elastizität von Ollis Interpretationsfähigkeiten hinsichtlich weihnachtlicher Atmosphäre immer wieder erleben müssen. Da kann ich nur abschließend sagen, auch schon vor der Ausstrahlung: Ich bleibe skeptisch.

DEADLINE: Müsst ihr euch gegenseitig manchmal bremsen, wenn man etwas probt oder ihr an den Texten arbeitet, damit es in Sachen Interpretationsfähigkeit oder Sprüche nicht zu sehr ausufert?

Rütten: Gar nicht. (lacht)

Kalkofe: Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass wir uns jemals gebremst hätten. (lacht) Im Gegenteil. Wir geben uns höchstens noch gegenseitig einen zusätzlichen Schubs. Das ist ja das Schöne: Je mehr Irrsinn vorhanden ist, desto stärker sind wir. Wenn ich zum Beispiel reinschreibe: „Peter regt sich auf“, dann weiß ich nicht, was er daraus macht. Da würde ich auch niemals auf die Idee kommen, Peter zu bremsen. Es ist eine große Freude, ihn eskalieren zu sehen. (lacht) Höchstens würde ich mal sagen: „Ab hier kannst du aufhören, Peter, denk auch mal an dich, denk an dein armes Herz!“

Rütten: Ich würde natürlich auch niemals Olli beim Klugscheißen bremsen wollen. (lacht)

Kalkofe: Das könntest du auch gar nicht. Das würde ich nicht zulassen. (lacht)

DEADLINE: Was ist für euch der ultimative Weihnachtsfilm – egal ob SchleFaZ-Style oder anderweitig?

Rütten: STIRB LANGSAM.

Kalkofe: Für mich ebenfalls. Wenn es einen Film für die gesamte Familie gibt, bei dem die Besinnlichkeit des Weihnachtsfests so richtig zur Geltung kommt, dann war und ist und bleibt das für mich STIRB LANGSAM.

DEADLINE: Das Highlight der Weihnachtsfolgen ist die finale Folge mit DER CLOWN – TAG DER VERGELTUNG, in welcher auch Sven Martinek und Eva Habermann mit dabei sind. Wie schwer war es, die beiden für die Folge vor die Kamera zu zerren?

Kalkofe: Das war leichter als gedacht.

Rütten: Von „zerren“ kann da wirklich keine Rede sein. Oder, Olli?

Kalkofe: Nein. Das war das Erfreuliche. Sie sind freiwillig gekommen. Das Schicksal wollte es, dass ich Sven Martinek zufällig auf einer Veranstaltung traf, kurz nachdem wir erfahren hatten, dass wir DER CLOWN für SchleFaZ bekommen. Ich bin direkt zu ihm und habe gefragt, ob er Lust habe, mitzuwirken. Er war sofort Feuer und Flamme. Dann hatten wir auch Eva Habermann eine E-Mail gesendet und zunächst keine Antwort bekommen. Als ich gerade am Buch für die Folge saß, kam dann aber die Nachricht, dass unsere Mail irgendwie untergegangen sei und sie ganz großen Bock habe, mitzumachen. Daraufhin habe ich alles so umgebaut, dass das passte. Die beiden sind also wirklich freiwillig gekommen und haben auch unter dem Aspekt Promi-Performance/Opfer-Performance neue Maßstäbe gesetzt.

Rütten: Wir müssen auch gesondert hervorheben, dass Olli und ich noch nie eleganter beiläufig geschlagen wurden.

Kalkofe: Einer der schönsten Moderationsteile, die ich kenne und mir immer wieder angeguckt habe, ist der, wo Sven Martinek uns immer abwechselnd in die Fresse haut. Und das ganz beiläufig. Ich liebe es! Das muss man echt können, so lässig, wie er das verwaltet. Da muss ich schon sagen: Das war große Kunst.

Rütten: Ja, das auch sofort umzusetzen und zu kapieren, wie es gemeint ist. Da hatte ich auch echt Respekt.

DEADLINE: Aus eurer Wahrnehmung heraus: Wie blicken Sven Martinek und Eva Habermann heute auf DER CLOWN – TAG DER VERGELTUNG zurück?

Rütten: Aus meiner Sicht verdrängt Herr Martinek sehr aufwendig die Qualität des Films. (schmunzelt) Und Frau Habermann hat einen gewissen rückblickenden Leidensdruck aufgebaut. (lacht) Wir haben die Premiere in Köln ja gemeinsam geschaut. Da merktest du bei Eva schon, dass sie über manche Lacher, die eher unfreiwillig entstanden sind, sagte: „Das ist doch jetzt aber gar nicht so scheiße gewesen.“ (lacht) Sie hat aber auch die Veranstaltung insgesamt verstanden und war dann versöhnt damit. Dennoch gab es schon so ein paar Stellen, wo sie meinte: „Das finde ich jetzt übertrieben.“ (lacht)

Kalkofe: Ganz objektiv muss man auch mal sagen: Wenn du einen Film machst, gehst du im Normalfall erst mal nicht davon aus, dass der richtig scheiße wird. Deine Hoffnung ist ja, dass das was Gutes wird.

Rütten: Gerade bei dem Budget, das die hatten!

Kalkofe: Das stimmt. Das war damals eine der teuersten europäischen Produktionen aller Zeiten. Das war unglaublich. Daher gehst du nicht davon aus, dass du später schwer enttäuscht bist, wenn du siehst, was daraus geworden ist. Denn natürlich haben sich trotz allem sehr viele Menschen dabei sehr viel Mühe gegeben. Das ist ja auch die geheime Tragik bei SchleFaZ: Die meisten Filme wollten gar nicht scheiße sein. Wenn du es dann aber schaffst, selbst Abstand zu der damaligen Arbeit zu finden, dann ist das auch etwas Schönes. Ganz nach dem Motto: „Ich habe mein Bestes getan, an mir hat es nicht gelegen. Das gesamte Konstrukt war einfach total bescheuert, und lasst uns doch jetzt wenigstens Spaß haben“. Ich glaube, so sehr wie jetzt nach der SchleFaZ-Ausstrahlung ist DER CLOWN noch nie gefeiert worden.

Rütten: Und visuell kann man dem Film nun auch wirklich keine Schwachbrüstigkeit vorwerfen. Das ist damals eher dramaturgisch kolossal gescheitert.

DEADLINE: Wenn ihr die Filme für SchleFaZ sichtet, wie oft kommt euch da der Gedanke: Wie zum Geier sind sie bloß auf die Idee gekommen, das so und so zu machen?

Kalkofe: Andauernd.

Rütten: Tausendmal.

Kalkofe: Das ist auch das Wichtige, wenn ich am Anfang sichte. Da muss sich diese Frage sehr schnell stellen. Wenn nicht, kommt der Film auf die No-SchleFaZ-Liste. Wenn du aber in den ersten 15 Minuten wenigstens drei- bis fünfmal gedacht hast: „WTF?“, dann könnte er zu uns passen. Du musst dich gefragt haben: „Wann habt ihr, warum und in welchem Zustand glauben können, dass das, was ihr da gerade tut, eine gute Idee ist?“

Rütten: Beispielhaft dafür ist für mich BIOHAZARD. Der ist so wunderschön schiefgegangen. Die Frage, die eigentlich noch immer nachhallt, ist, wie man als Regisseur darauf kommen kann, einen Alien-Horrorfilm zu drehen und dafür seinen sechsjährigen Sohn in ein selbstgebasteltes Alien-Kinderkostüm zu stecken. Solche Sachen haben eine einzigartige Nachhaltigkeit. (lacht) Über so etwas muss ich immer wieder lachen.

DEADLINE: Ich fand aber auch die Idee bei FIGHTER GANG schön, wo jemand aus Kartoffeln Benzin gemacht hat.

Kalkofe: Das ist großartig! Ein Film wie FIGHTER GANG ist ein Werk, welches mir ganz viel Freude gemacht hat. Den hatte ich selbst gar nicht gefunden. Deshalb bin ich auch sehr dankbar, wenn ich von außen gute Tipps bekomme. Die Idee kam von den Leuten, die gerade eine DVD und Blu-ray dazu rausgebracht hatten und ihn uns dann über RTL quasi angeboten haben. Ich war sofort begeistert, da ich dachte: „Was ist das denn nun schon wieder für ein Juwel, das ich noch gar nicht kenne?“ Das zeigt halt auch: Diese SchleFaZ-Welt, die Welt der schönen schlechten Filme, ist wirklich endlos. Man muss nur immer weitersuchen. Wenn ich denken würde „Oh, jetzt habe ich doch alles“, dann muss ich a) momentan nur in den Keller gehen, wo 200, 300 Filme darauf warten, dass ich sie sichte, oder b) ich bekomme von außen neue Sachen zugetragen. FIGHTER GANG ist so ein Fall, der hat so viele herrlich bescheuerte Ideen, wie dass du aus Kartoffeln Benzin machst und dabei versehentlich einen Hypnosesaft entwickelst. Dieses Crossover ist etwas Besonderes und muss man erst einmal hinkriegen.

DEADLINE: Was wünscht ihr euch für die SchleFaZ-Staffel im kommenden Jahr?

Kalkofe: Viele schöne Scheißfilme. Wir sind gerade dabei, zu suchen, und ich warte aktuell auf Feedback. Es gibt schon viele Vorschläge. Ich hoffe, dass wir erneut genauso schöne bescheuerte Herausforderungen bekommen, die uns wieder in neue Dimensionen des Irrsinns führen. Und dass wir wieder ein schönes Jahr damit vollkriegen, das wäre mein Wunsch.

Rütten: Stabil erfreuliche Sehbeteiligungen, das macht auch großen Spaß.

DEADLINE: Um noch einmal auf den SchleFaZ-Wechsel von TELE 5 zu RTL zurückzukommen: Hilft bei der Recherche und beim Bekommen von Lizenzrechten, dass mit RTL nun ein größerer Name als zuvor hinter SchleFaZ steht?

Kalkofe: Es wäre schön, wenn es so wäre. Wir haben mit so merkwürdigen Filmen zu tun, dass erst einmal das Hauptproblem ist, die Rechteinhaber zu finden. Die sind auf der ganzen Welt verteilt und du musst irgendwie herausfinden, in welcher Kiste dein Wunschfilm bei irgendeinem Lizenzgeber liegt. Diese Situation ist ungefähr gleich geblieben, denn die Suche nach den Filmen, die wir wollen und brauchen, war und ist weiterhin vor allem eine Trüffelsuche.

Rütten: Die sind so speziell drauf, die Rechteinhaber, dass auch RTL nicht direkt zum großen Türöffner wird.

DEADLINE: Neben SchleFaZ gibt es ja nun auch das Doku-Format INSIDE SchleFaZ. Wie ist die Idee hierzu entstanden? Ihr gebt ja auch so schon viele Einblicke in eure Arbeit.

Rütten: Ja, sehr intim war das. Das stimmt. (lacht)

Kalkofe: Bereits bei TELE 5 zur SHARKNADO-Zeit gab es eine Doku, und so entstand auch hier noch mal die Idee, bei RTL und bei Nitro zu sagen: „Wir möchten den Menschen zeigen, wie es wirklich hinter den Kulissen abgeht.“ Denn SchleFaZ hat ja eine sehr spezielle Art in Sachen Herstellung und Familien- bzw. Gruppenempfinden. Das unterscheidet sich davon, wie eine durchschnittliche Fernsehsendung produziert wird.

DEADLINE: SchleFaZ, INSIDE SchleFaZ, euer Podcast und Liveauftritte – das SchleFaZ-Universum ist inzwischen recht groß. Wie groß seht ihr die Gefahr, dass beim Publikum irgendwann eine Übersättigung eintritt?

Rütten: Wir haben einen ziemlich fein justierten Übersättigungssensor. Eine wirkliche Gefahr sehe ich daher ehrlich gesagt nicht.

Kalkofe: Wie gesagt: Wir machen SchleFaZ ja nicht das ganze Jahr über durchgehend. Außerdem ist es ein Format, welches seine eigene Nische geschaffen hat und dort sehr stark ist. Aber es ist bei Weitem nicht Mainstream. Wir wollen damit nicht alle glücklich machen, sondern nur einen ganz bestimmten Teil der Menschen. Das sind diejenigen, die auch an Hintergrundinformationen Spaß haben. Deshalb ist es gut, ein paar zusätzliche Formate anzubieten und vielleicht dadurch noch ein paar neue Leute zu gewinnen. Denn egal, wie toll eine Serie ist: Wenn du sie über zehn Jahre guckst, kommt irgendwann die Übermüdung. Bei AKTE X habe ich kurz vor Ende aufgehört, obwohl ich ein glühender Fan war. Abgesehen davon gibt es auch Leute, die bei SchleFaZ erst in Staffel 3, 8 oder 12 hinzugekommen sind. Wir möchten immer dafür sorgen, dass neue Menschen den Weg zu uns finden.

Rütten: Und bei uns sorgt ein beschissener Film in Korrespondenz mit der Bearbeitung und den Moderationen ja quasi von selbst dafür, dass es einen Ausgleich gibt. Durch die Verschiedenartigkeit, wie wir ihn präsentieren, sagt man nicht: „Oh Mann, da sind schon wieder diese zwei Nasen und moderieren nur irgendetwas weg.“

DEADLINE: Habt ihr schon Ideen, das SchleFaZ-Universum noch auszuweiten? Es gab vor einigen Jahren mal ein Cocktail-Buch. Vielleicht wäre ja SchleFaZ-Bettwäsche mal eine Idee? (beide lachen)

Rütten: Das ist ein sehr schöner Ansatz. Ich war in einer anderen Dimension schon beim SchleFaZ-Musical, welches durch Deutschland und Europa tourt. Aber Bettwäsche wäre eine realisierbare Variante. (lacht)

Kalkofe: Wir finden immer wieder neue Möglichkeiten, zum Beispiel beim Merchandising. Die heutige Medienwelt ist enorm vielfältig und man muss sehr genau schauen, was man Sinnvolles anbieten kann, ohne eine Übersättigung zu erzeugen. Außerdem spielt das Thema Zeit eine große Rolle. Wir wollen schon lange eine Live-Tour machen, aber es passt terminlich nicht. Wir sind momentan beide froh, dass wir diese Menge SchleFaZ noch mit Energie und Freude hinbekommen. Im Hinterkopf ploppen immer noch weitere Ideen dazu auf.  Aber was davon realisierbar ist, muss man jedes Jahr neu austesten.

Rütten: Wenn es dann doch mal wahrscheinlicher wird, dass wir eine Live-Tour machen, die wir wirklich heißen Herzens als Wunsch bei uns verwalten, dann können wir bei der Gelegenheit sicherlich auch die neue SchleFaZ-Bettwäsche vorstellen. (lacht)

DEADLINE: Gibt es einen Punkt, wo ihr sagt: Wenn das und das eintrifft, dann höre ich mit SchleFaZ auf?

Rütten: Wenn Olli mich anspuckt, dann ist für mich Ende.

Kalkofe: Wenn Peter sagt, dass er nicht mehr „fickende Hölle“ sagen möchte. Ehrlich gesagt, im Moment sehe ich das nicht. Wenn es spürbar wäre, dass keiner mehr unsere Sendung sehen möchte, oder wir keine Lust mehr darauf hätten, dann vielleicht. Das ist im Moment aber noch eine utopische Geschichte, zumindest, was meine persönliche Lust angeht. Die sehe ich noch nicht schwinden.

Rütten: Vollkommen ohne Koketterie: Ich sehe bei uns auch keinerlei Erschöpfungsbrüche.

DEADLINE: Wir sprechen uns ja hier wegen der SchleFaZ-Adventsfolgen. Daher möchte ich von euch natürlich gerne noch wissen: Wie sieht bei euch dieses Jahr Weihnachten aus?

Rütten: Wir haben einen Christbaum und tatsächlich den klassischen Ablauf. Ich werde Heiligabend ein Hirschgulasch zaubern. Es kommen Gäste. Und wir haben Bescherung, natürlich auch für meine Kleine. Ganz groß. Und gar nichts außerhalb der Konventionen.

Kalkofe: Bei uns ist es dieses Jahr so, dass wir Weihnachten wieder hier feiern. Letztes Jahr waren wir weg, da wir eine traurige Phase hatten aufgrund des Abschieds von unserem Hund Dexter. Da haben wir Weihnachten ausfallen lassen. Dieses Jahr wird aber wieder gefeiert. Es ist auch das erste Jahr für den neuen Hund Danny. Der Weihnachtsbaum wird ihn etwas irritieren. Es gibt das Ritual, dass ich in der Nacht vor Heiligabend den Baum schmücke. Es sieht vor, dass ich mich währenddessen leicht betrinke und dabei Musik oder ein Hörspiel höre. Außerdem werden am Baum viele Dinge versteckt, die da nicht hineingehören – James-Bond-Weihnachtsanhänger, Star Wars und Spider-Man. Damit die Familie dann sagt: „Oh nein, was hast du da schon wieder reingehängt?“ Daran habe ich Spaß. Ansonsten gibt es bei uns in der Nähe einen tollen Italiener, der superleckeren Gänsebraten macht.

Rütten: Das ist aber nicht typisch italienisch!

Kalkofe: Dafür ist es eine echte italienische Familie. Die feiern selbst persönlich Heiligabend im Lokal, und weil wir so nett gefragt haben, kochen sie für uns Essen mit. Wir bekommen sozusagen von der privaten Gans etwas ab. Wir müssen also nicht groß kochen, sondern machen es uns einfach zu Hause gemütlich.

Rütten: Ich muss noch anfügen: Eine Neuerung gibt es bei mir doch. Aktuell nimmt meine kleine Tochter Klavierunterricht, und ich werde dieses Jahr dann mittelbetrunken mit ihr für alle „Ihr Kinderlein kommet“ präsentieren – sie am Klavier und ich als gesangliche Unterstützung. Außerdem werden wir noch „Hey Jude“ aufführen. Und mir fällt gerade ein, dass wir noch nie Heiligabend zusammen gefeiert haben, Olli!

Kalkofe: Das stimmt!

DEADLINE: Dann wird es langsam mal Zeit. Ein Projekt für 2026, würde ich sagen!

Kalkofe: Es ist also so, dass Peter und ich doch noch nicht alles miteinander erlebt haben. (lacht) Und die musikalischen Ergüsse aus deiner Familie, Peter, die du hier gerade angekündigt hast, wollen wir dann bitte auch auf Social Media sehen. Also Kamera mitlaufen lassen, bitte.

Rütten: Ehrensache!

Interview geführt von Heiko Thiele

Alle Bilder (c) RTL+

INTERVIEW MIT OLIVER KALKOFE UND PETER RÜTTEN ZU DEN ADVENTSFOLGEN VON SCHLEFAZ!