Hier erhältlich als E-Paper
Warenkorb

INTERVIEW MIT SEAN ANDERS ZU KILL THE BOSS 2

HB2-05734r

Sean Anders ist bisher eher als Drehbuchautor nicht jugendfreier Komödien (WIR SIND DIE MILLERS, DUMM UND DÜMMEHR) in Erscheinung getreten. Bei der Fortsetzung von KILL THE BOSS setzte sich der talentierte Amerikaner in den Regiestuhl, um uns mit einem Reigen cleveren Humors zu versorgen. Wir führten ein Gespräch mit ihm über die Inszenierung von Komik, lustige Filmteams und warum Jennifer Aniston nicht gestoppt werden kann.

 

DEADLINE: Wann hast du dich dazu entschlossen, die Herausforderung, eine Fortsetzung von KILL THE BOSS zu drehen, anzunehmen?

 

SEAN ANDERS: Wir hatten einen runden Tisch mit den drei Hauptdarstellern (Jason Bateman, Charlie Day und Jason Sudeikis, Anm.) und einigen Autoren, um Ideen für den Film zu sammeln. Dabei kamen eine Menge guter Einfälle zusammen, aber nichts, was sich nach einem neuen, „frischen“ Film angehört hat. Wir wollten nicht denselben Film noch mal machen. Daher war es von Anfang an klar, dass es schwierig werden würde, mit dieser Fortsetzung zu beginnen. Als wir dann ein paar Einfälle hatten, die alle mochten, wurde es eine lustige Herausforderung. Aber zunächst war es eher beängstigend.

 

DEADLINE: Kannst du uns etwas über den Schreibprozess mit den drei Hauptdarstellern erzählen und was ihre Einfälle waren, als die Story geschrieben wurde?

 

SEAN ANDERS: Zunächst mal war das für uns alle neu. Wir hatten die Basis-Idee, dass sich Chris Pines Figur selbst entführen soll. Wir kamen also mit dem fertigen Drehbuch und haben uns mit den dreien zusammengesetzt. Das Gute war, dass diese drei ihre Figuren seit Jahren kennen, sie hatten damit lange vor uns begonnen. Eine unserer Ideen war, dass Nick (Jason Bateman) diesmal ein wenig die Führung übernimmt, aber Jason wollte seine eher widerwillig anlegen. Und er hatte absolut recht. Daher ist so wertvoll, dass diese Jungs ihre Charaktere im Film so gut kennen – abgesehen davon, dass sie total verrückt sind, witzige Kerle mit den irrsten Ideen. Charlie (Day, Anm.) im Speziellen ist groß darin zu sagen: „Ich glaube nicht, dass meine Figur das tun oder das sagen würde“. Und du wirst nie jemanden treffen mit einem größeren Output an Ideen und Witzen in einem bestimmten Zeitraum als Jason Sudeikis. Bei so vielen starken Meinungen in einem Raum ist es schwer, eine gute Mischung zu machen, aber die Jungs hatten immer Respekt voreinander und waren sehr cool.

 lll

DEADLINE: Wie war die Chemie zwischen den drei Hauptdarstellern, und warum, glaubst du, passen sie so gut zusammen?

 

SEAN ANDERS: Auf eine gewisse Art ist es der Klang ihrer Stimmen. Denn alle drei machen auch viel Synchronarbeit. Sie haben alle drei sehr markante Stimmen. Das war auch einer der Gründe, warum ich auf die Teilnahme von Chris Pine sehr gespannt war, da auch er eine sehr markante Stimme hat. Jason Bateman spricht immer sehr überlegt und speziell. Jason Sudeikis klingt sehr enthusiastisch, Charlie Day, natürlich, ist überall, und das zugleich: ausflippen in einem Moment und ganz still sein im nächsten. Diese drei Stimmen zusammen ergeben eine tolle „Musik“.

 

DEADLINE: Erzähl mal, wie es war, Chris Pine und seine Figur Rex in die Geschichte einzubringen.

 

SEAN ANDERS: Es war toll, denn ich glaube, Rex ist die Figur, auf die wir am stolzesten waren in unserem ersten Drehbuchentwurf. Was uns daran so gefallen hat, war, dass wir nicht wollten, dass er nur böse ist. Unabhängig davon, was er in der Geschichte macht, mag Rex die drei Jungs wirklich. Er hat viel Spaß mit ihnen. Er fühlt eine Kameradschaft mit ihnen, daher machte das so viel Spaß. Die erste Szene, die wir mit Chris gedreht haben, war die, wo er aus dem Kofferraum steigt. Und das war eine schwierige erste Szene, aus dem Kofferraum zu steigen und sich 15 Takes lang den Hintern wegzulachen. Aber er hat seine Figur sofort verkörpert, ein Typ, der es liebt, idiotisch zu sein.

 021

DEADLINE: Wie war es, die Szenen für Jennifer Anistons Figur Dr. Julia zu schreiben, und wie entwickelt sich ihre Figur im neuen Film?

 

SEAN ANDERS: Jen ging schon im ersten Film sehr weit, also machte es Spaß, für sie etwas zu schreiben. Und als wir uns mit ihr hingesetzt haben, hat sie, sehr zu meiner Überraschung, auf dem ersten Drehbuchentwurf notiert: „Können wir nicht noch weiter gehen? Kann ich noch verrückter sein, kann ich noch mehr verrückte Sachen sagen?“ Das machte viel Spaß. Viel von dem Dialog zwischen ihr und Jason Bateman war Jasons Idee, und Jen hat sich mit Vergnügen darauf gestürzt, sie war zu allem bereit.

014