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KERRY KING – FROM HELL I RISE-Q&A

Mit einer Metal-Legende auf der Burg: Listening-Event zu Kerry Kings Solodebüt FROM HELL I RISE

 

Als die Einladung zum Listening-Event für SLAYER-Legende Kerry Kings Solodebüt in unser Postfach flatterte, habe ich automatisch Hamburg statt Hamberg gelesen. Schließlich liegt eine Medienmetropole für so ein Presse-Event auf der Hand. Eine Art „Autovervollständigen“-Mechanismus, wenn man lange genug in der Branche arbeitet. Stattdessen treffen wir Kerry King in Hamberg, einem Ortsteil des baden-württembergischen Neuhausen mit etwa 1.000 Einwohnern. Aber was macht ein Metal-Urgestein in der beschaulichen Provinz? Ganz einfach, hier hat sein Label Reigning Phoenix Music seinen Sitz. Irgendwie auch erfrischend, Hamburg oder Berlin kann schließlich jeder. Einer Metal-Legende würdig, findet das Listening-Event auf der Burg Steinegg in illustrer, schwarz gekleideter Runde aus nationaler und internationaler Presse statt. Nach einem Meer aus „Pommesgabeln“ vor der Pressewand (für das Erinnerungsfoto) dürfen wir Kerry Kings Erstlingswerk FROM HELL I RISE hören, bevor er Fragen dazu beantwortet. Und beim gemeinsamen Abendessen ist er schließlich auch noch für eine Überraschung gut.

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SLAYERS letzter Auftritt fand am 30. November 2019 in der Heimatstadt der Band, Los Angeles, statt. Doch dieser Abend markierte zugleich einen Neuanfang für den Songwriter und Gitarristen Kerry King. Der Mitbegründer der Band war noch lange nicht am Ende: „Mir war schnell klar, dass es das noch nicht gewesen war. Ich hatte absolut keine Pläne, nie wieder zu spielen.“ Fünf Jahre später feiert er also mit einer Runde aus Journalisten und Journalistinnen (unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Griechenland) den Release seines Albums FROM HELL I RISE, des ersten Solo-Ausflugs in Kings vier Jahrzehnten im Metal-Universum. Mit ausreichend Material für zwei komplette Alben, alles von ihm geschrieben, wäre sein lang erwartetes Soloprojekt vermutlich bereits 2020 an den Start gegangen, wäre nicht Covid dazwischengekommen.

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Es liegt in der Natur der Sache, dass Musiker und Management bei der Promotion für ein Soloalbum den Fokus auf genau dieses legen wollen. Gleichzeitig ist klar, dass der Erfolg mit SLAYER den Grundstein dafür gelegt hat und das musikalische Schaffen zumindest teilweise ineinander überging, wie King berichtet: „Einiges davon wurde für das nächste SLAYER-Album geschrieben, das es nie gegeben hat und nie geben wird. Ich bin mit Paul (Anm. d. Red.: Batsoph, Ex-SLAYER-Drummer) ins Studio gegangen, und wir haben das gemacht, was wir am besten können: zusammen Musik machen, Musik arrangieren. Nach drei Tagen im Studio sind Paul und ich uns auf dem Gang begegnet, als ich zu ihm sagte: „Weißt du was? Das macht verdammt viel Spaß! Wir hatten einfach eine großartige Zeit!“

 

Kerry King und Jessica

Für sein Debüt konnte Kerry King neben Schlagzeuger Paul Bostaph (SLAYER) Bassist Kyle Sanders (HELLYEAH), Phil Demmel (ex-MACHINE HEAD), der ebenfalls an der Leadgitarre zu hören ist, sowie Sänger Mark Osegueda (DEATH ANGEL) gewinnen. Produziert von Josh Wilbur (KORN, LAMB OF GOD, AVENGED SEVENFOLD, BAD RELIGION), wurde die Scheibe größtenteils innerhalb von rund zwei Wochen in den Henson Studios (Los Angeles) eingespielt.

Wenn King sein Soloalbum nun also über 40 Jahre nach SLAYERS Debüt SHOW NO MERCY aus dem Jahr 1983 veröffentlicht, trifft es auf einen radikal anderen Markt. Was denkt er als Urgestein der Szene über die aktuelle Lage und Zukunft des Metal? „Ich glaube, unserem Genre geht es gut. Die großen Helden, meine Helden spielen immer noch. Die meisten der „Big Four“ spielen noch, ich spiele noch. Und es gibt viele neue Bands. Ich sehe nicht mehr so viele wie früher live, sondern höre sie meistens im Radio, während ich Auto fahre. Es gibt viele Bands, die interessanten Scheiß machen, was wichtig ist. Das ist gut für die Zukunft des Metal!“

 

Kerry King ist bekannt für seine gewaltigen Riffs und seinen kompromisslosen Sound. Mit seinem neuen Material, das von der Intensität des Thrash, Punk und Metal durchdrungen ist, setzt er seine musikalische Reise fort. Laut King umfasst seine neue Musik „verschiedene Religions- und Kriegsthematiken, schwere Riffs, punkiges Material sowie doomige und gespenstische Elemente, gepaart mit Riesengeschwindigkeit.“ Er betont: „Solltet ihr auch nur mit irgendeiner SLAYER-Karrierephase etwas anfangen können, dann findet ihr auch auf dieser Platte etwas, das euch gefällt: sei es klassischer Punk, Speedpunk, Thrash oder einfach nur schlichter Heavy Metal!“ King schließt ab: „Selbst mit einem komplett fertigen Album in den Händen habe ich noch enorm viele Songs in der Hinterhand, die es fertigzustellen gilt. Hier weiß ich, was ich zu tun habe … Erstens Musik, zweitens Metal. Sie ist seit 40 Jahren ein Teil meines Lebens, und ich bin weit vom Aufhören entfernt.“

 

Nach dem Listening und dem Q&A geht es noch ins urige Restaurant „Grüner Wald“ in Hamberg. Hier hätte sich der von Jetlag gebeutelte King auch ohne Probleme frühzeitig verabschieden können. Stattdessen bleibt er fast bis zum Schluss und plaudert, wenn auch etwas abseits der Masse, mit Fans und dem Team des Labels. Klar ist das für ihn Arbeit, denn die Promotion eines Albums ist heutzutage genauso wichtig wie die Musik selbst. Aber ich möchte es auch als Teil des wahren Metal-Spirits sehen, den Kerry King vielleicht verinnerlicht hat: Die Fans kommen zuerst. Nur sind es an diesem Abend eben zufällig Journalisten.

Kerry King ist jetzt auf Europa-Tour. Hier die Termine!

 

Jessica Wittmann-Naun

 

Line-up:

Kerry King (SLAYER) – Gitarre

Paul Bostaph (SLAYER) – Schlagzeug

Kyle Sanders (HELLYEAH) – Bass

Phil Demmel (ex-MACHINE HEAD) – Gitarre

Mark Osegueda (DEATH ANGEL) – Vocals

 

Tracklist:

  1. Diablo
  2. Where I Reign
  3. Residue
  4. Idle Hands
  5. Trophies Of The Tyrant
  6. Crucifixation
  7. Tension
  8. Everything I Hate About You
  9. Toxic
  10. Two Fists
  11. Rage
  12. Shrapnel

Credits Fotos:

Foto Pressewand:  © Hard Media/RPM
Restliche Fotos: Sören Wittmann, Rocking Lens

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