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LAND OF BAD

LAND OF BAD

Regie: William Eubank / USA/2024 / 110 Min.

Besetzung: Russell Crowe, Liam Hemsworth, Milo Ventimiglia, Luke Hemsworth, Chika Ikogwe

Streamer: Amazon Prime Video

Start: Bereits gestartet

Ein Team der US-amerikanischen Delta-Force-Spezialeinheit ist auf einer Mission, um die islamistische Terrororganisation Abu Sayyaf auf den Philippinen zu bekämpfen. Das Vorhaben scheitert, der junge Offizier Kinney (Liam Hemsworth) wird von seinen Kameraden getrennt und bleibt unbewaffnet auf feindlichem Gebiet zurück. Seine einzige Hoffnung sind US-Air-Force-Drohnenpilot Reaper (Russell Crowe) und Sergeant Nia Branson (Chika Ikogwe), die ihn aus dem fernen Las Vegas unterstützen. Es beginnt ein 48 Stunden langer Kampf ums Überlegen vor tropischer Kulisse. LAND OF BAD zeigt als Actionthriller im Militärmilieu keine bahnbrechend innovative Story, ist aber trotzdem spannende Unterhaltung fürs Heimkino.

LAND OF BAD beginnt wie viele Filme seines Genres: eine Truppe Soldaten, die irgendwo im Dschungel mit testosterongeschwängerten Dialogen entscheiden, warum der Rookie sich erst bewähren muss. Außerdem wird die Grundsatzfrage diskutiert, was einen guten Soldaten ausmacht. Fazit: Ein wahrer Elitekämpfer kommt ohne „technischen Schnickschnack“ aus. Genau der wird aber noch eine wichtige Rolle im Verlauf des Films spielen, der etwas verzögert Fahrt aufnimmt.

Offizier Kinney (Liam Hemsworth) alias Playboy (wie es zur Hugh-Hefner-Hommage bei der Namenswahl kam, erfahren wir nicht) ist eigentlich unterqualifiziert für die Truppe. Dennoch schlägt er sich beim Angriff auf die Terrororganisation gut und verhindert in den letzten Sekunden die martialische Köpfung eines Kindes. Mit Unterstützung aus der Luft von Drohnenpilot Reaper (Russell Crowe) gelingt zwar ein erster Schlag, doch der Gegner wehrt sich, und Kinney bleibt nach dem vermeintlichen Tod seiner Kameraden alleine im philippinischen Dschungel zurück. Mithilfe von Reaper und Sergeant Nia Branson, die mit einer Drohne als seine „Augen am Himmel“ fungieren, arbeitet er sich per Anweisung über Kopfhörer seiner Rettung durch einen Helikopter entgegen. Wir erfahren, dass Reaper und Playboy beide aus Ohio kommen und dort nach dem Einsatz unbedingt mal zusammen was essen wollen und dass Reaper eine schwangere, vegane Frau hat. Diese bekommt man aber weder direkt zu sehen noch zu hören. Die Rolle dient wohl nur als Anker in der realen Welt, fernab von Camouflage und ferngesteuerten Raketen, und soll Russell Crowes Figur nahbarer machen. So verkörpert er eine Mischung aus gemütlichem Pantoffelheld und hochqualifiziertem Militärprofi, und es gelingt ihm, beides glaubhaft darzustellen.

Kinneys Rettung misslingt schließlich, und nachdem er vom totgeglaubten Captain Sugar (Milo Ventimiglia) gerettet wird, landen beide bei ihrem dritten Kameraden in „Guantanamo“ – wie der Kopf der Terroristengruppe die Gefangenschaft so schön ironisch bezeichnet. Mit dem Feindbild hat man sich es in LAND OF BAD einfach gemacht, aber es funktioniert ja auch immer wieder.

In einem brutalen Kampf befreit Playboy sich und zumindest einen seiner Kameraden aus seinem philippinischen Kellerverlies und prügelt sich dem dramatischen Finale entgegen. Zeitgleich muss Reaper in Las Vegas direkt vom veganen Feierabendeinkauf zu seinen unfähigen Kollegen auf den Stützpunkt hechten, weil die dort schlicht nicht ans Telefon gehen. Sie schauen nämlich lieber Basketball auf dem Flachbild-TV, anstatt nervige Anrufe von Kameraden in Lebensgefahr anzunehmen.

 

LAND OF BAD zeigt das altbewährte Setting im feuchten, dampfenden Dschungel. Tropische Hitze trifft auf eiskalte Killer. Markige Sprüche im Militärjargon und ein wenig Patriotismus dürfen auch nicht fehlen. Letzteres zum Glück in geringen Dosen. Zudem wird das amerikanische Militär zur Abwechslung mal nicht als unfehlbar oder ausnahmslos heldenhaft dargestellt. Flinke Kamerafahrten, messerscharf inszenierte Actionszenen und First-Person-Perspektiven in Anlehnung an Videospiele verleihen LAND OF BAD eine gelungene Ästhetik. Gewalt als reinen Selbstzweck gibt es in dem Film mit FSK-18-Freigabe nicht. Die Kampf- und Tötungsszenen sind schonungslos, aber immer sinnvoll platziert. Selbst wenn vieles der Handlung vorhersehbar ist, machen vor allem die Interaktionen zwischen Liam Hemsworth und Russell Crowe den Actionthriller sehenswert. Dass die beiden Schauspieler sich für die Dreharbeiten in Australien vielleicht nicht mal gesehen haben, tut der Chemie keinen Abbruch. Wer also über eine gewisse inhaltliche Oberflächlichkeit hinwegsehen kann, wird mit dem Film Freude haben. (Jessica Wittmann-Naun)

 

Zu sehen hier bei Amazon Prime:

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LAND OF BAD

LAND OF BAD

Regie: William Eubank / USA/2024 / 110 Min.

Besetzung: Russell Crowe, Liam Hemsworth, Milo Ventimiglia, Luke Hemsworth, Chika Ikogwe

Streamer: Amazon Prime Video

Start: Bereits gestartet