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LIFEHACK

Regie: Ronan Corrigan / GB, USA 2025 / 97 Min.
Besetzung: Georgie Farmer, Yasmin Finney, Roman Hayeck-Green, James Scholz, Jessica Reynolds, Charlie Creed-Miles
Produktion: Timur Bekmambetov, Joann Kushner, Sasha Kletsov
Freigabe: FSK 12
Verleih: STUDIOCANAL
Start: 10.09.2026

Sie nennen sich „Losers Club“ – aber abzocken lassen sie sich garantiert von niemandem: Die Hauptfiguren im Spielfilmdebüt des in Nordirland geborenen Regisseurs Ronan Corrigan sind vier 17-jährige Kids, die im Sommer 2018 fast rund um die Uhr per Computer oder Smartphone online unterwegs sind und sich dabei gnadenlos austoben. Wenn sie nicht gerade chatten oder eine Multiplayer-Partie „Rust“ spielen, widmen Kyle und Sid aus London, James aus Oregon sowie Alex aus Utah, das einzige weibliche Mitglied der Clique, ihre Zeit und ihre Fähigkeiten besonders gerne bösartigen Internet-Scammern, die sie einen Schluck ihrer eigenen Medizin kosten lassen. Gleich zu Beginn der Handlung lassen sie etwa ein betrügerisches Callcenter in Indien auffliegen. In erster Linie einfach, weil sie es können.

Yasmin Finney als Alex im Film LifeHack

In einer Mischung aus Langeweile, Übermut und purer Lust am Kick nehmen sie bald jedoch ein wesentlich interessanteres – und riskanteres – Ziel ins Visier: das Krypto-Wallet des berühmt-berüchtigten Tech-Moguls Don Heard (Charlie Creed-Miles, CRIMINAL RECORD). Durch eine ausgefeilte Social-Engineering-Strategie erhalten sie unter unfreiwilliger Mithilfe seiner Tochter Lindsey (Jessica Reynolds, HOUSE OF GUINNESS) schließlich tatsächlich Zugang zur digitalen Brieftasche des Multimillionärs. Und erleichtern sie ohne größere Probleme um Dogecoins im Wert von über 100.000 US-Dollar.

Jessica Reynolds als Lindsey Heard, Georgie Farmer als Kyle und Yasmin Finney als Alex im Film LifeHack

Ausgelassen feiern sie sich für ihre Bravour und ergehen sich erst mal in einem gewaltigen Kaufrausch. Bald beginnt ihnen jedoch zu dämmern, dass sie sich womöglich mit den Falschen angelegt haben. Ihr Coup ist nicht unbemerkt geblieben, und plötzlich sehen sie sich mit knallharter Erpressung von unerwarteter Seite konfrontiert: Entweder sie steigen noch viel tiefer ein und rauben schlappe 25 Millionen Dollar, die Heard in einem Offline-Wallet geparkt hat, oder sie werden an die Ermittlungsbehörden verraten. Hinzu kommt noch die Kleinigkeit, dass der Mann eine furchterregende berufliche Vorgeschichte hat … und die „Loser“ deshalb auch um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten müssen.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich der britische LIFEHACK vom mehr oder weniger unbeschwerten, konsequent auf zeitgemäß getrimmten Jugend-Film in seiner zweiten Hälfte zu einem Cyber-Heist-Thriller, einer Art OCEAN‘S ELEVEN für die Gen Z – ohne dessen charakteristischen Glamour-Faktor, aber dafür mit dem omnipräsenten Gefühl ausgestattet, dass hier echte Gefahr für unsere Helden im Spiel ist. Ganz besonders, als wir die Realisierung ihres waghalsigen Plans verfolgen, steigt die Anspannung in beträchtliche Höhen. Man kann sich keineswegs sicher sein, dass sie bei ihrem Raubzug ungeschoren davonkommen …

James Scholz als Petey im Film LifeHack

Im Hinblick auf die Umsetzung ist insbesondere erwähnenswert, dass es sich bei LIFEHACK um einen fast lupenreinen „Screenlife-“ bzw. „Desktop-Film“ handelt: Abgesehen von einem Segment, in dem Heards Büro aufgesucht wird – was wir aber auch nur in Webcam-Aufnahmen gezeigt bekommen –, spielt sich die gesamte Handlung ausschließlich auf Computer- und Mobile-Bildschirmen ab. Dies wirkt jedoch nie wie ein bloßes Gimmick, erzwungen, prätentiös oder ungelenk, sondern durchgehend stimmig: wie eine realitätsgetreue Abbildung der Mediennutzungsgewohnheiten einer damals nachgewachsenen (Hacker-)Generation.

Dass das Konzept in ein sich so organisch anfühlendes Filmerlebnis übertragen werden konnte, dürfte nicht zuletzt der Mitwirkung von Produzent Timur Bekmambetov geschuldet sein. Nachdem er sich einst als Regisseur des russischen WÄCHTER DER NACHT einen Namen machte, hat er seit 2014 mehrere „Screenlife-Filme“ wie UNKNOWN USER und dessen Fortsetzung produziert, insbesondere aber auch die Hollywood-Hits SEARCHING und MISSING. Zumindest auf technischer Ebene kann LIFEHACK als die Perfektionierung dieses Formats bezeichnet werden.

Georgie Farmer als Kyle im Film LifeHack

Nicht nur aufgrund der Protagonist:innen und der Handlung, sondern auch der Inszenierung wegen ist das Zielpublikum des Films dabei eindeutig in jüngeren Altersklassen zu verordnen, die sich von einer klassisch erzählten Crime-Story vielleicht nicht mehr so einfach begeistern lassen würden. Neben seinen teils sehr spezifischen Online-Inhalten und dem entsprechenden Jargon wirkt LIFEHACK vor allem dank des wahnsinnig rasanten Schnitts wie explizit gemacht für Zuschauende, die selbst mehr Zeit an Rechner und Handy verbringen, als es mutmaßlich gut für sie wäre.

Die enthusiastisch und versiert, aber allzu sorglos agierenden „Skript Kiddies“ in den Hauptrollen werden sehr überzeugend und lebensecht von Nachwuchsdarsteller:innen verkörpert, von denen zwei bereits über etwas größere Erfahrung vor der Kamera verfügen. Zum einen handelt es sich dabei um Georgie Farmer, der den Anführer Kyle Peters spielt und zuvor bereits in sämtlichen Episoden der Serie WEDNESDAY als Ajax Petropolus zu sehen war. Zum anderen um Yasmin Finney, die als Elle Argent in HEARTSTOPPER bekannt geworden ist und hier die Rolle der Alex Kemp übernimmt.

Georgie Farmer als Kyle, Roman Hayeck-Green als Sid, James Scholz als Petey und Yasmin Finney als Alex im Film LifeHack

Selbst, wenn wir ihre Figuren niemals physisch am selben Ort erleben, entwickelt sich zwischen ihnen eine nicht zu leugnende Chemie. Abgesehen davon lässt die Tiefe der Charakterzeichnungen leider einiges zu wünschen übrig, auch eine nennenswerte Entwicklung der jungen Persönlichkeiten findet kaum statt – obwohl sie angesichts der dramatischen Situation, in der sie sich wiederfinden, ja durchaus zu erwarten wäre. Ebenso wirkt die vom Drehbuch implizit gegebene Erklärung für das exzessive sowie moralisch mitunter recht fragwürdige Verhalten der Cliquenmitglieder eher eindimensional, indem sie sich auf Vernachlässigung durch die Eltern beschränkt.

Das gibt allerdings höchstens Abzüge in der B-Note, denn der Unterhaltsamkeit der Story und besonders der Effektivität ihrer Inszenierung tut es keinen Abbruch. Fans von Heist-, Cybercrime- oder auch Found-Footage-Filmen sollten deshalb unbedingt einen Blick wagen – wenn sie das hohe Tempo mitgehen können. Dieses verspricht übrigens einen nicht zu unterschätzenden Vorteil für die Sichtung im Kino: Selbst Zuschauende mit niedrigster Aufmerksamkeitsspanne werden hier kaum Gelegenheit finden, zwischendurch einen störenden Blick auf ihr Smartphone zu werfen. (Dominic Saxl)


„Maximal adrenalingeladener „Screenlife“-Thriller“

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Regie: Ronan Corrigan / GB, USA 2025 / 97 Min.
Besetzung: Georgie Farmer, Yasmin Finney, Roman Hayeck-Green, James Scholz, Jessica Reynolds, Charlie Creed-Miles
Produktion: Timur Bekmambetov, Joann Kushner, Sasha Kletsov
Freigabe: FSK 12
Verleih: STUDIOCANAL
Start: 10.09.2026