Regie: Morten Tyldum / USA 2016 / 116 Min.

Darsteller: Chris Pratt, Jennifer Lawrence, Michael Sheen, Laurence Fishburne, Andy Garcia, Vince Foster, Kara Flowers

Produktion: Stephen Hamel, Michael Maher, Ori Marmur, Neal H. Moritz

Freigabe: FSK 12

Verleih: Sony Pictures

Start: 05.01.2017

 

Die Karriere des norwegischen Regisseurs Morten Tyldum liest sich wie das Paradebeispiel einer Hollywood-Karriere. Der in seiner Heimat durch die Inszenierung diverser TV-Serien bekannt gewordene Filmemacher drehte von 1991 bis 2008 ausschließlich für den heimischen Markt, ehe er mit HEADHUNTERS aus dem Jahr 2011 erstmalig an einer internationalen Koproduktion beteiligt war. THE IMITATION GAME, der Oscar-Anwärter von 2015, wurde schließlich zu seinem weltweiten Durchbruch. Kein Wunder also, dass er für seine neueste Regiearbeit PASSENGERS gar keine ausführliche Überzeugungsarbeit leisten musste, um Megastars wie Jennifer Lawrence (DIE TRIBUTE VON PANEM), Chris Pratt (JURASSIC WORLD) oder Michael Sheen (NOCTURNAL ANIMALS) für sich zu gewinnen. In dem knapp zweistündigen Weltraummärchen, das sich in den Trailern weitaus reißerischer verkauft, als es eigentlich ist, seziert der geborene Bergener zunächst die Einsamkeit an sich und spinnt Ereigniskonstrukte, die sich auch auf die Realität übertragen ließen. Doch so ganz kann der Regisseur diesen minimalistischen Kurs nicht halten. Ist die Katze erst einmal aus dem Sack respektive der Plot Twist über die Bühne gegangen, segelt PASSENGERS in moralisch fragwürdigen Gewässern einem in Genregefilden standardisierten Schlussakt entgegen.

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Aurora (Jennifer Lawrence) und Jim (Chris Pratt) sind zwei Passagiere an Bord eines Raumschiffs, das sie zu einem neuen Leben auf einem anderen Planeten bringen soll. Doch ihre Reise nimmt plötzlich eine lebensbedrohliche Wendung. Denn die Schlafkammern, in denen sie liegen, wecken sie auf unerklärliche Weise viel zu früh auf – 90 Jahre bevor sie ihr Ziel erreicht haben werden. Während Jim und Aurora versuchen, hinter das Geheimnis dieser Fehlfunktion zu kommen, fühlen sie sich mehr und mehr zueinander hingezogen. Doch dann werden sie von dem unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Raumschiffs bedroht und entdecken den wahren Grund, warum sie aufgewacht sind.

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Irreführende Trailer können ein echtes Ärgernis sein. Wer sich im Falle von PASSENGERS allerdings schon darüber echauffierte, das erste Bewegtbildmaterial könne eventuell schon zu viel verraten haben, der darf an dieser Stelle getrost durchatmen. Die in den diversen Vorschauen gezeigten Szenen finden im Film zwar tatsächlich statt, doch das Ausgangsszenario ist ein anderes. Um das Sehvergnügen nicht zu schmälern, wollen auch wir an dieser Stelle gar nicht weiter ausführen, wie sich die Ereignisse auf dem sensationell in Szene gesetzten Raumschiff Avalon entwickeln, doch so viel sei verraten: