Am 27.02. ist es so weit, nach dem Special in der aktuellen Ausgabe #115, erscheint RESIDENT EVIL REQUIEM von Capcom in diesen Versionen:
PC, PS5, Xbox Series, Switch 2
Wir durften das Spiel schon antesten.

Intro
Eine Messe für die Toten und einer der meisterwarteten Titel des noch frischen Jahres. Mit dem neunten Ableger der RESIDENT EVIL-Hauptreihe verspricht Capcom den immersivsten Teil des Franchises. Zurück nach Raccoon City heißt dann auch zurück zu den gewohnten Stärken? Eines ist klar: RESIDENT EVIL REQUIEM wird gewohnt anders. Passend zum Showcase am 15. Januar lud Capcom zeitgleich zu einer dreistündigen Hands-on-Preview in Hamburg ein. In der morbiden Kulisse eines Sanatoriums konnten die Tester einen Strang der Story mit beiden spielbaren Charakteren testen, rätseln, ballern und in die Welt des Schreckens abtauchen.

Story und Atmosphäre
RESIDENT EVIL REQUIEM kehrt zurück nach Raccoon City. Nachdem 1998 die Zombieepidemie der dort ansässigen Umbrella Corporation losgetreten wurde und die Stadt durch einen Raketenabwurf der Regierung zerstört wurde, kehrt die Serie in neue sowie alte Kulissen zurück. Neben der schon im Trailer gezeigten Polizeistation wird ein Teil der Story im dortigen Sanatorium spielen. Diesmal setzt Capcom auf zwei spielbare Charaktere mit der FBI-Kriminalanalytikerin Grace Ashcroft und dem seit Teil 2 Veteranen Leon S. Kennedy. Eine neue Serie von mysteriösen Todesfällen in Raccoon City führt beide Protagonisten auf die Suche nach Antworten. Der Tod von Grace’ Mutter und ein dunkles Geheimnis von Leon verbinden ihren Handlungsstrang. Das Forschungsprojekt Elpis lässt einen altbekannten Antagonisten wiederkehren: Dr. Victor Gideon, den Mörder von Grace’ Mutter Alyssa Ashcroft.

Gerade durch die beiden Charaktere entsteht ein abwechslungsreiches Spielerlebnis. Zum einen mit Grace, bei der deutlich auf die Horroraspekte gesetzt wird, indem man zum Beispiel nur mit einem Feuerzeug durch die Räume schleicht und sich im Dunkeln verbirgt. Zum anderen die dynamischen Parts mit Leon, in denen er sich allerhand Monstern, Mutierten und bizarren Kreaturen stellen muss. Die schon zu sehenden Gegner versprechen wieder einen grotesken Mix aus langsamen, schreienden, großen sowie kleinen Mutierten, die wie auch schon in früheren Serienteilen während der Erkundung wieder stärker neu mutieren. Das spielbare Sanatorium erinnerte stark an die Mansion aus dem ersten Teil. Anders als zuvor wirken die Gegner nicht in die Räumlichkeiten reingeworfen. Jeder zu sehende Gegner hatte eine Art eigene Story bzw. Lebensweise. Ob es ein Zombie in der Küche ist oder eine Sängerin im Salon, die Gegner handeln wie in ihrem vorherigen Leben. Bewährt bleiben die Keycards, Diamanten oder Rätsel, in denen mehrere Puzzleteile eine wichtige Tür öffnen. Durch die wechselnden Charaktere erlebt man Räumlichkeiten anders als zuvor. Ob es unterschiedliche Enden gibt oder Entscheidungen im Spielverlauf die Geschichte verändern, ist noch offen. Serientypisch wechselt das Spiel immer mal wieder in Cutscenes, in dem Fall der Preview wechselt diese den spielbaren Charakter von Grace auf Leon.

Gameplay
Gamedirector Koshi Nakanishi verspricht, dass die Spieler durch beide Charaktere unterschiedliche Erfahrungen während der Geschichte machen. Mit Grace Ashcroft erlebt man die Spielweise, die an den siebten Teil erinnert. Hier liegt der Fokus auf einer atmosphärischeren Erfahrung, indem Grace Rätsel löst, craftet und sich an den Gegnern vorbeischleichen kann. Durch die wenige Munition handelt man mit Grace deutlich vorsichtiger. Eine Neuerung beim Craften ist zum Beispiel, bei getöteten Gegnern das infizierte Blut aufzusammeln, um dann mit verschiedenen Materialien Munition oder eine Art anhaltenden Booster zu erstellen, mit dem Grace beispielsweise widerstandsfähiger wird. Eine der Spritzen kann auch im Kampf benutzt werden, wobei die Zombies komplett explodieren. Das Spielgefühl von Leon ist deutlich spürbar an den vierten Teil angelehnt, indem die Action und das dazugehörige Waffenarsenal genutzt werden können. Hier kann strategisch der Kampf jedes Mal anders geplant werden. Ob man Angriffe pariert, die Gegner laufunfähig macht und im Nahkampf bekämpft oder klassischerweise die Kugel in das Hirn jagt. Eine der großen Neuerungen ist die verstellbare

Kameraperspektive in die Ego- bzw. Third-Person-Ansicht, die zuletzt in Teil 8 oder in den Remakes genutzt worden ist. Beide Einstellungen, die jederzeit gewechselt werden können, führen zu unterschiedlichen Erfahrungen. Für eine immersivere Erfahrung ist die Ego-Ansicht gerade in den Schleichsequenzen die perfekte Wahl. Ist Leon zum Beispiel in einem Kampf mit mehreren Zombies, hilft die Third-Person-Ansicht, deutlich den Raum zu sehen und gezielt zu nutzen. Auch die Gegner bilden für den Spielstil unterschiedliche Vorgehensweisen. Einige Mutierte wirken lichtempfindlich, andere verfügen über einen guten Hörsinn. Ob man mit Grace herumschleicht oder sich den Gegnern stellt, entscheidet der Spieler selbst.
Grafik und Sound
Wie schon seit 2017 setzt Capcom weiterhin auf die selbst entwickelte „RE Engine“, die auch immer noch zeitgemäß und passend zum Spiel ist. Dank Path Tracing und DLSS 4 verbessert sich zudem noch die essenzielle Lichtstimmung für REQUIEM, gerade was die Darstellung der Schatten und das Licht auf die Charaktere betrifft. Generell sieht das Spiel wie das Remake zu Teil 4 aus. Auch soundtechnisch wirkt alles weiterhin wuchtig, was Schläge, Schusswaffen oder Geräusche betrifft. Musikalisch wird, wie schon in Teil 7, wieder Akiyuki Morimoto als Composer aufgeführt.

Preview-Fazit
Nach fast 30 Jahren ist die RESIDENT EVIL-Reihe weiterhin unangefochten DAS Survival-Horror-Franchise, das nicht nur das Genre revolutionierte, sondern sich stetig weiterentwickelt. Mit dem neunten Ableger der Hauptserie erwarten uns das zu Recht meisterwarte Spiel des Jahres und die Hoffnung, dass die Serie weiterhin Bestand hat. Durch die beiden unterschiedlichen Charaktere und dazugehörigen Spielweisen verbindet RESIDENT EVIL REQUIEM die Stärken aus den Remakes und die immersive Atmosphäre aus Teil 7 und 8 zu einem innovativen Erlebnis. Die Angst der Fangemeinde, es könnte wie in Teil 6 ein zu großer Fokus auf die Action gelegt werden, kann zumindest durch den spielbaren Abschnitt genommen werden. Auch die Rückkehr nach Raccoon City ist der richtige Schritt, der Geschichte wieder neue Facetten zu geben. Zudem wirken jeder Gegner, die Räume und selbst die gute alte Schreibmaschine wie eine Rückkehr und vielleicht eine Evolution für das Franchise. Wer nimmt denn nicht gerne als Leon diesmal die Kettensäge selbst in die Hand? Wenn Capcom es schafft, auch nur ansatzweise die dichte Kulisse auf die gesamte Spielzeit zu bringen, erwartet uns ein absolutes Highlight.
(Olaf Kuzniar)
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