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SAMARITIAN-REVIEW

Samaritan

Regie: Julius Avery / USA 2022 / 99 Min.

Besetzung: Sylvester Stallone, Javon Walton, Pilou Asbæk, Dascha Polanco, Martin Starr

Produktion: Sylvester Stallone, Braden Aftergood

Freigabe: FSK 12

Streaming-Start: 26. August 2022 hier auf PRIME

Pilou Asbæk (left) as Cyrus and Sylvester Stallone (right) as Joe Smith in SAMARITAN, directed by Julius Avery, a Metro Goldwyn Mayer Pictures film.
Credit: Metro Goldwyn Mayer Pictures
© 2022 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. All Rights Reserved.

Zwanzig Jahre ist es her, seit sich der Superheld Samaritan in einem alles entscheidenden Kampf seinem Bruder Nemesis gestellt hat – und mit ihm zusammen dabei sein vermeintliches Ende gefunden hat. Vermeintlich deswegen, weil sich bis in die Jetztzeit hartnäckig das Gerücht hält, dass Samaritan noch lebt. Daran glaubt auch Sam, seines Zeichens ein vaterloser Junge, der sich in einer äußerst schlechten Nachbarschaft durchschlagen muss. Eines Tages trifft er auf den schweigsamen und zurückgezogen lebenden Müllmann Joe Smith (Sylvester Stallone), in welchem er Samaritan zu erkennen glaubt. In der Folgezeit versucht er alles, um die wahre Identität seines geheimnisvollen Nachbars zu entlarven. Gleichzeitig kommt er in Kontakt mit dem psychotischen Gangster Cyrus (Pilou Asbæk), der sich geschworen hat, in die Fußstapfen seines Idols Nemesis zu tretten und die Stadt im Chaos versinken zu lassen. Nur ein Superheld wie Samaritan kann die Stadt und seine Bewohner noch retten.

Sylvester Stallone as Joe Smith in SAMARITAN, directed by Julius Avery, a Metro Goldwyn Mayer Pictures film.
Credit: Daniel McFadden / Metro Goldwyn Mayer Pictures
© 2022 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. All Rights Reserved.

Mit Samaritan reiht sich nun auch unser aller Actionheld Sylvester Stallone in den langen Reigen jener Schauspieler ein, die mit Maske, Anzug und Umhang bekleidet sich in den Kampf gegen böse Mächte begeben. Der ohnehin superstarke Stallone mimt in Samaritan schließlich einen Superhelden, der sich widerwillig aus seinem selbstgewählten Ruhestand begibt. Der titelgebende Samaritan entspringt dabei keiner Comicvorlage, sondern wurde quasi exklusiv für diesen Film erdacht. Passend dazu backt Samaritan auch vergleichsweise kleinere Brötchen, da nicht das Schicksal der Welt auf dem Spiel steht und auch keine überdimensionale Bedrohung gebannt werden muss. Am Ende steht „nur“ die soziale Stabilität der eigenen Heimatstadt auf dem Spiel, welche durch Cyrus und seine Männer bedroht wird. Bis es so weit ist, versteht sich Samaritan auch weniger als typischer Superhelden-Film, sondern eher als ein Drama mit ein paar Action- und Comiceinlagen. Dabei behält sich die Inszenierung einen ganz besonderen Twist bis zum Schluss auf, den man zwar von Anfang an vorausahnen kann, der aber dennoch dem Handlungsverlauf sehr gut zu Gesicht steht. Eben jener lässt vor allem Sylvester Stallone viel Spielraum, sich in einer überzeugenden Altersrolle zu präsentieren. Wer genau aufpasst, der kann in der von Stallone gespielten Figur sowohl die melancholische Verletzlichkeit eines frühen Rocky Balboa, aber auch die Bedrohlichkeit eines späten John Rambo ausmachen.

 

Javon „Wanna“ Walton (left) as Sam Cleary and Sylvester Stallone (right) as Joe Smith in SAMARITAN, directed by Julius Avery, a Metro Goldwyn Mayer Pictures film.
Credit: Metro Goldwyn Mayer Pictures
© 2022 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. All Rights Reserved.

 

Wenn es dann ans Eingemachte geht, steigert sich Stallones Figur in seiner Vorgehensweise stetig, bis er am Schluss keine Gefangenen mehr macht und gar zur kompromisslosen Selbstjustiz greift. Samaritan ist in seinem Grundton und seiner Inszenierung schließlich weit davon entfernt, Familientauglichkeit à la Marvel zu zelebrieren. Der Film versteht sich schließlich als erwachsener Superheldenfilm, weswegen man auch vergebens nach selbstzweckhaften Schauwerten suchen wird. Die gesamte Inszenierung ist vielmehr auf das notwendigste reduziert, wobei ein paar CGI-Effekte nicht ganz sattelfest daherkommen und somit auch einen Erklärungsansatz dafür liefern, wieso es der Film nicht in die Kinos dieser Welt geschafft hat. Bedauerlich, da der Film ein größeres Publikum durchaus verdient hätte, statt bei Amazon Prime in der Masse der Veröffentlichungen unterzugehen. Jene, die sich den Film jedoch über den Streamingdienst anschauen, werden mit einem Werk belohnt, welches zwar nicht perfekt ist, seine stärksten Momente jedoch darin findet, wenn es darum geht, mit nachvollziehbaren Zwischentönen und gut ausgearbeitete Figuren aufzuwarten. Satt seelenloser Big-Budget-Galore bekommt man somit den etwas anderen Superheldenfilm geboten. (Nando Rohner)

 

Ein angenehm anderer Superheldenfilm

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