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SHIVERS SPECIAL – Filme statt Fasnet #2

SHIVERS Special: Filme statt Fasnet #2
20. Februar 2020

 

Fasnet, so heißt das also da unten am Bodensee.
In Konstanz, wo das jährlich stattfindende SHIVERS FILM FESTIVAL immer öfter seine Arme ausbreitet und den Freunden des besonderen, anderen Films weitere SHIVERS-Specials auch abseits des Mutterfestivals bietet. Wie zum Beispiel diese Fetter-Donnerstag-Gegenveranstaltung, bei der die SHIVERS-Crew für alle diejenigen, die’s nicht so mit Hütchen, Tröten und verordnetem Humor haben, ein ansehnliches Programm zusammengetragen haben. Das mit nichts Geringerem endet als der Deutschlandpremiere des mit Spannung erwarteten COLOR OUT OF SPACE.

 

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Los geht’s am Donnerstag, dem 20. Februar, um halb drei am Nachmittag. Mit einer beeindruckenden deutschen Genre-Produktion: DER LETZTE MIETER von Gregor Erler schafft die schwierige Gratwanderung zwischen Psyhotrill und Gesellschaftskritik und präsentiert ein Stück Indie-Kino, das das Thema Gentrifizierung auf äußerst spannende Weise anprangert und dabei den Zeigefinger unten behält. Sowas sieht man gern. Wobei gern nicht ganz das passende Wort ist: Tobias’ Leben ist von Unzufriedenheit, Frust und Hektik geprägt. Als der Klempner und Hausmeister, der eigentlich zu etwas ganz anderem ausgebildet wurde, seinem Vater die im Auto vergessenen Herztabletten vorbeibringen will, findet er in der heruntergekommenen Wohnung nicht nur den Vater, sondern auch einen der Makler vor. Und das am Tag der Räumung. Etwas stimmt nicht. Die Schupo ist schon vor Ort, um die Räumung zu begleiten, der letzte noch im Gebäude verbliebene Altmieter wehrhaft, und ehe sich Tobias versieht, steckt er in einem Strudel von Ereignissen, die in Schutt und Asche enden. Oder etwas ganz anderen. „Ein Geheimtipp“, liest man oft über den LETZTEN MIETER. Ja, stimmt.

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Danach macht das SHIVERS-Special der Bezeichnung Kontrastprogramm alle Ehre und liefert mit VHYES etwas derart Schräges auf die Leinwand, das einen fast 72 Minuten lang ungläubig und gleichzeitig verdammt erheitert den Kopf schüttelt lässt. Dass die besondere Ästhetik der 1980er-Jahre eine Rolle spielt, liegt auf der Hand. Was VHYES aber zu dem innovativen Film macht, der er ist, ist die Präsentation als schrulliges Mix-Tape: Der Camcorder der Eltern hat es Ralph angetan und es gibt ja so unendlich viel, was es wert ist, aufgezeichnet zu werden! Vom Wetter bis hin zu Clips, sehr seltsamem Teleshopping, den Familienstreitigkeiten und anderem zwischen banal, skurril und sonstwas hin und her springenden, ähm, Kleinigkeiten. Dass dabei das Hochzeitsvideo der Eltern überspielt wird, nun, das weiß der kleine Ralph erstmal nicht … VHYES ist genau das: ein dickes YES. Parodie, herrlicher Quatsch und sehr viel Liebe. Und zudem die Deutschlandpremiere.

 

 

 

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