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CTRL + INDIE-GAMES – DIE HIGHLIGHTS IM SEPTEMBER

Der September 2026 kann gut und gerne als einer der intensivsten Games-Monate aller Zeiten gehandelt werden. Durch das Erscheinen von GTA 6 im November sind sehr viele große Titel in den September geflüchtet.

Das war nicht nur für diese großen Titel gefährlich, auch kleinere Indies mussten aufpassen, nicht unter dieser Spiele-Lawine begraben zu werden.

Wer also die großen Titel etwas zur Seite legen mag und mehr auf kreativere, kleinere Titel steht, sollte mal kurz innehalten, am warmen Tee nippen und sich die folgenden Indie-Highlights genauer anschauen.

METAL GARDEN

Diese Bauten haben schon so lange kein Sonnenlicht gesehen. Begraben unter Äonen an Geschichte erstrecken sich gigantische Megastrukturen bis zum Horizont und darüber hinaus. Wen wir hier genau spielen, tut gar nicht so viel zur Sache. Vielmehr ist es die Wirkung der Umgebungen und die Atmosphäre einer bereits seit Langem verlorenen Welt, die hier in den Bann zieht.

Alles grau. Selbst das Gras schimmert nur gerade so in einer Art von Graugrün.

METAL GARDEN ist eine Dystopie einer Dystopie. Wir bewegen uns in der Ego-Perspektive durch diese Welt, stets auf der Suche nach Antworten, die da unter fünfhundert Kilometern Beton warten. Außer ein paar Gefechten per Pistole und Gewehr ist hier alles auf Erkundung und kleinere Umgebungsrätsel ausgerichtet.

Nach knapp drei Stunden ist das kleine, von BLAME! inspirierte Abenteuer auch schon wieder vorbei. Zurück bleibt ein schönes Gefühl der wohligen Einsamkeit.

Kleiner Geheimtipp für Fans von narrativen Shootern.

FOUNTAINS

FOUNTAINS könnte man am allerbesten als eine Mischung aus HYPER LIGHT DRIFTER und DARK SOULS beschreiben. So bewegen wir uns mit unserer Figur durch eine düstere, immer wieder auch vertrackte Welt, die voller Geheimnisse steckt.

Generell ist der Fokus der Erkundung hier noch viel mehr auf Geheimnisse wie versteckte Räume, falsche Mauern und Metroidvania-Elemente gelegt. So ähnelt FOUNTAINS immer wieder viel eher einer Rätselbox mit Kampfelementen als andersherum.

Die Welt ist zudem durchsetzt mit Upgrades für euer kleines, schwertschwingendes Ritterlein, sodass jedes Geheimnis fast immer eine lohnende Belohnung beinhaltet.

Dadurch passt dieses Taschen-Souls auch wunderbar auf die Switch. Wem die großen Titel des Genres mit ihren epischen Vistas und großen Inszenierungen oft zu viel sind, findet in FOUNTAINS einen schönen Ausgleich. Hier ist die Reduzierung aufs Wesentliche nicht etwa eine Schwäche, sondern sorgt für eine herrliche Zugänglichkeit in ein schön erdachtes, verschachteltes und gefährliches Labyrinth.

Die Steuerung geht wunderbar von der Hand, die Bosskämpfe sind hart, aber gerecht, und der Soundtrack tut sein Übriges.

Wer also Lust auf ein Rätsel-Souls im Taschenformat hat, kommt um FOUNTAINS kaum herum.

Herrlich vertracktes Rätsel-Soulslike

ARTIS IMPACT

Mit ARTIS IMPACT steht ein sehr ungewöhnliches, rundenbasiertes JRPG ins Haus, welches in so ziemlich allen Belangen wirklich ungewöhnlich ist und dadurch stark aus der Masse hervorsticht.

Wir begleiten die junge Akane und ihren kleinen Roboterfreund in einem absurden und überwiegend lustigen Abenteuer voller skurriler Charaktere, Kreaturen und Umgebungen. Aus der Top-Down-Perspektive erkunden wir in sehr flüssigem Pixel-Art eine bis ins kleinste Detail ausgearbeitete kleine Welt. Die Themen rund um Umweltbewusstsein und AI sind allgegenwärtig, verströmen durch die sehr gekonnte Schreibe jedoch eine sehr angenehme Leichtigkeit.

ARTIS IMPACT kommt dabei mit einem sehr ungewöhnlichen und einzigartigen Artstyle daher. So wird die Geschichte der jungen Akane häufig in Manga-Panels erzählt, die sich immer wieder überlappen und ungewöhnliche Perspektiven einnehmen. All das wird dann noch von einem zunächst skurril wirkenden Menü unterfüttert, wodurch man immer wieder angenehm an NIER:AUTOMATA erinnert wird.

Das hat nicht nur extrem viel Charme, sondern ist auch richtig gut geschrieben und besticht regelmäßig durch sehr empathische und clevere Szenen und Momente.

Wenn man sich dann die Credits anschaut und merkt, dass all das von einer einzigen Person gestaltet wurde, bekommt man es schon schnell mit Neid zu tun. Wie toll, dass es solche Projekte immer wieder gibt.

Stark inszeniertes Kleinod voller einzigartiger Ideen.

MONOWAVE

Bei MONOWAVE handelt es sich um einen richtig klassischen Puzzle-Plattformer voller kleinerer und größerer Kopfnüsse. In einem „One-Line-Stil“ eingefangen, sticht schon allein das Cover aus der Masse hervor und zeigt, dass es noch immer neue Artstyle-Ansätze gibt und besonders Indies sich bei diesen herrlich austoben können.

MONOWAVE kann dabei perfekt mit dem Sprichwort „klein, aber fein“ beschrieben werden.

So steuern wir eine kleine, beinahe gekritzelte Figur, die sich durch eine abstrakte Welt rätseln muss. Ähnlich wie in einem KIRBY können wir dabei zwischen verschiedenen Fähigkeiten wechseln. Hier sind diese jedoch nicht an etwaige Gegenstände gekoppelt, sondern sind schlichtweg in Emotionen unterteilt.

Mit Wut können wir austeilen, Fröhlich lässt uns springen, Trauer lässt uns schlapp über Dornen gehen und so weiter und so fort. Dabei nimmt unser kleiner Blob auch immer wieder entsprechende Farben an, der Soundtrack passt sich ebenfalls den Emotionen an. Besonders in späteren Levels werden die Gefühlsgeflechte und Wechselwirkungen immer komplexer und bieten einige schöne Kopfnüsse, besonders, wenn man alle sammelbaren Gegenstände erhaschen möchte.

Das ist ungeheuer sympathisch und macht neugierig, was für Spiele dieses kleine koreanische Studio noch so im Petto hat. Ein guter Einstand ist das Ganze aber auf jeden Fall.

Süßer kleiner Puzzle-Plattformer

So, das war’s an kleinen Tipps für den ohnehin schon so vollen September. Jetzt macht auch gerne mal das Handy aus und geht raus, ein paar Pilze sammeln, genießt den Herbst! (Simon Greichgauer)

CTRL + INDIE-GAMES – DIE HIGHLIGHTS IM SEPTEMBER