Regie: Patrick Hughes / USA, Frankreich 2014 / 126 Min.

Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Antonio Banderas, Jet Li, Wesley Snipes, Dolph Lundgren, Mel Gibson, Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger

Produktion: Avi Lerner, Danny Lerner

Verleih: 20th Century Fox

Freigabe: tba

Start: 21.08.2014

 

Stellt euch einmal folgendes Szenario vor: Der mündige Bundesbürger geht eines schönen Tages in den Supermarkt, um sich eine Flasche Wein für das abendliche Dinner in trauter Zweisamkeit zu besorgen, um dann vor Ort entsetzt festzustellen, dass es nur noch alkoholfreien Kinderpunsch zu kaufen gibt. Nicht etwa wegen des Jugendschutzes, sondern vielmehr deshalb, um noch mehr dieses Getränks auch an Jüngere verkaufen zu können. Das ist völliger Unsinn, da es ja ohnehin schon viele nichtalkoholische Auswahlmöglichkeiten für Heranwachsende gibt und diese sich außerdem nicht für Wein interessieren? Korrekt, weshalb diese Fantasterei auch total absurd ist. Nun, was hier völlig undenkbar erscheint, ist in der Filmindustrie gang und gäbe. Während man bei augenscheinlichen Kinderfilmen wie HARRY POTTER UND DIE KAMMER DES SCHRECKENS, Zack Snyders martialischem Eulen-Epos DIE LEGENDE DER WÄCHTER oder aber jüngst bei der etwas anderen Märchenadaption MALEFICENT Kürzungen zugunsten einer FSK-6-Freigabe zwar nicht verstehen, aber irgendwie nachvollziehen kann, ernten andere Entscheidungen nur noch verständnisloses Kopfschütteln. Da wird das ebenso witzige wie brutale Comeback von Arnold Schwarzenegger, THE LAST STAND, von einer FSK-18- auf eine lukrativere FSK-16-Fassung geschnitten, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Ebenso erwischte es damals STIRB LANGSAM 4.0. Beide Filme bekamen zwar eine unzensierte Heimkinoauswertung spendiert, wurden auf der großen Leinwand für echte Filmpuristen jedoch nahezu unbrauchbar. Das gleiche Schicksal ereilt nun also das Altherren-Action-Konglomerat um Sylvester Stallone, der mit der völlig jugendfreien Fassung von THE EXPENDABLES 3 seinem eigenen Old-school-Franchise um markige Typen und saftige Schusswechsel den Todesstoß versetzt. Zumindest in den Lichtspielhäusern. Denn sind wir mal ehrlich: Stallone, Schwarzenegger, Lundgren, Snipes und Konsorten sind allesamt Kinder ihrer Zeit und in den blutig-kompromisslosen 80er-Actionfilmen verankert absolut großartig. Auch der Transport in die Neuzeit ist zumindest für Fans der alten Haudegen vollkommen geglückt, denn sowohl THE LAST STAND als auch SHOOT OUT und nicht zuletzt THE EXPENDABLES 1 + 2 bieten das, was die Jünger jener Ikonen sehen wollen: knackige One-Liner, rotzig rebellische Typen mit Ecken und Kanten, knallharte Action.

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Die Intention der Produzenten, solche Filme für die heutige Generation zurechtzustutzen, funktioniert in der Theorie schon nicht. Teenies interessieren sich nicht für alte Männer von (aus ihrer Sicht) gestern, die mit dicken Knarren und blöden Sprüchen um sich feuern, als gäbe es kein Morgen mehr. Weshalb also einen Film für ein Publikum zubereiten, das dies per se schon nicht goutieren will? Diejenigen Rezipienten aber, die sich mit den guten alten Streifen identifizieren können und vor allen Dingen auch wollen, werden dessen beraubt, was diese Filme unter anderem ausmacht: der Kompromisslosigkeit bei den Gewaltausbrüchen. Sprich: Es werden nicht nur NICHT mehr Zuschauer durch die Zensur angesprochen, sondern es werden auch noch jene verprellt, die sich eigentlich auf ein Stück dreckig-kernige Arschtrittaction gefreut haben. Selbst wenn Sylvester Stallone jüngst auf einer Pressekonferenz verlauten ließ, dass es eine härtere Heimkinofassung geben wird („Of course when we go to do the DVD, you’ll see all that. You know the ’80 frames’ and you’ll say, ‘oh, there it is’“), wird der an sich große Spaß, den die Opa-Helden-Allianz auf der großen Leinwand durchaus verbreitet, deutlich getrübt.

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Bevor Barney Ross (Sylvester Stallone) und sein Team der EXPENDABLES, bestehend aus Hale Caesar (Terry Crews), Lee Christmas (Jason Statham), Toll Road (Randy Couture) und Gunner Jensen (Dolph Lundgren), einem skrupellosen Waffenhändler das tödliche Handwerk legen können, müssen sie zuerst noch einen als Doctor Death (Wesley Snipes) bekannten Gefangenen befreien, der für die anschließende Mission essenziell ist. Wie sich anschließend herausstellt, ist jener begnadete Messerspezialist einer der ursprünglichen fünf Mitglieder der EXPENDABLES und wurde aufgrund eines missglückten Attentats jahrelang in ein geheimes Gefängnis gesperrt. Nun wieder auf freiem Fuß, kann er seinen neuen Kollegen spektakulär unter Beweis stellen, dass er in der abstinenten Zeit nichts verlernt hat. Der Auftrag läuft allerdings trotzdem aus dem Ruder, als Barney in dem Waffenschieber seinen ehemaligen, totgeglaubten Partner und EXPENDABLE-Mitbegründer Conrad Stonebanks (Mel Gibson) wiedererkennt. Blind vor Rachsucht gefährdet Ross das Unterfangen, und Hale wird dabei lebensgefährlich verletzt, während Stonebanks unbeschadet davonkommt. Zurück in der Heimat verkündet Barney daraufhin die Auflösung des bekannten Söldnerteams und macht sich auf die Suche nach frischen Spezialisten, die er mit Smilee (Kellan Lutz), Luna (Ronda Rousey), Thorn (Glen Powell) und Mars (Victor Ortiz) auch rekrutiert. Als es bei der Jagd auf Stonebanks jedoch erneut zu einem dramatischen Zwischenfall kommt, ist Barney letztendlich wieder auf sein eingespieltes Team angewiesen, das durch Yin Yang (Jet Li), Trench Mauser (Arnold Schwarzenegger), den spanischen Neuzugang Galgo (Antonio Banderas) und den CIA-Beamten Max Drummer (Harrison Ford) kongenial ergänzt wird.