Hier erhältlich als E-Paper
Warenkorb

“THE WORLD OF TIM BURTON” – Ausstellung im Max Ernst Museum Brühl

“Ich bin kein großer Künstler”

Auszüge einer Pressekonferenz mit Tim Burton

 

 

Wer hätte nicht gerne Vincent Price getroffen oder Christopher Lee davon überzeugt, die eigene Telefon-Mailbox zu besprechen? Timothy Walter Burton hat es getan. Der Mann mit den surrealsten Filmideen, den skurrilsten Außenseitern und den schönsten Filmsets stellt seit August 2015 sein künstlerisches Werk im Max Ernst Museum Brühl aus. Zuvor waren die mehr als 500 Zeichnungen, Gemälde, Filmpuppen, Storyboards und persönlichen Dokumente in Osaka, Prag und Tokio zu sehen.

TimBurton+MaxErnst_klein klein            

Wer Burtons Filmhits von BEETLEJUICE über EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN bis hin zu PLANET DER AFFEN kennt, kann in der Ausstellung auch frühe Filme aus seiner Schul- und Studienzeit sowie zeichnerische Entwürfe von nicht verwirklichten Projekten entdecken. Schon früh spielten monströse und außerirdische Wesen eine große Rolle: Mit 18 Jahren entwarf Burton das von Disney abgelehnte Kinderbuch „The Giant Zlig“ (1976). Liebende Monster mit Hochhäusern auf dem Rücken und Aliens in landenden Untertassen gehörten damals ebenso zu seinen Bildthemen wie das Haarwickler tragende Mutter-Monster „Mothera“ (1980-1988).

 

In den frühen 1980er Jahren erarbeitete Burton bei Disney zudem Entwürfe für verschiedene Projekte, wie TRICK OR TREAT (1980), LITTLE DEAD RIDING HOOD (1981) und ALIENS (1983), die nicht realisiert wurden. Die farbenfrohen Halloween-Zeichnungen von TRICK OR TREAT wirken dabei wie eine virtuose Vorahnung von TIM BURTON’S THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS.

Brühl: Max Ernst Museum: Tim Burton Ausstellung

 

Auch auf der Pressekonferenz bleibt das Multitalent seinen Themen treu und trägt ein dunkelblaues Hemd mit Monster-Muster. Die folgenden Antworten gewähren einen kleinen Einblick in die burtonsche Lebenswelt:

 

Wie fühlt es sich an Ihre Kunst im Museum zu sehen?

Tim Burton: „Ich komme aus Burbank und bin nie ins Museum gegangen. Dass das passiert, war eine surreale Erfahrung. Ich bin kein großer Künstler. Das ist alles privates Zeug. Das ist etwas, dass ich nie richtig geplant hatte. Die besten Dinge sind Überraschungen. Dinge, die man nicht erwartet. Es war eine wunderschöne Überraschung. Man ist ständig überrascht als Kind. Wenn man älter wird, dann werden die Überraschungen seltener. Das war eine neue Erfahrung.”

Brühl: Max Ernst Museum: Tim Burton Ausstellung

Welchen normalen Job könnten Sie sich für sich vorstellen?

Tim Burton: „Ich bin glücklich, dass ich die Möglichkeit habe, zu zeichnen oder Filme zu machen, sonst würde ich vermutlich im Gefängnis sitzen. Ich könnte nie einen normalen Job haben.“

 

Was würden Sie Nachwuchs-Künstlern raten?

Tim Burton: „Sei einfach unverfälscht dir selber gegenüber. Es muss aus deiner Seele und deinem Herz kommen. Tu einfach was du fühlst und hoffe auf das Beste.“