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WINNIE THE POOH: BLOOD AND HONEY

Regie: Rhys Frake-Waterfield / Großbritannien 2024 / 93 Min.

Besetzung: Scott Chambers, Tallulah Evans, Ryan Oliva, Lewis Santer, Eddy MacKenzie, Marcus Massey u. a.

Produktion: Scott Chambers, Stuart Alson, Rhys Frake-Waterfield, Nicole Holland, Carlos Rincon

Freigabe: FSK 18

Verleih: PLAION PICTURES

Start: 24.04.2024

Während das MCU und das DCU ihren Zenit, nicht nur an den Einspielergebnissen gemessen, überschritten zu haben scheinen und auch dem Versuch, die klassischen Universal-Monster mit DIE MUMIE zu reaktivieren, bereits 2017 kein Erfolg beschieden war, legte Rhys Frake-Waterfield mit WINNIE THE POOH: BLOOD AND HONEY 2023 den Grundstein für das TCU. Das TWISTED CHILDHOOD UNIVERSE orientiert sich unter parodistischen Vorzeichen an den oben genannten Franchises und folgt der einfachen Prämisse, zur Public Domain gewordene „Kindheitshelden“ als B-Horror-Protagonisten neu zu interpretieren.
Nachdem er mit dem gleichermaßen skurrilen wie auf sympathische Weise dilettantisch inszenierten THE KILLING TREE eine schräge Horrorgroteske um einen als Weihnachtsbaum reinkarnierten Serienkiller vorgelegt hatte, übertraf Frake-Waterfields erster WINNIE THE POOH-Film die im Vorfeld nicht unbedingt besonders hohen Erwartungen an das cineastische Machwerk und entwickelte sich dank Internet-Hype zu einem veritablen Kassenerfolg, zumindest angesichts des sehr geringen Budgets. Die Fortsetzung, die mit den zehnfachen Produktionskosten aufwarten kann, verhält sich nun zum Vorgänger wie TERRIFIER 2 zu TERRIFIER.
Nach dem sogenannten Hundertmorgen-Massaker im gleichnamigen Wald begegnen die Bewohner seiner Heimatstadt Christopher Robin, der mittlerweile sein Medizinstudium absolviert hat und im örtlichen Krankenhaus arbeitet, mit Argwohn und verdächtigen ihn insgeheim, für die Morde verantwortlich zu sein. Derweil bläst eine Gruppe bewaffneter Mitbürger, die ihm Glauben schenken, zur Jagd auf Pooh und Ferkel, die mittlerweile in Eule und Tigger Verbündete gefunden haben. Während seine neue Freundin einen serienkilleraffinen Teenager babysittet und ein ausgelassener Rave stattfindet, konfrontiert unser Protagonist den Mann, der für ein folgenreiches Ereignis in Christophers Kindheit verantwortlich war. Derweil dezimieren die Bewohner des Hundertmorgenwaldes die menschliche Bevölkerung mit drastischen Mitteln.
Dass die Hauptdarsteller ersetzt und die Creature Designs abgewandelt wurden, löst das Drehbuch, indem der erste Teil als Verfilmung der Vorgeschichte in den Film integriert wird, sodass die Neubesetzung, die überzeugenderen Masken und Effekte sowie die übrigen, deutlich wertiger erscheinenden Production Values weder kaschiert noch erklärt werden müssen. Der Regisseur und sein Co-Autor Matt Leslie (SUMMER OF 84) machen aus der Not eine Tugend und etablieren eine Metaebene wie die SCREAM-Autoren mit STAB, ohne sich darin zu verlieren. Darüber hinaus gibt es weiter Verweise auf andere Genremeilensteine bzw. -regiegroßmeister. So erbricht sich Eule wie Seth Brundle in DIE FLIEGE auf seine Opfer, werden Augen mit Gegenständen penetriert wie bei Lucio Fulci, und Pooh schwingt wahlweise eine Kettensäge oder traktiert Köpfe mit Bohrmaschinen oder ähnlichem Gerät.
Die handgemachten Effekte verfehlen nicht ihre intendierte Wirkung und verleihen den zahlreichen grafischen Morden eine Brutalität und Härte, die vor allem Freunde von Gore und Splatter entzücken dürfte. Leider sind die unausgegorenen CGI-Effekte eher ärgerlich, da sie wiederholt das dennoch eher schmale Budget vor Augen führen. Auch wenn Schauspiel wie Drehbuch nicht unbedingt preisverdächtig ausfallen, überragt POOH 2 (was vermutlich ein inspirierter, aber auch verfänglicher Alternativtitel gewesen wäre) den ersten Auftritt des Killer-Bären in beinahe jeder Hinsicht. Allerdings gibt es diesmal weniger (unfreiwillig) komische Szenen, dafür aber eine Erklärung, warum die Waldbewohner weniger wie ihre Entsprechungen in den Disney-Zeichentrickfilmen aussehen als wie maskierte, hünenhafte Slasherkiller in der Tradition von Jason und Leatherface. Und wo DIE INSEL DES DOKTOR MOREAU grüßen lässt, seien auch noch zahlreiche Gags wie etwa die Suchmaschine namens MILNE erwähnt, deren Name vom ursprünglichen Autor der literarischen Vorlage entliehen wurde.
Da Teil drei, zahlreiche andere TCU-Titel mit Bambi, Peter Pan und Pinocchio sowie mit POOHNIVERSE: MONSTER ASSEMBLE ein Pendant zu den AVENGERS-Filmen oder zur JUSTICE LEAGUE angekündigt sind bzw. sich bereits in der (Pre-)Production befinden, dürfen sich Fans darauf freuen, dass ihnen in Kürze weitere cineastische Perlen vorgesetzt werden, allen übrigen raten wir dringend dazu, die Chance zu nutzen, sich von BLOOD AND HONEY 2 bekehren zu lassen. (Boris Klemkow)
POOH RISES. Honig-, aber alles andere als blutarm
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WINNIE THE POOH: BLOOD AND HONEY

Regie: Rhys Frake-Waterfield / Großbritannien 2024 / 93 Min.

Besetzung: Scott Chambers, Tallulah Evans, Ryan Oliva, Lewis Santer, Eddy MacKenzie, Marcus Massey u. a.

Produktion: Scott Chambers, Stuart Alson, Rhys Frake-Waterfield, Nicole Holland, Carlos Rincon

Freigabe: FSK 18

Verleih: PLAION PICTURES

Start: 24.04.2024