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DAS SUPER STREET FIGHTER 2 TURBO CHAMPIONSHIP EDITION ALPHA-INTERVIEW MIT JOEY ANSAH IST DA!

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SHORYUKEN!

Im Gespräch mit dem neuen und ersten echten STREET FIGHTER-Papa, Joey Ansah

 

Joey Ansah, 1982 geboren, ist Schauspieler, Martial-Artist, Stunt-Choreograf, Produzent und Regisseur. Vor allem aber ist er ein Fan des Action- und Martial-Arts-Genres. Das Multitalent ist Experte in den verschiedensten Kampfsportstilen, und diese Begeisterung ist vor allem auf die Actionhelden seiner Kindheit zurückzuführen. Zu denen gehörten eben auch die Charaktere der STREET FIGHTER-Reihe, und nach zwei sehr dürftigen Umsetzungen des Mythos STREET FIGHTER nahm er sich persönlich des Projekts an. Schon das einfache Super-Nintendo-Spiel bot mit seinen Charakteren, den tollen Locations und der einfachen, aber nachzuempfindenden Geschichte so viel Potenzial für eine filmische Umsetzung, dass deren Scheitern nur mit einem Kopfschütteln quittiert werden konnte. War Van Dammes Film wenigstens noch unterhaltsam, aber dennoch albern, versuchte THE LEGEND OF CHUN LI dem Thema einen realistischeren Hintergrund zu geben, ging damit jedoch vollends baden. Ansah wollte STREET FIGHTER zurück zu den Ursprüngen, zur Mythologie und den Charakteren bringen, die es bei Gamern und Fans so beliebt gemacht haben, was bereits als gelungen bezeichnet werden kann. Als Fan, Regisseur, Schauspieler und Kampfsportler hatte er verschiedene Perspektiven auf die Umsetzung, die es ihm erlaubt haben, die verschiedensten Erwartungen zu respektieren. Die Fans haben STREET FIGHTER zu einem Erfolg gemacht, und jeder von uns hat seinen Lieblingscharakter im STREET FIGHTER-Universum, und bei einer Filmadaption möchte jeder seine Ansprüche befriedigt sehen. Ein sehr entspannter Joey stand uns im Interview-Duell Rede und Antwort.
Ready, steady, fight!

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Deadline:

Hallo Joey!

 

Joey Ansah:

Hallo Leo! Wie geht es dir?

 

Deadline:

Sehr gut. Ich bin gerade in Tschechien, in Karlovy Vary, auf dem Filmfestival hier. Es ist echt toll hier. Du warst selber schon an so vielen verschiedenen Orten auf der Welt zu Hause: England, Afrika und jetzt die USA. Wie ist es dazu gekommen?

 

Joey Ansah:

Bis ich neun war, bin ich in London aufgewachsen, dann bin ich für fünf Jahre mit meiner ganzen Familie nach Ghana gegangen. Mein Vater ist aus Ghana und meine Mutter aus England. Mit 14 bin ich dann zurück nach England gegangen, wo ich bis vor Kurzem noch gelebt habe. Ich bin gerade erst in den letzten Wochen nach L. A. gezogen. Aber ich war vorher schon elfmal in Los Angeles. Seitdem ich beim BOURNE ULTIMATUM mitgemacht habe, bin ich immer wieder hier. Aber London ist mein Zuhause. Ich bin in England aufgewachsen, ich liebe L. A., und auch Ghana hat einen großen Platz in meinem Herzen. Jeder von diesen Orten bietet etwas ganz anderes und hat einen Teil zu meiner Person beigetragen. Als ich aus Ghana zurückgekehrt bin, bin ich nicht nach London, sondern nach Plymouth gegangen, was wieder eine ganz andere Sache als London war. Ich habe überall Freunde, was sehr toll ist.

 

Deadline:

Wie bist du dazu gekommen, im Filmbusiness tätig zu sein?

 

Joey Ansah:

Ich war schon immer besessen von Martial Arts. Mein Vater hat immer Actionfilme ausgeliehen …

 

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Deadline:

… guter Vater!

 

Joey Ansah:

Ja, ganz genau. (lacht) Bruce Lee, Jackie Chan, Dolph Lundgren, diese ganzen Filme, nenn mir einen, und ich hab ihn gesehen! Mein Kino war das Action- und Sci-Fi-Kino, das Kino der Achtziger. Es war fantastisch, ich vermisse diese Tage. Als Kind war ich schon ein geborener Schauspieler und habe oft verrückt gespielt. (lacht) Später habe ich dann mit Martial Arts angefangen, mit 16 oder so habe ich dann gemerkt, dass ich besser als der Durchschnitt im Kampfsport war. Ich hatte diese verrückte Idee, in Filmen mitzuspielen, Stunts zu machen. Mit Stunts hat es also angefangen. Jeder Stuntman, der aus dem Kampfsportbereich kommt, will einmal Schauspieler und Actionstar werden. Sie lügen, wenn sie das Gegenteil sagen. Wenn du aufwächst und Bruce Lee, Jackie Chan und Van Damme siehst, dann willst du wie sie sein! Du willst nicht ihr Stuntdouble sein, du willst sie sein! Es gibt Gerüchte, dass Ray Park, der Darth Maul in STAR WARS – EPISODE I gespielt hat, ursprünglich als Stuntdouble für die Rolle vorgesehen war. Aber George Lucas hat ihn so sehr gemocht, dass er aus ihm den Charakter gemacht hat. Und da haben viele Leute gedacht, dass, wenn sie ein guter Stuntman sind, sie auch ein Actionstar werden können. Ich habe bei BATMAN BEGINS als Stuntman mitgewirkt, zu Beginn des Films, ich bin einer der Kämpfer in dem Kloster im Gebirge. Das war ein Weckruf für mich. Ich habe sechs Wochen auf dem Set von BATMAN BEGINS zugebracht. Ich habe Christian Bale und Liam Neeson gesehen und dachte: Das ist, was ich tun möchte! Ich liebte die Schauspielerei und dachte, wenn ich das lernen könnte und dazu meine Stunts und die ganze Action selber machen könnte, das wäre ein Traum. Nimm das Talent von De Niro und die physischen Fähigkeiten von Jackie Chan, zusammen wären sie der perfekte Schauspieler. Das ist, warum Tom Cruise so erfolgreich ist, er macht seine ganzen Actionszenen selbst und ist ein großer, dramatischer Schauspieler. Was er tut, ist verrückt. Nach BATMAN musste ich ein Schauspieler werden. Ich hörte auf, Stuntman zu sein, und konzentrierte mich darauf, ein ernsthafter Schauspieler zu werden. Ich machte ziemlich schnell meine Schauspielausbildung, und der Rest ist Geschichte. Mit 23 bekam ich die Rolle in DAS BOURNE ULTIMATUM, und das war mein großer Hollywood-Durchbruch. Danach ging es immer weiter, und jetzt sind wir hier.

 

Deadline:

Könntest du dich auf ein paar Namen festlegen, die für dich die größten Helden waren?

 

Joey Ansah:

Die ganzen gängigen Namen: Jackie, Bruce, Van Damme, Arnold, Stallone. Aber es entwickelt sich. Als ich klein war, sah ich zum ersten Mal Bruce Lee und mochte ihn nur ein bisschen. Der erste Film, den ich mit ihm sah, war GAME OF DEATH, sein letzter, eigentlich schrecklicher Film, da er so zerschnitten und nur teilweise mit dem echten Bruce Lee ist. Das ist eigentlich nicht der beste Weg, um Bruce Lee kennenzulernen. Es ist ein langweiliger Film mit wenigen Kämpfen. Der erste Jackie-Chan-Film dagegen war sehr aufregend, viel akrobatischer, viel spektakulärer für ein Kind. Erst als ich älter wurde und all die anderen Bruce-Lee-Filme sah, verstand ich, was dieser Mann eigentlich leistete. Ich habe alle seine Bücher gelesen. Die Bücher über Körperbeherrschung, Kampfsport und seine Gedanken sind wie eine Bibel für mich. Für die ganze Entwicklung meiner Lebensphilosophie und meiner Arbeitsethik muss ich Bruce Lee danken. Arnold und Stallone sind großartig und inspirierend auf der Leinwand, aber sieh dir mal an, was sie abseits von der Leinwand getan haben! Wahnsinn, wie sie ihre Leute bekommen haben, und so inspirierend.

 

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Deadline:

Wie ist das STREET FIGHTER-Projekt ins Rollen geraten?

 

Joey Ansah:

Ich habe die ersten beiden Adaptionen so sehr gehasst. Als THE LEGEND OF CHUN LI herauskam, habe ich nur gedacht, dass das verrückt sei. Wir haben erwartet, dass die Dinge besser werden nach dem Van-Damme-Film. Sie haben versucht, es ernsthafter zu machen, in einer näheren Realität, aber am Ende fühlt es sich noch weniger wie ein STREET FIGHTER-Film an als der erste. Und ich habe mich gefragt, wie wir wieder zurückgehen könnten, da wir ja sogar noch weiter vom ursprünglichen Konzept abgekommen sind. Ich hatte das Gefühl, dass sie mit Absicht versuchten, der Marke zu schaden. Ich konnte es einfach nicht aushalten und dachte: Irgendjemand muss es tun, und es werden aller Ansicht nicht die sein, die in Hollywood etwas zu sagen haben. Ich war gerade so selbstbewusst und überzeugt von meinen eigenen Fähigkeiten, dass ich dachte: Lasst es uns anpacken! Ich habe damals mit Christian Howard zusammengewohnt, der Ken gespielt hat, und hatte gerade eine Webserie für Sony mit dem Titel THE CELL 2 gemacht. Darin gab es auch Action, und so dachte ich, dass das Format der Serie vielleicht geeigneter für STREET FIGHTER wäre. Also habe ich mit Chris zusammen angefangen, die Geschichte zu schreiben, und ihm vorgeschlagen, Ken zu spielen. Chris ist ein großartiger Künstler und macht sehr gute Storyboards, so fing es an. Wir schrieben die Geschichte für STREET FIGHTER: WORLD WARRIOR und gingen damit zu Capcom, aber mussten erfahren, dass Capcom USA kein Geld zum Investieren dafür hatte und wir damit besser zu Capcom Japan gehen müssten. Aber es kam gerade ein neues Spiel heraus, SUPER STREET FIGHTER 4, und dafür würden sie ein Marketingbudget haben. Sie schlugen uns also vor, davon einen Teil zu nehmen und einen Kurzfilm zu machen. Lange Rede, kurzer Sinn, wir bekamen etwas Geld von den Marketingabteilungen von Capcom USA und Capcom Europe für STREET FIGHTER: LEGACY, und der Film wurde etwa zeitgleich mit dem Spiel veröffentlicht. Nachdem dieser erfolgreich war, arbeitete ich mit meiner Produzentin, Jacqueline Quells, daran, das Geld für STREET FIGHTER: ASSASSIN’S FIST zusammenzubekommen. Und jetzt sind wir hier.

 

Deadline:

Hast du als Kind STREET FIGHTER gespielt?

 

Joey Ansah:

Ich hatte als Kind nie einen Super Nintendo, ich war immer ein Sega-Kind. Ich hatte den Game Gear und das Master System. Aber als das Mega Drive rauskam, mit der STREET FIGHTER CHAMPIONSHIP EDITION und dann SUPER STREET FIGHTER, und sie hatten ja diesen 6-Knöpfe-Controller, das war revolutionär.