Regie: Michael Bay / USA 2017 / 149 Min.

Darsteller: Mark Wahlberg, Isabella Moner, Anthony Hopkins, Laura Haddock, John Goodman, Stanley Tucci

Produktion: Ian Bryce, Tom DeSanto, Lorenzo di Bonaventura, Don Murphy  

Freigabe: FSK 12

Verleih: Paramount Pictures

Start: 22.06.2007

 

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Kinder noch nicht mit Smartphones spielen konnten. Wir mussten raus auf den Spielplatz oder haben am Wochenende morgens Cartoons geguckt und mit den Actionfiguren gespielt, die in den Werbepausen passend zu den Serien angepriesen wurden. Neben HE-MAN und MASK waren das später vor allem auch die TRANSFORMERS. Was haben wir für epische Schlachten zwischen Optimus Prime und Megatron geschlagen … König war, wer die Dinobots sein Eigen nennen konnte. Indes haben unsere Eltern verständnislos die Köpfe geschüttelt ob des Quatsches, den wir da konsumierten. Verzweifelt, aber oftmals ergebnislos haben sie uns dann geholfen, wenn wir eine der komplexeren Transformationen der Spielzeuge nicht wieder hinbekommen haben und auf einmal mit halb Roboter, halb Auto dastanden. Wahrhaft interessant, wie sich das Blatt doch in den vergangenen 25 Jahren gewendet hat. Denn nun bin ich es, der sich völlig konsterniert die Hand auf der Stirn platthaut angesichts der seelenlosen wie sinnlosen CGI-Schlachten, die Michael Bay immer und immer wieder auf die Leinwand bringt. Ja, das hat sein Publikum – der Verfasser dieser Zeilen zählt sich jedoch nicht dazu.

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Eins kann man konstatieren: Michael Bay hat es tatsächlich geschafft, er hat sich selbst und sogar den unsäglichen TRANSFORMERS 2 – DIE RACHE noch übertroffen. Und das ist alles andere als positiv gemeint. Denn wieder zelebriert der Explosionsfetischist eine überlange und teure Spielzeugwerbung mit allen bisher bekannten Ingredienzien: eindimensionale Figuren voller Stereotype, eine flache wie inkonsistente Story, viel CGI-Krawumm, Überlänge, überlanges Finale, Militär-Pornografie, Pathos, Lens Flares, die typischen Kameraeinstellungen und -schwenks. Nur dieses Mal ist den Verantwortlichen wirklich nichts heilig, und sie schreiben die komplette Menschheitsgeschichte um. König Artus und die Tafelritter gab es nämlich wirklich. Und den “Zauberer” Merlin auch. Nur hat er den “Zauberstab” von den Transformers erhalten, um Drachen heraufbeschwören zu können, die ihnen im Kampf helfen. Ich wünsche an dieser Stelle allen Vätern viel Spaß dabei, ihren Kindern zu erklären, dass das natürlich nicht stimmt und nur völlig bekloppte Auswüchse einiger Drehbuchschreiber und Produzenten sind, die wahrscheinlich selbst zu oft am “Zauberstab” gezogen haben und glauben, dass es Transformers wirklich gibt. Ach, und wer schon immer mal den Wecker sehen wollte, der Hitler getötet hat – hier habt ihr die Möglichkeit. Ich denke mir das echt nicht aus, bin gleichzeitig aber auch etwas enttäuscht, dass mir so was noch nicht eingefallen ist.

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